Doreen Brumme

Andere Länder, andere Schönheitsrituale: 5 Fragen an Beauty-Journalistin Doreen Brumme die erklärt, was man voneinander lernen kann

Studiert hat Doreen Brumme ursprünglich Politik, VWL und Journalistik. Heute ist sie freie Journalistin und leidenschaftliche Bloggerin für verschiedene Projekte. Vorranging schreibt sie in diversen Online-Medien zu den Themen Beauty, Bio, Gesundheit und Familie. Dabei schlägt ihr Herz besonders für nachhaltige und umweltfreundliche Themen, und natürlich für ihre kleine Familie….

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Andere Länder, andere Schönheitsrituale: 5 Fragen an Beauty-Journalistin Doreen Brumme die erklärt, was man voneinander lernen kann



Studiert hat Doreen Brumme ursprünglich Politik, VWL und Journalistik. Heute ist sie freie Journalistin und leidenschaftliche Bloggerin für verschiedene Projekte. Vorranging schreibt sie in diversen Online-Medien zu den Themen Beauty, Bio, Gesundheit und Familie. Dabei schlägt ihr Herz besonders für nachhaltige und umweltfreundliche Themen, und natürlich für ihre kleine Familie. Denn Powerbündel Doreen ist Mutti von gleich drei Kindern. Wir haben mit Doreen über das spannende Thema Geokosmetik gesprochen.

Doreen Brumme
Doreen Brumme

  • Was ist überhaupt Geokosmetik?

Der Begriff setzt sich aus der griechischen Vorsilbe „geo“ für „Erde“ und dem Wort „Kosmetik“ zusammen, das auf das aus dem Altgriechischen stammende Verb „kosmetikos“ für „ordnen“ und „schmücken“ zurückgeht. Geokosmetik bedeutet also Erdkosmetik im Sinne von: Kosmetikkunde dieser Welt.

Geokosmetik ist die Wissenschaft, die sich mit dem Verhalten der Menschen beschäftigt, das diese in Bezug zur  Kosmetik an den Tag legen. Versteht man Kosmetik traditionell als „Schönheitsmittel“, also als Mittel zum Erhalt beziehungsweise zur Erlangung von Schönheit, liefert die Geokosmetik Erkenntnisse darüber, was Frauen und Männer auf dieser Welt tun, um ihren Vorstellungen von Schönheit gerecht zu werden. Wobei Kosmetik hier sämtliche Produkte umfasst, die der Pflege von Haut und Haaren, dem Hautschutz, der Regulation des Körpergeruchs und der Mund- und Zahnpflege dienen.

Geokosmetik liefert nicht nur Daten für die Verhaltensforschung, sondern ist auch ein wichtiges wirtschaftliches Instrument, zum Beispiel im Marketing. Hier sprach man lange nur von Ethnokosmetik, weil man Zielgruppen ethnisch definieren und mit Mitteln des Marketings zielgerichtet ansprechen kann. Heute nutzt man die Begriffe Ethnokosmetik und Geokosmetik synonym.

  • Ist das Wissen der Geokosmetik nur für Hersteller von Kosmetik von Bedeutung?

Geokosmetische Kenntnisse helfen den Herstellern von Kosmetika, ihre Produkte zielgruppennah zu entwickeln und zu verkaufen. Es gibt eben nicht nur verschiedene Hauttypen, ich meine hier die Typologie, nach der man Haut in normale, trockene, fettige Haut und Mischhaut, häufig auch noch in sensible Haut unterteilt, sondern auch verschiedene, kulturell, traditionell oder religiös begründete Verhaltensmuster in Bezug auf Kosmetik an sich (Inhalte) sowie deren Gebrauch, die ethnisch definierten Menschengruppen zugeordnet werden können. Entsprechend ausgelegte Produkte lassen sich viel besser an die Zielgruppen verkaufen, weil diese in ihnen ihre Anforderungen erfüllt sehen.

Wer sich mit den Verhaltensmustern anderer Menschen in anderen Ländern (Badezimmern!) beschäftigt, wird ob der gegebenenfalls bisher unbekannten Gepflogenheiten zunächst vielleicht erstaunt, skeptisch oder gar belustigt reagieren. Doch von dem, was anderswo im Badezimmer, auf der Toilette, vor dem Spiegel und unter der Dusche geschieht, kann man viel lernen. Nichts geschieht ohne Grund, und wer die Gründe für die anderen Verhaltensmuster kennt, kann sie bei Überzeugung übernehmen – im Dienste der Schönheit selbstverständlich.

Orientalen und Asiaten beispielsweise haben eine jahrtausendealte Körperkultur, die sehr nah an der Natur gelebt wird. Davon können wir viel lernen.

  • Hat die Geokosmetik Dein Badezimmerleben verändert und wo holst Du Dir Deine geokosmetischen Kenntnisse?

Ich bin seit Jahren Beauty-Journalistin. Ich lese alles, was ich über Geokosmetik vor die Augen bekomme. Ich interviewe Schönheitschirurgen und frage nach ihren Erfahrungen im Ausland beziehungsweise mit ausländischen Patienten. Ich rede über das Thema mit fast jedem und bei fast jeder Gelegenheit. Ich frage die Menschen, die ich treffe, recht schnell und recht offen, was sie wie im Bad treiben, was sie an ihre Haut lassen und warum. Ich lese viele Websites von Weltreisenden, Infos von Kosmetik-Verbrauchern und von Kosmetik-Produzenten.

Ich habe bereits mehr als ein Lebensjahr in Arabien verbracht und mir von dort zum Beispiel inzwischen mehr als liebgewonnene Gewohnheiten mitgebracht, mein Toilettengeschäft zu erledigen. Näheres kann man in meiner großen Geokosmetik-Serie auf meinem Blog nachlesen. Aus Finnland stammt meine neue Lebensabschnittsgefährtin: Lunette, eine wiederverwendbare Menstruationskappe. Sie liegt mir an den heiklen Tagen nicht nur sehr tief in der Scheide, um mein Regelblut aufzufangen, sondern erspart mir und dieser Welt einen großen Haufen schmutziger Monatshygieneartikel. Und das wiederum liegt mir am Herzen: öko-korrekter Lifestyle, auch im Badezimmer. Mein alltägliches Hautpflege-Ritual habe ich von den Asiatinnen abgeschaut, die Meisterinnen darin sind, eine ganze Reihe von aufeinander abgestimmten Pflegeprodukten nacheinander in einem sozusagen „mehrgängigen“ Ritual zu vereinen. Wer noch mehr darüber wissen will, schaut … (lacht) in mein Blog.

Meine Neugier und meine Experimentierfreude sind Grund dafür, dass ich vieles selbst teste: Produkte (Ich schreibe nie darüber, wenn ich es nicht selbst getestet habe!) und Gewohnheiten. In Kürze werde ich auf meinem Blog über mein aktuelles Experiment berichten: no-poo – kein Shampoo für die Haare. Ich bin überrascht davon, was meine Haare ohne die bislang alle zwei Tage stattgefundene Haarwäsche tun.

  • Was ist gerade Trend in den Bädern der Welt?

Es gibt ganz klar einen Trend hin zu Natürlichkeit. Natürliche Schönheit, die alltäglich ist und in der eine Menge Arbeit, sprich: kosmetische Handarbeit, steckt. Der Trend umfasst sowohl die Zutaten, die Verbraucher in Kosmetikprodukten gerne sehen – und die trotz ihrer Natürlichkeit auch High-Tech-Wirkungen liefern sollen, als auch die Art und Weise, mit diesen Produkten umzugehen. Einfach verpackte Produkte ohne unnötige Umverpackungen, die trotzdem lichtecht und keimsicher sind, sind beispielsweise ein Wunsch vieler Verbraucher. Biologische, gesunde, nachhaltige Inhalte ein großer zweiter. Kosmetika wollen mit allen Sinnen wahrgenommen werden, ihre Wirkung soll sichtbar und spürbar sein.

Das Bad selbst ist nicht mehr nur ein Nebenschauplatz mit Toilette und Waschgelegenheit, sondern wird zu einem zentralen Lebensraum innerhalb einer Wohnung. Der Aufenthalt darin ist zeitgemäß – für Mann und Frau – und beide Geschlechter lassen sich Zeit darin. Studien bestätigen, dass heute beide Geschlechter mehr als eine Stunde pro Tag im Bad verbringen – im Zeichen ganzheitlicher Pflege und Schönheit. Doch der Besuch im Badezimmer dient auch dem Zweck, Körper und Seele eine Auszeit zu verschaffen, um vom Alltagsstress geleerte Batterien aufzufüllen. Das Bad wird mehr und mehr zur Wellness-Oase. Ich hoffe, die Architekten berücksichtigen diesen Aspekt künftig in ihren Plänen.

  • Wie lautet Dein Lebensmotto, Doreen?

Carpe Diem  – nutze den Tag! Weil jeder Tag zählt, da ich nicht weiß, wie viele Tage mir noch bleiben, um mein Leben zu genießen, meine Familie zu lieben und meine Arbeit zu vollbringen.

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Weitere spannende Interview in unserem Wellness-Magazin:

 


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Tanja Klindworth

Hier schreibt Tanja Klindworth

Tanja Klindworth ist nicht nur das Herz der SPANESS-Redaktion. Sie schreibt darüber hinaus auch für andere Blogs, Webseiten, Reise- und Fachmagazine. Ob online oder als Print-Variante. Ihre Fachbereiche sind: Wellnesstrends, Gesundheit, Urlaub und Reise. Zusätzlich ist sie auch als Reisebloggerin tätig.

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Kommentare
  1. Nadine sagt:

    Ein super Interview. Wirklich sehr interessant, wenn man mal mitbekommt, was Unternehmen alles anstellen um in unserem Badezimmer zu landen. Hab ich mir vorher tatsächlich noch nie so Gedanken drüber gemacht.