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business meets paradise
Laut neuster Studien ist es nicht nur wichtig was wir essen - sondern eben auch doch wann!

Friedhof der Lebensmittel!

Nachdem wir jetzt in mehreren Fachmagazinen über Berichte zum Thema „Was landet im deutschen Müll“ gefunden habe und auch Filme wie „Taste the Waste“ und diverse Reportagen sich mit diesem Thema befassen, haben wir uns auch mal auf Recherche begeben. Wir haben hier mal ein paar Zahlen, Daten und Fakten…

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Friedhof der Lebensmittel!

Müll-Brot-Berge (Quelle: www.taste-the-waste.de)
Müll-Brot-Berge (Quelle: www.taste-the-waste.de)

Nachdem wir jetzt in mehreren Fachmagazinen über Berichte zum Thema „Was landet im deutschen Müll“ gefunden habe und auch Filme wie „Taste the Waste“ und diverse Reportagen sich mit diesem Thema befassen, haben wir uns auch mal auf Recherche begeben. Wir haben hier mal ein paar Zahlen, Daten und Fakten gesammelt, die ihr einfach mal sacken lassen solltet:

  • Die Hälfte all unserer produzierten Lebensmittel landet tatsächlich im Müll (wenn man mal alles von Anbau, über den Verkauf bis hin zum Verhalten des Konsumenten zusammenzählt).
  • Warum landen so viele Lebensmittel im Müll? Sie entsprechen nicht der Norm und gehen so erst gar nicht in den Verkauf (40-50 % der Kartoffeln müssen z.B. aussortiert werden, weil sie zu klein oder zu dick sind) oder das Mindesthaltbarkeitsdatum ist fast erreicht und der Supermarkt schmeißt es einfach weg, weil es keiner mehr kaufen möchte bzw. weil sie es ja nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum nicht mehr verkaufen dürfen geschweige denn verschenken (es gibt Supermärkte, die schmeissen Joghurts 6 Tage vor Ablauf des Mindesthalbarkeitsdatums weg) oder der Konsument schmeißt es zu Hause ungegessen weg…
  • Mit sämtlichen Lebensmittelabfällen aus Europa und Nordamerika könnte man den Hunger der Welt stoppen. Theoretisch könnten alle derzeit Hungernden dieser Welt nämlich davon satt werden.
  • Bauern werden gezwungen, Waren die nicht der Norm entsprechen (z.B. die zu kleinen oder zu dicken Kartoffeln) wegzuschmeissen.
  • Geschätzt werden, alleine in Deutschland, jedes Jahr 20 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet. Jeder Eruopäer wirft im Durchschnitt 95 kg Essen pro Jahr einfach weg
  • Durch Produktion und Vernichtung von Lebensmitteln entstehen derzeit so viele Klimagase, dass wenn wir es nur um die Hälfte reduzieren würden einen ähnlichen Effekt hätte, als wenn man jedes zweite Auto stilllegen würde.

Wußtet ihr eigentlich, dass ein Mindesthaltbarkeitsdatum nicht unbedingt bedeutet, dass ein Lebensmittel danach nicht mehr genießbar ist? Dieses Datum sagt nur, MINDESTENS BIS ZU DIESEM DATUM DARF ES AUF ALLE FÄLLE VERZEHRT WERDEN. Doch viele Lebensmittel sind danach auch durchaus noch genießbar und nicht gesundheitsschädlich und schmecken sogar noch ganz normal!

Viele unserer Lebensmittel landen einfach auf dem Müll (Quelle: www.taste-the-waste.de)
Viele unserer Lebensmittel landen einfach auf dem Müll (Quelle: www.taste-the-waste.de)

Wir leben in einer Wegwerf- und Verschwendergesellschaft. Lebensmittel haben häufig für uns keinen Wert mehr. Wie auch, denn eigentlich ist doch alles im Discounter so günstig… Ist denn ein Apfel, der nicht mindestens einen Durchmesser von 60 Millimeter hat ein schlechter Apfel, schmeckt der nicht? Ist denn ein Joghurt kurz vor dem Ablauf des Mindestverfallsdatum tatsächlich nicht mehr frisch? Ist die Qualität einer dicken Kartoffel denn nun minderwertiger als die einer Normkartoffel? Schmecken Normkartoffeln gar besser oder sind sie gesünder? Ja sogar an die Farbe einer Banane gibt es besondere Ansprüche.

Kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums werden die Lebensmittel bereits aussortiert (Quelle: www.taste-the-waste.de)
Kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums werden die Lebensmittel bereits aussortiert (Quelle: www.taste-the-waste.de)

Wir haben im Rahmen unserer Recherche einen Bericht von einer alleinerziehenden Mutter gesehen, die ihre Lebensmittel zum Teil von der Tafel bezieht. Alles 1 a Lebensmittel: frisch, nicht abgelaufen… ja natürlich, vielleicht nicht immer das Favoriten-Produkt, aber nahhaft, schmeckend und satt machend. Die Hälfte der Produkte die die junge Frau von der Tafel für sich und ihre zwei Kinder bekommen hat, hat sie weggeschmissen, ihr Argument dazu: Die Bananen hatten braune Flecken „ecklig“, der Salat hatte ebenfalls schon mal ein braunes Blatt „bääähhh“, die Wurst mag hier keiner außerdem läuft sie morgen ab und Schwarzbrot mag ich nicht. Wir lassen das an dieser Stelle einfach mal ohne eine weitere Begründung stehen. Dazu kann sich jeder mal seinen Teil denken.

Was können wir tun?

  • Denkt doch einmal über euer eigenes Verhalten nach? Läßt sich daran noch was verbessern?
  • Wer Qualität schätzt, wirft weniger weg! Wir sollten uns mehr Bewußtsein für Lebensmittel ins Gedächtnis rufen, z.B. muß ich wirklich Lebensmittel kaufen, die eingeflogen werden oder kann ich auch auf Ware aus dem eigenen Land zurückgreifen? Wie oft muß ich tatsächlich Fleisch essen?
  • Der Geldbeutel freut sich über weniger ungenutzte Einkäufe. Mit einem bewußteren Einkauf tragen wir auch dazu bei, den Hunger auf der Welt zu lindern. Denn je mehr wir kaufen (und dann nicht nutzen), desto höher werden und sind die Preise auf dem Weltmarkt. Gehen wir bewußter damit um (schmeissen wir weniger weg) es sinkt also die Nachfrage und der Preis für Getreide sinkt ebenfalls, so werden Brot und andere Getreideprodukte wieder günstiger. Dadurch können sich auch arme Länder wieder eher solche Produkte leisten, und die gehen von Haus aus viel bewußter mit Lebensmitteln um.
  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht mehr ganz so viel Aufmerksamkeit schenken. Ob ein Lebensmittel tatsächlich nicht mehr genießbar, also verdorben ist, kann man riechen und schmecken… 🙂 Joghurts z.B. kann man häufig noch 2 Wochen nach dem offiz. Verfallsdatum essen.
  • Etwas für ganz Mutige! Beschwert euch auch ruhig mal im Supermarkt, wenn ihr mitbekommt, dass Lebensmittel, die noch nicht abgelaufen sind weggeschmissen werden.
  • Kauft auch andere Lebensmittel bewußter… vielleicht nicht das ganze Obstnetz (hier sind häufig 5 oder mehr Früchte drin; gilt natürlich auch für Gemüsenetze) sondern die Waren auch mal nach Bedarf einzelnd kaufen, grad für einen kleinen Haushalt sehr empfehlenswert.
  • Versucht doch einmal, um die Wertschätzung zu steigern, wieder Lebensmittel selber zu züchten. Geht auch in kleinen Wohnungen z.B. mit der Zucht von Kräutern auf der Fensterbank. Denn wer sein Essen selber pflegt, sät und erntet, bekommt eher wieder ein Gefühl für den Wert.

Trailer zum Film „Taste the waste“
Mehr Informationen zu Kino-Terminen und zum Film findet ihr auch auf der Internetseite zum Film.

Vielleicht auch interessant – unser Artikel „grüne Geldanlagen„.

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Tanja Klindworth

Hier schreibt Tanja Klindworth

Tanja Klindworth ist nicht nur das Herz der SPANESS-Redaktion. Sie schreibt darüber hinaus auch für andere Blogs, Webseiten, Reise- und Fachmagazine. Ob online oder als Print-Variante. Ihre Fachbereiche sind: Wellnesstrends, Gesundheit, Urlaub und Reise. Zusätzlich ist sie auch als Reisebloggerin tätig.

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Kommentare

  1. Summer sagt:

    Unglaublich, aber leider wahr.
    Verschwendung ohne Grenzen bei gleichzeitigem Verbot anderen etwas abzugeben.
    Wie krank ist unsere Gesellschaft geworden?

  2. Jasi sagt:

    Unglaublich! Ein wirklich guter Artikel, aber ich mag gar nicht gefällt mir drücken, da es wirklich eine Schande ist, das kann man nicht anders sagen. Mir war es wirklich nicht so bewußt, wie schrecklich wir eigentlich damit umgehen und wie wenig Wert Lebensmittel mittlerweile bei uns haben und das wirklich zu Zeiten von hoher Arbeislosigkeit, Tafel, steigende Armut und Co. Unfassbar!