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Entspannt mit der Bahn durch die Nacht!

Mein neues “entspanntes” Slow Travel Abenteuer war eigentlich eher ein zufälliges Produkt und fing auch ehrlich gesagt überhaupt nicht entspannt an… und endete obendrauf noch mit einer fast dreistündigen Verspätung. Aber zurück auf Anfang. Ein Bett auf Schienen ist immer frei… Es begann damit, dass ich sehr überraschend eine Schulungsanfrage…

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Erfahrungsbericht: Werbung unbeauftragt

Entspannt mit der Bahn durch die Nacht!

Mein neues “entspanntes” Slow Travel Abenteuer war eigentlich eher ein zufälliges Produkt und fing auch ehrlich gesagt überhaupt nicht entspannt an… und endete obendrauf noch mit einer fast dreistündigen Verspätung. Aber zurück auf Anfang.

Ein Bett auf Schienen ist immer frei…

Es begann damit, dass ich sehr überraschend eine Schulungsanfrage auf den Tisch bekommen habe – Montags kam die Anfrage, Dienstag fiel die Entscheidung und eine Woche später schon sollte die Schulung durchgeführt werden. Die Herausforderung: Die Social Media und Blogger-Schulung sollte nicht im heimischen Norddeutschland statt finden, sondern Austragungsort war auf dem anderen Ende Deutschlands – in einem kleinen Städtchen, kurz vor der Grenze zu Österreich. Jung und unbeschwert sagte ich also einfach mal zu und machte mich dann daran meine Reise zum Zielort zu planen. Das stellte sich allerdings als sportlich heraus… 😉 Meine Idee, per Flieger in den Süden zu kommen erwies sich auch als nicht mehr buchbar… weder hin- noch zurück ließ sich eine praktische oder auch zeitlich-passende Variante buchen. Somit beschloss ich also per Bahn zu reisen. Hin mit dem IC (mit ganz viel Glück und einem Telefonat mit dem DB Service-Team erwischte ich dann auch wirklich noch eine letzte Platzreservierung) eine lustig beschauliche Fahrt in der 1. Klasse, mit ein wenig Verspätung – aber doch noch alles machbar und im grünen Bereich. Zurück sollte es dann per Nachtzug mit Schlafabteil wieder in den Norden gehen. Und genau davon möchte ich euch heute berichten. Denn so eine Nachtfahrt ist in der Tat eine echte Alternative zur Nutzung des Fliegers – und das gleich aus mehreren Gründen.

Mit dem Zug zur Schulung
Mit dem Zug zur Schulung

Buchung Nightjet: Hier ist Geduld gefragt!

Ich gebe zu, die Buchung des Nightjet ist etwas umständlich. In der Regel buche ich eigentlich alle meine Reisetickets online. Sei es nun die Bahnkarte oder auch das Flugticket, ein Leihwagen oder auch die Schiffsüberfahrt mit einer Fähre. Bei dem Versuch allerdings, einen Nightjet Liegewagen zu buchen, wurde unerwartet während der Onlinebuchung abgebrochen, mit dem Hinweis, ich sollte die Auskunft der Bahn anrufen.

O.K. gesagt getan. Ich wählte also die Nummer und hatte nach einer Weile einen Service-Mitarbeiter der Bahn am Ohr. Ich trug mein Anliegen vor und welchen Zug ich buchen wollte (mit Schlafabteil) und dann wurde ich in die Warteschleife gestellt. Die Mitarbeiterin teilte mir vorab noch mit, sie würde nun meinen Fahrpreis ermitteln. Nach rund 7 Minuten Wartezeit war sie wieder am anderen Ende, um mir mitzuteilen, dass es leider für den gewünschten Zug nur noch Schlafwagen in 4er und 6er Kabinen/Abteilen geben würde. Das lehnte ich dankend ab (nach 8 Stunden Schulung hatte ich ehrlich gesagt keine große Lust, mir ein Schlafabteil mit drei bis fünf fremden Menschen zu teilen) und fragte, wie es denn mit dem Anschlusszug aussehen würde. Sie stellte mich erneut auf das “Abstellgleis” und ermittelte aufs Neue. Nach noch einmal gut 5 Minuten war sie zurück und hatte tatsächlich noch einen freien Schlafplatz (ganz für mich allein) gefunden. Nach einem ersten innerlichen “Jubelschrei” fragte ich dann ganz vorsichtig, was so ein Schlafplatz im Zug (für mich allein) denn überhaupt kostet. Erstaunlicher Weise handelte es sich sogar noch um ein Sparticket (trotz der kurzfristigen Buchung) und so war ich mit 179.- Euro für die komplette Fahrt dabei.

Der Preis war für mich durchaus akzeptabel und so bestätigte ich die Buchung. Meine Daten wurden aufgenommen: Name, Adresse, Telefon, Kreditkarten-Nummer(n) und zu guter Letzt noch die Mailadresse, um mir die Bestätigung zu übersenden.

Achtung: Die Bestätigung gilt nicht als Fahrkarte. Die Fahrkarten müßt ihr noch abholen! Bzw. wenn ihr mit genug Vorlauf bucht, werden die Tickets wohl zugeschickt.

Insgesamt müßt ihr für die Buchung etwas Zeit einplanen. Ich hing ca. eine halbe Stunde dafür in der Leitung.

Nightjet buchen einfach aber zeitintensiv
Nightjet buchen einfach aber zeitintensiv

Nightjet buchen: Wie komme ich an meine Fahrkarte?

Leider konnte nach der Buchung nur eine Bestätigung übersendet werden, die allerdings nicht als Fahrkarte gilt. Die gültige Fahrkarte müßt ihr euch vorher abholen. Das ist ein tückisches Unterfangen.

Ich sollte meine Karten an einem Automaten auf einem Bahnhof abholen. Ich hab vorsichtshalber bei der Buchung gefragt, ob das denn auf allen Bahnhöfen geht und an allen Automaten… denn in meinem digitalen Leichtsinn, war ich der Meinung, dass wird sicherlich ganz einfach sein. Es stellte sich aber heraus, dass das leider nicht an “kleinen” Bahnhöfen möglich ist, wie z. B. der Bahnhof, an dem ich meine Reise starte. Somit hieß es also nach der Buchung noch einmal einen Bahnhof ansteuern, der eine Abholung ermöglicht.

Die Abholung sollte mit der Kreditkarte möglich sein, da ich weder eine Bahnkarte habe noch für die Buchung eine Nummer bekommen habe. Am Automaten angekommen, folgte ich den Anweisungen zur Kartenabholung auf dem Display, führte die Kreditkarte an… und es geschah nichts. Es konnte keine Buchung identifiziert werden. Also machte ich mich auf zum Service Center der Bahn – glücklicherweise gab es so etwas an diesem Bahnhof noch… 😉 Doch die freundliche Mitarbeiterin teilte mir mit, sie könne leider kein Ticket für mich ausdrucken. ABER… sie wählte die DB-Service-Telefonnummer der Kollegen und reichte mir den Hörer. Meine Buchung wurde identifiziert und dann bekam ich eine Auftrags-Nummer, um mein Ticket am Automaten abzuholen. Also trat ich erneut den Weg zum Automaten an und dieses Mal klappte auch alles. Trotzdem hatte mich diese Aktion etwas Adrenalin, Zeit und auch ein klein wenig Nerven gekostet…

Liebe DB, so etwas muß doch irgendwie anderes zu regeln sein? Wieso kann man den Fahrgästen denn die Tickets nicht per Mail übersenden?

Blick aus dem Nightjet
Blick aus dem Nightjet: Die Landschaft fliegt vorbei
Nightjet Hamburg
Nightjet Hamburg: Blick aus dem rollenden Hotelzimmer

Meine entspannte Nacht im Night-Jet: Der Beginn einer großen Freundschaft

Ich gebe zu, als ich endlich um 23:35 Uhr in Augsburg den Nightjet Liegewagen besteigen durfte, war ich wirklich erledigt. Ein sehr anstrengender Tag lag hinter mir. Ich fand mein Abteil sehr schnell und füllte bei meinem Nightjet Steward (yes! man hat hier einen Steward) nur schnell meine Frühstückskarte aus und dann machte ich mich startklar für eine Mütze Schlaf. Im Abteil war eine kleine Waschecke vorhanden. Ich konnte mir also fix die Zähne putzen mich waschen, in den Schlafanzug schlüpfen und dann ins Bett hüpfen.

Frühstück im Nightjet: In der Einzelkabine könnt ihr euch sechs Zutaten für euer Frühstück auswählen. Das Frühstück ist im Ticketpreis enthalten und wird euch dann quasi direkt ans Bett gebracht.

Als ich mich in mein Bett kuschelte ratterte der Zug schon wieder über die Schienen in Richtung Norddeutschland. Das kontinuierliche „Geknatter“ der Räder auf den Schienen ließ mich schnell einschlafen.

Direkt an eurem Bett habt ihr einen Lichtschalter für den Fall, ihr werdet nachts in der Dunkelheit wach. Ansonsten ist das Abteil sehr praktisch eingerichtet, mit Netzen, ausklappbaren Regalböden, einem Waschtisch zum ein- und ausklappen und auch eine Tischplatte ist umklappbar.

Ab und zu wachte ich kurz auf… so ist es doch ein ungewohnter Schlaf im Zug. Doch ich schlief jedes Mal auch wieder schnell ein. Ich hatte mir den Wecker auf 7 Uhr gestellt, denn ich sollte gegen 8.30 Uhr in Hamburg am Bahnhof ankommen. Ich wachte kurz vor dem Wecker auf… was bei mir aber wirklich normal ist. Der Wecker ist nur das BackUp, man weiß ja nie. 😉

Toilette im Nightjet: Die Toilette im Nightjet ist nicht in eurem Abteil, dafür müßt ihr wirklich noch auf den Gang. Damit euer Abteil in der Zeit nicht unbewacht ist, findet ihr in der Tür eurer Kabine eine Schlüsselkarte. Die unbedingt mitnehmen, Tür hinter euch zuziehen… und bei Rückkehr könnt ihr die Tür mit der Schlüsselkarte wieder öffnen.

Gegen 7.30 Uhr kam dann die Durchsage, dass wir in der Nacht Schwierigkeiten mit Gleisumstellungen hatten bzw. es gab wohl eine Gleisumleitung, Gleisarbeiten… (ich weiß es nicht mehr genau… oder hab auch vielleicht nicht zugehört 😉 ) das sorgte dafür, dass wir wohl mit knapp drei Stunden Verspätung in Hamburg ankommen würden. Da ich jetzt keine direkten Termine an diesem Tag hatte, war ich nun relativ entspannt. Ich schnappte mir mein Laptop und fing an (im Bett!) eine Runde zu arbeiten. Was sich als recht gemütlich erwies. Zwischendurch ließ ich mich von der „vorbeirauschenden“ Landschaft ablenken.

Gegen 9 Uhr wurde dann mein Frühstück vom Steward gebracht. Ich machte es mir mit Brot, Käse, Marmelade, Kaffee, Müsli und Saft im Bett gemütlich und genoss mein „Frühstück mit Aussicht“. Danach hieß es noch eine Runde arbeiten, leider ohne Internet… da es auf der Strecke eher spärlich gesät war… aber ich hatte auch noch genug Texte die überarbeitet werden wollten und Bilder lud ich auch noch von der Kamera auf das Laptop.

Gegen 11 Uhr kam ich dann in Hamburg an. Vor der Weiterfahrt bog ich noch schnell zum Service Center ab, um mir schnell ein Verspätungs-Formular zu besorgen (ab zwei Stunden Verspätung gibt es ca. 50 Prozent Rückerstattung der Reisekosten) und dann ging es in die Regionalbahn ab zum heimischen Bahnhof. Gegen Mittag war meine entspannte Reise zu Ende und ich saß gut ausgeruht im Homeoffice am Schreibtisch.

Nightjet train
Herzlich Willkommen im Nightjet
Nighjet DB
Nighjet DB / ÖBB Begrüßungspaket
Mein Bett im Nightjet Liegewagen
Mein Bett im Nightjet Liegewagen
Nightjet Hamburg
Mit dem Nightjet nach Hamburg

FAZIT: Reise-Alternative Nightjet ÖBB

Ganz ehrlich, ich bin sehr begeistert von meiner Fahrt im Nightjet Liegewagen. Ich habe Platz und meine Ruhe in meinem privaten Abteil… Morgens aufwachen und (fast) am Ziel sein. Die Schaukel-Fahrt hatte was von einer Schiffsreise mit leichtem Wellengang. Und der Preis – 179.- Euro – für ein “fahrendes Hotelzimmer” inklusive Frühstück finde ich auch durchaus in Ordnung. Für mich ist der Nachtzug ab jetzt wirklich eine Alternative zur Anreise -> normal tagsüber mit dem Zug oder gar mit dem Flieger.

  1. Weil ich es eben, im Gegenzug zur Fahrt am Tag oder auch dem hektischen CheckIn/Out auf dem Flughafen, viel entspannter finde.
  2. Es ist einfach keine “vertane” Zeit, da ich die Reisezeit zum schlafen nutzen kann und total entspannt am Zielort ankomme.
  3. Weil so eine Bahnfahrt eben auch doch viel besser für unsere Umwelt ist.

Zur Verspätung: Ich gehe davon aus, dass die Verspätung nicht an der Tagesordnung ist. Und mal ehrlich, wenn ich in letzter Zeit fliege, hat mein Flieger auch meistens Verspätung… und mit dem Auto komme ich in den meisten Fällen auch schon lange nicht mehr pünktlich an.

Eine kleine Anregung hätte ich aber tatsächlich noch an dieser Stelle. WLAN in allen Zügen der Bahn. Dann ist auch so eine Verspätung gleich halb so schlimm, da ich die Möglichkeit habe, im Zug vernünftig zu arbeiten.

Nightjet Bahn
Nightjet – Frühstück mit Aussicht

Wellness auf Schienen: Warum eigentlich (noch) nicht?

Liebe DB ich finde, so eine Zugfahrt könnte doch noch entspannter werden. Zugegeben ein Schwimmbecken wäre jetzt vielleicht eine zu abgefahrene Idee 😉 doch was haltet ihr denn von einer Sauna im Zug (mit Ausblick während der Fahrt sicherlich ein sehr cooles Erlebnis)? Ich persönlich könnte mir auch Massagen im Zug gut vorstellen, ähnlich wie solche, die auch schon auf verschiedenen Flughäfen zu finden sind.

 

Offenlegung: Ich wurde für diesen Bericht nicht beauftragt. Mein Erfahrungs- und Erlebnisbericht ist aus freien Stücken entstanden, da ich vergeblich versucht habe im Netz einen Reise-Bericht zu einer „Fahrt im Nightjet“ zu finden.

Nachtrag Dezember 2018: Ich hab tatsächlich für die Verspätung eine Beschwerde, in Form eines Formulars, bei der Bahn eingereicht. Diese Formulare erhaltet ihr am Service-Schalter der Bahn. Ich hab es ausgefüllt – hat ca. 5 Minuten gedauert – per Post verschickt… und hatte innerhalb von knapp 2 Wochen 50% des gezahlten Ticketpreises zurück. 

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Begleitet mich auf meinen Reisen:

 

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Tanja Klindworth

Hier schreibt Tanja Klindworth

Tanja Klindworth ist nicht nur das Herz der SPANESS-Redaktion. Sie schreibt darüber hinaus auch für andere Blogs, Webseiten, Reise- und Fachmagazine. Ob online oder als Print-Variante. Ihre Fachbereiche sind: Wellnesstrends, Gesundheit, Urlaub und Reise. Zusätzlich ist sie auch als Reisebloggerin tätig.

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Kommentare

  1. Hubert sagt:

    Das mit dem WLAN: Da musst Du dich bei den Österreichern beschweren 😉

    Irgendwo hab ich auch was dazu geschrieben, muss bei Gelegenheit mal schauen. Denn ich bin ja auch mit dem Nightjet mit Janett und Romy zum Reisesalon vor ein paar Jahren gefahren…

    1. Tanja Klindworth sagt:

      Hi,
      ich wußte das gar nicht, dass ihr mir dem NightJet unterwegs ward, dann hätte ich ja glatt mal bei euch geschaut.
      Die Fahrt hat mir wirklich gut gefallen… und ich würde es auf alle Fälle wieder buchen.
      Zum WLan: Ich denke aber, die Sache ist auch etwas, die mit der DB besser laufen könnte – oder was sagst du dazu?! 😉
      Viele Grüße
      Tanja

  2. Ines Heitmann sagt:

    Das macht Lust es mal auszuprobieren, auf diese Weise unterwegs zu sein.

    1. Tanja Klindworth sagt:

      Liebe Ines,
      ich hab auf alle Fälle Gefallen daran gefunden.
      Das wird nicht meine letzte Reise mit dem NightJet gewesen sein.
      Eine sehr entspannte Reise-Art auf alle Fälle. 😉
      Viele Grüße
      Tanja