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Reiseblogger-Leben: Woran merkst du, dass du alt bist?

Vielleicht sollte ich es vielmehr damit betiteln… „Woran merkst du, dass du langsam zum BestAger Reise-Blogger wirst“ ­čśë Ehrlich gesagt, f├╝hle ich mich ja immer noch wie mitte zwanzig… aber es gibt auf meinen Reisen immer wieder Situationen, an denen ich merke, es ist nicht so. Am letzten Wochenende beispielsweise…

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Reiseblogger-Leben: Woran merkst du, dass du alt bist?



Vielleicht sollte ich es vielmehr damit betiteln… „Woran merkst du, dass du langsam zum BestAger Reise-Blogger wirst“ ­čśë Ehrlich gesagt, f├╝hle ich mich ja immer noch wie mitte zwanzig… aber es gibt auf meinen Reisen immer wieder Situationen, an denen ich merke, es ist nicht so. Am letzten Wochenende beispielsweise und genau das hat mich nun dazu bewegt, mal diesen Artikel zu schreiben – mit einem Augenzwinkern versteht sich! ­čśë

10 Reisegeschichten die dir zeigen – du bist keine 30 mehr!

…und wahrscheinlich auch schon ├╝ber 40! Erinnerst du dich noch?

Es gibt viele Dinge woran man merkt, dass man doch etwas ├Ąlter wird. Man kann bestimmte Songs mitsingen, die j├╝ngere Menschen nicht kennen – oder noch besser. Mein Sohn fragt „Mama, kennst du das coole neue Lied“ und ich sage „ach das ist nur eine Neuauflage, das gabs schon mal…“. Auch sehr bezeichnend ist es wohl, wenn ich wie ein Honigkuchenpferd grinse, weil es pl├Âtzlich wieder Raider, Himmi Jimmi oder Schauma – gr├╝ner Apfel gibt.

Aber auch im Reiseleben gibt es ein paar Dinge, die mir immer mal wieder zeigen, dass doch ein paar Jahre mehr vergangen sind, seit dem ich auf der Welt unterwegs bin.

Wir reisen als Familie - und wie reisen andere Familien?
Heute reise ich oft mit meiner Familie!

1. Reisen & deutsche Geschichte

K├╝rzlich hab ich f├╝r ein Hotel in Mecklenburg Vorpommern an der Ostsee eine Bloggerreise geplant und organisiert. Bei Gespr├Ąchen vor Ort haben wir uns auch dar├╝ber unterhalten – ob wir noch wu├čten, wo wir uns grad noch so auf der Welt befunden haben, als die „Mauer gefallen ist“. Ich wei├č z.B. noch – mein Radiowecker hat fr├╝h morgens geklingelt, da ich zur Schule mu├čte (mein Abschlussjahr) und das erste was ich im Radio h├Ârte war „heute Nacht wurde die Mauer ge├Âffnet“. Ich wei├č noch, ich war furchtbar ergriffen und hab mich so sehr gefreut… Eine der Bloggerinnen vor Ort sagte aber pl├Âtzlich dazu „zu dem Zeitpunkt war ich leider noch nicht geboren!“ Da ist mir dann aufgefallen, dass dieser „Mauermoment“ wirklich schon ├╝ber 25 Jahre her ist.

Entlang der ehemaligen Grenze
Entlang der ehemaligen Grenze

2. Reisen zu Zeiten der Techno-Ära

Das Woodstock der 90er „Die Loveparade“ – ich war dabei und zwar gleich 3 x hintereinander 1996, 1997 und 1998 und ich war da schon ├╝ber 20 Jahre alt… ­čśë K├╝rzlich hab ich zu Hause die alte CD „Love Parade 98 – one world, one future“ – rausgew├╝hlt und laut geh├Ârt. Als dann die Dr. Motte Beats aus den Boxen der heimischen Stereoanlage!!! dr├Âhnten, kam mein Nachwuchs inklusive Freunde um die Ecke und ich wurde erst einmal gefragt, was das denn f├╝r komische Musik ist. Meine Erkl├Ąrung dazu und auch ein Video auf Youtube um zu zeigen „was da so abging“ sorgte f├╝r nur noch mehr komische Blicke der Kinder. Ich im Gegenzug f├╝hlte mich dazu animiert, noch mal Techno zu tanzen… mmmhhh ja, die Kinder waren mehr als belustigt!

3. Reisen & Grenzerfahrungen

Reisen mit Reisepass… und das an jeder Grenze. Sch├╝lteraustausch nach ├ľsterreich, Klassenfahrt in die Schweiz oder Schulabschlussfahrt nach Italien – tja ich kenne die Zeit nur noch allzugut – lange Wartezeiten an den Grenzen, um dort erst einmal die P├Ąsse checken zu lassen. Dann kam die EU und die Grenzen wurden ge├Âffnet… tja wobei, vielleicht lernt die n├Ąchste Generation genau das in n├Ąchster Zeit ja wieder verst├Ąrkt kennen – geschlossene Grenzen!

Und dann denke ich, wie cool ist das eigentlich… dass ich zwischen den L├Ąndern reisen darf – einfach so.

Vor ein paar Jahren war hier noch eine Passkontrolle
Vor ein paar Jahren war hier noch eine Passkontrolle

4. Reisen & Geld – Lira, Peseten, Schilling, Reiseschecks

Kennt ihr noch Reiseschecks? Oder wi├čt ihr noch, wie fr├╝her die W├Ąhrung in den einzelnen europ├Ąischen L├Ąndern hie├č und wie die Umrechnungskurse so waren? Fr├╝her hatte ich immer Schecks im Gep├Ąck, um in den Wechselstuben, Geld umzutauschen in die jeweilige Landesw├Ąhrung. Nach der Reise hatte man dann nat├╝rlich immer viel Rest-Klimpergeld aus dem Land, um in Erinnerungen zu schwelgen… und wenn wir mal ganz ehrlich sind, erwische ich mich auch immer mal wieder dabei, wie ich Euro in DM umrechnen.

5. Reisen & Social Media: Facebook, Internet, Snapchat & Co.

Das erste Mal war ich mit einem Autotelefon – so gro├č wie ein Koffer – (war das Auto meines Chefs) unterwegs zu Lehrzeiten – ich war 18 und es war ein C-Netz – kennt das noch jemand? Mein erstes eigens Mobiltelefon hielt ich in den H├Ąnden, da war ich schon ├╝ber 20. Ich wei├č noch, wie ich meinem Chef damals vom Internet vorgeschw├Ąrmt habe und ihm sagte, da m├╝ssen wir mitmachen… das wird gro├č. Und er mir einen wissenschaftlichen Bericht zeigte der in Kurzform besagte „das wird sich nicht durchsetzen“. Tja… ich wei├č noch, wie ich lange Zeit keine Lust auf Facebook hatte… wie ich dann einer der ersten war, der sich bei twitter angemeldet hat und wie ich vor Kurzem noch meinte „Was ist Snapchat – braucht man das wirklich?“. Fakt ist aber, ich erinner mich nur allzugut daran, wie die Zeit ohne Mobilfon und Internet war und wie wir trotzdem super ├╝berleben konnten… wie meine Mama mich nicht immer erreichen konnte… wie ich im Urlaub erst einmal eine Telefonzelle suchen mu├čte, um ein Lebenszeichen von mir zu geben… wie ich Flugtickets, Bahntickets & Co. eigentlich nur im Reiseb├╝ro buchen konnte… und irgendwie denke ich „das war auch eine coole Zeit“.

Spaness.de auf Snapchat
Spaness.de auf Snapchat

6. Reisen & Bilder – Fotoalben in meinem Regal

Social Media sorgt daf├╝r, dass wir heute ├╝berall dabei sein k├Ânnen. Bilder mit dem Smartphone machen, Actionkameras, Digicams & Co. Ich hab in meinen Schrank aber tats├Ąchlich noch Fotoalben und Fotokisten. Das war fr├╝her ein ganz sch├Âner Kostenfaktor (grad wenn man jung ist) Bilder zu machen und diese dann sp├Ąter entwickeln zu lassen (hat auch immer ganz sch├Ân lange gedauert… ­čśë )… und jetzt kommt der Kracher, wir wu├čten ja nicht ob die was geworden sind. Und trotzdem war ich damals schon ein echter Fotofan… Aber grad deswegen mu├č ich gestehen, dass ich die digitalen M├Âglichkeiten heute schon sehr cool finde. Aber jetzt mal ehrlich – wer von euch hat denn auch noch Fotoalben von irgendwelchen Urlaubsreisen im Schrank und schaut da auch gern mal rein, wundert sich ├╝ber diese unterschiedlichen Farbqualit├Ąten – grad in den 70er waren die Farbfotos ja noch sehr speziell (und denkt vielleicht auch, oh war ich da noch jung…).

Und wer von euch findet die neuen Polaroid Kameras total toll und so retro… ­čśë

7. Reisewiederholung – hier war ich doch schon mal…

Ich reise Orte mittlerweile nicht mehr zum ersten Mal an, sondern viele St├Ądte und Orte besuche ich als Wiederholungst├Ąter – das Kuriose… es liegen zwischen den Besuchen schon mal ein paar Jahre. Und wenn ich dann so durch die Stra├čen gehe oder vor H├Ąusern stehe, denke ich „komisch, fr├╝her kam mir das viel Gr├Â├čer vor – oder auch sch├Âner oder vielleicht auch spektakul├Ąrer“. Und andersrum treffe ich auf diesen Reisen auch Menschen wieder, denen ich fr├╝her schon mal begegnet bin und hier erwische ich mich wie ich denke „auch ganz sch├Ân alt geworden!“ …um mir im n├Ąchsten Moment nat├╝rlich auch mal an die eigene Nase zu fassen und mich zu fragen „ob die das wohl auch von mir denken?“

Wenn die Nacht zum Tag wird - Sommersonnenwende in Paris
Paris 2013 – bereits mein drittes Mal in der franz├Âsischen Metropole

8. Reisen & Genuss – fr├╝her war das so…

Ehrlich… als ich jung war, wurde das Essen auf Reisen auch mal ├╝berbewertet. H├Ąufig gab es Dosenfutter vom Gaskocher (mehr als Camping konnten wir uns ja nicht wirklich leisten), dazu Wein aus dem Tetrapack oder auch mal ein Bier aus der Dose… sp├Ąter wechselte es dann mit einem billigen 2- oder 3 Sterne Hotel (gern auch noch mit Bad auf dem Flur und Sauberkeit war auch ab und zu nicht so das was man vorfand) und in den kulinarischen Hochgenuss Pizza und Sangria… oder Pommes & Burger. Heute sieht das ganz anders aus… gutes Essen und ein gutes Glas Wein sind auf Reisen sehr wichtig geworden. Ich lege Wert auf Regionalit├Ąt und greife auch lieber zu einem Glas Wasser, wenn mir der Wein nicht zusagt. Und ich mu├č schmunzeln, wenn junge Blogger mit auf Reisen sind und bei Wein die Mundwinkel verziehen, weil er zu trocken ist… ├Ąltere Kollegen (mich nat├╝rlich eingeschlossen) pflegen dann oft so etwas zu sagen wie „du kommst noch auf den Geschmack, wenn du ├Ąlter wirst“ ­čśë ├ähnlich verh├Ąlt es sich mit einigen Dingen zu essen, Fisch wird interessanter, Dessert oft weniger interessant… lieber eine richtige Mahlzeit als komisches Fastfood… tja und diese Weisheiten der Kulinarik lassen sich nat├╝rlich noch weiter ausf├╝hren (auch dazu neigt man, wenn man ├Ąlter wird – besonders dann, wenn man auch noch Mutter ist) …aber damit verschone ich euch jetzt lieber alle. ­čśë

In der Eventk├╝che Romantik und Wellesshotel Deimann
In der Eventk├╝che Romantik und Wellesshotel Deimann – wir kochen ein Ayurveda-Dinner!

9. Reisen & Muttergef├╝hle

Woran merkst du das du alt bist… oder netter gesagt, woran merkst du, dass du ├Ąlter wirst! Ein Punkt auf der Liste sind garantiert so etwas wie Muttergef├╝hle. Also nat├╝rlich einmal die „echten Muttergef├╝hle“ – das ich mir Sorgen um mein Kind mache, wenn es selber reist, wie stolz ich bin, wenn mein Kind von Reisen berichtet oder selber etwas auf der Reise geschafft hat, wie es fremde Sprachen lernt und und und… doch ich meine mit Muttergef├╝hlen auch noch etwas anderes was sich einschleicht… solche Gedanken auf Reisen beispielsweise „och ist die Bloggrin nett und s├╝├č – auf die mu├č man aufpassen“. Die guten Ratschl├Ąge zu denen man neigt (und die ich eigentlich gar nicht rauslassen m├Âchte), pl├Âtzlich sprudeln sie doch aus mir heraus… ach je… und ich habe so den Verdacht, dass das auch im Laufe der n├Ąchsten Jahre noch zunehmen k├Ânnte.

10. Reisen und die Sache mit dem SIE…

Gruselig… ich werde immer h├Ąufiger als erstes von j├╝ngeren Menschen mit „Sie“ angesprochen. Das „Du“ von ├Ąlteren Kollegen geht aber gef├╝hlt immer leichter ├╝ber die Lippen. Hoteldirektoren und Destinationsleiter sind pl├Âtzlich in meinem Alter… hups, wann ist das denn passiert? War das schon immer so? Aber ich bin doch erst… ach ja, da war ja was – die Sache mit dem gef├╝hlten Alter und wie die Dinge tats├Ąchlich sind. Ja, auch das geh├Ârt wohl dazu, wenn man ├Ąlter wird – die verschwommene Zeitrechnung „ach das ist doch erst 2-3 Jahre her“ um danach festzustellen, dass es wohl eher schon so 8-10 Jahre zur├╝ckliegt.

 

W├Ąhrend ich das hier so schreibe, schwelge ich ein wenig (vielleicht auch sentimental) in Erinnerungen und ich denke… ach eigentlich ist mein Leben doch ganz cool. Ich mag das „├älter werden“ – ├Ąlter werden hei├čt auch, schon viel gesehen und erlebt zu haben, ich mag die Menschen die ich treffe, die ich treffen werde und die ich getroffen habe, ich mag die Reisen, ich mag es Mama zu sein, ich mag es erwachsen geworden zu sein (oh je, wird man das wirklich – erwachsen?)… und ich bin gespannt auf den zweiten Teil meines Lebens – der wohl grad (hoffentlich erst) angebrochen ist. ­čśë

Und wie stehts mit euch… alt oder jung – oder irgendwie dazwischen?!

 

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Tanja Klindworth

Hier schreibt Tanja Klindworth

Tanja Klindworth ist nicht nur das Herz der SPANESS-Redaktion. Sie schreibt dar├╝ber hinaus auch f├╝r andere Blogs, Webseiten, Reise- und Fachmagazine. Ob online oder als Print-Variante. Ihre Fachbereiche sind: Wellnesstrends, Gesundheit, Urlaub und Reise. Zus├Ątzlich ist sie auch als Reisebloggerin t├Ątig.

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Kommentare
  1. Liebe Tanja, ja… ich bin auch ganz zufrieden mit meinem Leben. ­čśë
    Liebe Gr├╝├če, Tanja

  2. vielweib sagt:

    Das Schlimmste was mir passiert (und leider immer ├Âfter auf Reisen), dass man gesiezt wird ­čśë
    Aber es macht nichts, auch das Leben weit ├╝ber ├ť40 ist sch├Ân. Beste Gr├╝├če vom bald 45j├Ąhrigen Vielweib

  3. Lieber Jens, vielen Dank… ­čÖé
    Ich freue mich auf den n├Ąchsten Abschnitt sehr… reisetechnisch wird das sicherlich noch mal sehr spannend… ­čśë

    Liebe Gr├╝├če
    Tanja

  4. Tja Tanja, da hast Du noch einen spannenden Abschnitt vor Dir!
    Ich bin ja nun schon so „├╝ber-erwachsen“, dass ich mir vieles nicht mehr merken kann und daher alle meine Reiseerlebnisse aufschreiben muss, damit ich sie nicht 3 Tage sp├Ąter nicht mehr wei├č, oder wo ich vorgestern gewesen bin und was ich gesehen und erlebt habe. Daheer sind meine Reiseberichte – wie Du weisst – ja auch viel zu lang.