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Sonnenaufgang am Moehnesee in der Soester Boerde, unser Ausgangspunkt fuer unsere Rundtour durch die Soester Boerde

Den Norden im Sauerland entdecken: Unterwegs mit den Börde-Bausteinen zwischen Möhnesee, Bad Sassendorf und Soest

Ein Wochenende voller Kontraste: Sonnenlicht auf dem Möhnesee, Ruhe im Kurpark von Bad Sassendorf und abendliche Gassen in Soest. Die Soester Börde verbindet Natur, Wellness und Geschichte zu einer besonderen Reise. Wir laden dich auf eine Entdeckungsreise ein.

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Den Norden im Sauerland entdecken: Unterwegs mit den Börde-Bausteinen zwischen Möhnesee, Bad Sassendorf und Soest



Der See glitzert in der Sonne, irgendwo hinter den Baumwipfeln ragt der Möhneseeturm in den Himmel, und nur wenige Stunden später spazieren wir durch blühenden Rhododendron und sitzen mit dunklem Bier und westfälischem Abendmahl mitten in der historischen Altstadt von Soest. Genau diese Mischung macht die Soester Börde im Norden des Sauerlandes so spannend: Natur, Genuss, Wellness und Geschichte liegen hier überraschend nah beieinander.

Entdeckt haben wir die Region auf einem Bloggertreffen mit den sogenannten Börde-Bausteinen. Besonderen Erlebnisangeboten rund um Möhnesee, Bad Sassendorf und Soest, die sich individuell kombinieren lassen. Mal aktiv, mal entspannt, mal kulinarisch. Und genau das macht den Reiz dieser Reise aus.

Lust, mich auf meiner kleinen Reise durch die Soester Börde zu begleiten?

Alle besuchten Orte, Sehenswürdigkeiten und Ausflugsangebote meiner Tour durch die Soester Börde im Sauerland, habe ich dir zum Abschluss des Artikels auch in einer übersichtlichen Karte markiert.

Wo genau im Sauerland war ich unterwegs?

Die Soester Börde liegt am nördlichen Rand des Sauerlandes. Mit einem Augenzwinkern könnte man sie auch als nördliches Tor zum Sauerland bezeichnen. Denn die Grenzen sind hier nicht immer ganz scharf gezogen, sondern verlaufen eher fließend. Touristisch wird die Region deshalb von der Sauerland-Tourismusregion mit einbezogen.

Für Einheimische wie für Gäste ist am Ende vor allem entscheidend, welche Erlebnisse sie vor Ort erwarten. Und genau in dieser Hinsicht ergänzen sich die angrenzenden Regionen wunderbar.

Tipp: Viele weitere Erlebnisse und Tipps für das Sauerland findest du auf dem Blog „Heimatliebe Sauerland“ von Tanja. Sie war auch bei unserer Bloggerreise dabei.

Was steckt hinter den Börde-Bausteinen?

Die Börde-Bausteine sind eine schöne Möglichkeit, die Region ganz individuell zu entdecken. Vom Möhnesee über Bad Sassendorf bis Soest lassen sich Erlebnisse nach Lust und Laune kombinieren.

Ganz nach dem Motto „Alle guten Dinge sind drei“ stehen an den drei Orten Kultur, Natur, Action, Wissenswertes, Wasser, Wald und Wellness zur Auswahl. Jeder Ort hat drei besondere Börde-Bausteine zusammengestellt, mit denen sich die Region auf unterschiedliche Weise entdecken lässt.

Das Konzept wurde ursprünglich für Gruppen entwickelt, die Programmpunkte werden aber auch regelmäßig zu festen Terminen in Soest, Bad Sassendorf und am Möhnesee angeboten.

Soest Altstadt bei einer Stadtfuehrung

Am Möhnesee: Wasser, Wald und Aussicht

Wir starten unsere Erkundungstour durch die Soester Börde an einem sonnigen Tag im Mai. Es ist einer dieser Frühlingstage, an denen die Luft schon nach Sommer riecht. Der See glitzert, ein leichter Wind geht über das Wasser, ein paar kleine Segelboote ziehen ihre Bahnen und die Sonnenstrahlen wärmen schon angenehm die Haut. Ich blinzle in das helle Licht und versuche mit der Hand über den Augen den Möhneseeturm auf der anderen Seeseite zu entdecken. Denn dorthin soll es heute noch zu Fuß gehen.

Gut zu wissen: Der Möhnesee wird auch liebevoll „Westfälisches Meer“ genannt. Der Stausee entstand ab 1908 mit dem Bau der Möhnetalsperre. Bis heute spielt der Möhnesee eine wichtige Rolle für die Trinkwasserversorgung im Ruhrgebiet.

Seegelboote frueh morgens auf dem Moehnesee

Wanderung zum Möhneseeturm

Über den Seepark und die Seeterrassen laufen wir hinunter ans Ufer und wandern ein Stück an der Wasserkante entlang. Vorbei geht es an einer Bootsanlegestelle, einem Spielplatz und der einen oder anderen Einkehrmöglichkeit, darunter die Pfeffermühle, in der wir an diesem Abend, nach der Wanderung, wunderbar essen werden.

Blick ueber den Moehnesee bis zum Moehneseeturm

Vom Seeufer in den Wald

An der Körbecker Brücke wechseln wir auf die andere Seeseite. Von der Mitte der Brücke aus eröffnet sich ein weiter Blick über den See. Auf der anderen Seite verändert sich das Landschaftsbild: Die Bäume säumen den Weg, der nun langsam bergauf in den Wald führt. Schautafeln am Wegesrand informieren über Flora und Fauna. Für Abwechslung sorgen immer wieder Fitness-Stationen, Aussichtspunkte und sogar ein versteckter Spielplatz.

Unterwegs in der Soester Boerde, Wanderung zum Moehneseeturm

Die Belohnung: Panoramablick über den See

Auf über 280 Metern Höhe, zwischen Büschen, Laub- und Nadelbäumen, erhebt sich schließlich der mehr als 40 Meter hohe Möhneseeturm fast majestätisch über die Baumkronen. Insgesamt führen 206 Treppenstufen hinauf. Oben angekommen wirst du mit einem fantastischen Rundumblick über den See und den Naturpark Arnsberger Wald belohnt. Dahinter liegen saftig grüne Wiesen, dazwischen gelbe Tupfer von Rapsfeldern und kleine, hübsche Dörfer. Am Horizont drehen sich Windräder gemächlich, während weiße Schäfchenwolken über den Himmel ziehen.

Nach dem Ausblick machen wir uns an den Abstieg. Für uns geht es über eine andere Schleife, also quasi als Rundwanderweg, wieder über die Körbecker Brücke und schließlich zurück zum Seepark am Möhnesee.

der Moehneseeturm ragt im Wald empor

Gut zu wissen: Wie wäre es mit einer Tages-Rundtour zu Fuß oder in Kombination mit dem Fahrrad? Auf jeden Fall lohnt es sich, das Torhaus am Möhnesee mit einzuplanen, die imposante Staumauer zu erkunden und im LIZ, dem Landschaftsinformationszentrum für Natur, Wasser, Kultur und Geschichte hinter der Möhnetalsperre, vorbeizuschauen. Über sanfte Hügel, Wiesen und Felder geht es anschließend zurück zu den Seeterrassen. Die komplette Strecke umfasst rund 17 Kilometer.

Ausblick ueber den See in der Soester Boerde vom Moehnesseturm

Schifffahrt mit der MS Möhnesee zur Staumauer

Ein ganz besonderes Erlebnis ist auch die Fahrt mit der MS Möhnesee direkt zur imposanten Staumauer. Der Stausee entstand durch den Bau der Möhnetalsperre zwischen 1908 und 1912. Seitdem hat sich rund um den See viel verändert.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden nicht nur Brücken gesprengt, sondern mit Hilfe einer Rollbombe auch große Teile der Staumauer zerstört. Das Ereignis ging als „Möhnekatastrophe“ in die Geschichtsbücher ein. Die anschließende Flutwelle kostete Hunderte Menschen das Leben. In Rekordzeit wurde die Mauer wieder aufgebaut.

Heute ist sie nicht nur eine der größten Staumauern Deutschlands und Lieferantin klimaneutral erzeugten Stroms, sondern auch ein geschütztes Kulturdenkmal.

Ablegestelle fuer das kleine Shuttleboot zur MS Moehnesee
Ablegestelle fuer das kleine Shuttleboot zur MS Moehnesee

Andocken auf dem See

An Bord der MS Möhnesee geht es vom Anleger in Hevetal oder in Delecke los. Ein besonderes Highlight ist der Zustieg in Körbecke: Dort startet ein kleines Shuttleboot, das mitten auf dem See an die MS Möhnesee andockt und so den Passagieren den Umstieg ermöglicht. Dabei bleibt die Staumauer natürlich immer im Blick.

Vom Schiff auf die Staumauer

Angekommen an der Staumauer geht es zunächst im Rahmen einer Führung zu Fuß über die Mauer und anschließend sogar hinein in die Staumauer. Erklärt werden dabei die Geschichte, die Technik sowie die Hintergründe und die Bedeutung dieses beeindruckenden Bauwerks. Darüber hinaus vermittelt die Führung Wissen über Wasserwirtschaft, Ingenieurkunst und den ökologischen Einfluss auf die Region.

Während wir an unserem Tag am Möhnesee das Ausflugsschiff vom Möhneseeturm aus verfolgt haben, war Milos von Trendlupe an Bord von Shuttle- und Ausflugsschiff unterwegs, um über den ruhigen See zu gleiten, später auf der Staumauer zu spazieren und natürlich einen Blick ins Innere zu werfen. Auf seinem Blog findest du deshalb einen ausführlichen Bericht zur Tour mit vielen spannenden Hintergrundinformationen zur Staumauer. Mehr Informationen zur Möhnesee-Schifffahrt findest du ebenfalls online. Du kannst für die MS Möhnesee übrigens auch deine Ruhrtopcard nutzen.

Ausblick vom Moehneseeturm ueber den Moehnesee in der Ferne ist die MS Moehnesee zu sehen
In der Ferne ist die MS Moehnesee auf dem See zu sehen (hinter der Brücke)

Obsthof Abel: Besuch im Hofladen und auf den Plantagen

Ein Besuch im Hofladen des Obsthofes Abel ist von Montag bis Samstag zwischen 9 und 18 Uhr möglich, im Sommer hat der Hofladen auch sonntags geöffnet. Christoph Abel, der Inhaber dieses kleinen Idylls, hat mit dem Hof seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Er baut nicht nur Obst an und erntet es, sondern veredelt auch Obstgehölze, die zu ausgewählten Terminen ebenfalls auf dem Hof gekauft werden können.

Im Hofladen werden verschiedene Obstsorten angeboten. Dazu kommen Marmeladen, Honig, Apfelsaft aus eigener Herstellung und weitere regionale Produkte, zum Beispiel Käse aus der Hof-Käserei Wellie. Wer mag, kann auf den Plantagen des Obsthofes Abel auch selbst Obst und Früchte ernten, zum Beispiel Äpfel, Birnen, Himbeeren, Johannisbeeren, Sauerkirschen und Zwetschgen.

Tipp: Wer Möhnesee und alles rund um den Stausee spielerisch entdecken möchte, sollte auch einen Blick auf die registrierten Routen und Bounds in der Actionbound-App werfen.

Moehnesee in der Soester Boerde mit der Actionbound entdecken

Übernachten am Möhnesee: Hotel Haus Griese

Du willst länger am Möhnesee bleiben? Rund um das Seeufer findest du verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten: Hotels, Ferienwohnungen, eine Jugendherberge oder auch Wohnmobilstellplätze.

Bei unserem Ausflug an den Möhnesee haben wir im reizenden Haus Griese übernachtet, mit direktem Blick auf den terrassenförmig angelegten Seepark und den See. Das familiengeführte Hotel verfügt neben gemütlichen Zimmern über eine Bar und ein Restaurant mit frischer Genussküche. Übernachtungen im Haus Griese am Möhnesee werden ab etwa 70 Euro pro Person angeboten.

Hier findest du alle Übernachtungsmöglichkeiten und Unterkünfte am Möhnesee.

Moehnesee Hotel Haus Griese
Hotel Haus Griese am Moehnesee

Bad Sassendorf: Kur, Sole & Wellness

Vom Möhnesee führt unsere Reise weiter durch leuchtend gelb blühende Rapsfelder und über kurvige Straßen bis in den hübschen Kurort Bad Sassendorf. Im Heilbad, rund um den erlebnisreichen Kurpark, dreht sich auch bei den Börde-Bausteinen vieles um Wellness und Wohlgefühl. Dazu gehören eine Runde Seeluft am Gradierwerk, ein Spaziergang durch den Rhododendron- oder Rosengarten und natürlich ein Sprung ins Solewasser der Börde Therme.

Gut zu wissen: Im Mai blüht der Rhododendronpark in voller Pracht. Von Juni bis September steht der Rosengarten im Bad Sassendorfer Kurpark in voller Blüte.

Im Rhododendronpark im Kurpark von Bad Sassendorf

Abtauchen in der Börde Therme Bad Sassendorf

Kein klassischer Börde-Baustein, aber für Wellnessfans definitiv Pflichtprogramm, ist der Besuch in der Börde Therme Bad Sassendorf. Ein paar Bahnen im wohltuenden Solewasser ziehen, in der schön angelegten Saunalandschaft mit dem verwinkelten Wellnessgarten schwitzen, verschiedene Erlebnissaunen entdecken oder in der Sole-Grotte entspannen, in der Börde Therme Bad Sassendorf kommt man schnell herunter.

Boerde Therme Bad Sassendorf

Besonderes Highlight: Schwitzen im Gradierwerk

Die liebevoll gestaltete Therme bietet jede Menge Entspannung. Besonders in den Wintermonaten oder bei Schietwetter ist sie die perfekte Alternative zu klassischen Outdoorprogrammen. Ein besonderes Highlight ist das Erlebnisgradierwerk, das zur einen Hälfte frei zugänglich im Kurpark steht und zur anderen Hälfte nur über den Saunagarten der Therme betreten werden kann. Dort befinden sich auch eine Sauna und ein gemütlicher Ruheraum mit Schaukelliegen und Salz auf dem Boden.

Lies dazu auch unbedingt meinen umfangreichen Artikel „Mein entspannter Tag in der Börde Therme Bad Sassendorf“ (folgt in Kürze).

Sauna im Gradierwerk in der Boerde Therme Bad Sassendorf

Seeluft schnuppern am Gradierwerk und durch den Kurpark flanieren

Schon das Design des Gradierwerks ist aussergewöhnlch und ein echter Hingucker. Weit weg vom Meer versprüht das Erlebnis-Gradierwerk von Bad Sassendorf maritime Seeluft und wohltuende Aerosole. Wer die gute Luft einatmen möchte, nimmt Platz auf einer der Bänke oder spaziert direkt durch das Gradierwerk. Unterschiedliche Ebenen und Balkone hinter den Schwarzdornwänden laden dazu ein, während das solehaltige Wasser über die Zweige in die Tiefe plätschert.

Tipp: Im Sommer laden jeden Sonntag von 15.30 Uhr bis 17 Uhr Konzerte am Gradierwerk zu doppelter Entspannung ein. Dann kannst du der Musik lauschen und gleichzeitig die frische Seeluft genießen. Lust auf noch mehr Bewegung? Fast täglich lädt der Kurpark in Bad Sassendorf zu unterschiedlichen Aktivitäten ein: Tanzen, Mama-Fit, Yoga, Alpaka-Spaziergänge, Qi Gong und Bewegung im Grünen. Einfach vor Ort sein und direkt mitmachen.

Im Erlebnisgradierwerk in der Therme in Bad Sassendorf in der Soester Boerde
Yoga am Gradierwerk in Bad Sassendorf

Willkommen im Kurpark 3.0

Mit der Umgestaltung des Kurparks hat sich Bad Sassendorf am Leitmotiv Interaktion, Inklusion und Präsentation orientiert. Entstanden ist ein Park, der verschiedene Generationen einlädt, gemeinsam im Grünen zu entspannen. Dafür wurden kleine lauschige Ecken zum Verweilen, ein Barfußpfad, der direkt durch die muntere kleine Rosenau führt, ein Niedrigseilgarten und ein Natur-Fitness-Park geschaffen. Markierungen leiten Menschen mit Sehbedinderung sicher zur den Park und viele Elemente im Kurpark wurden auch so gebaut, dass sie für Menschen mit Gehbehinderungen und körperlichen Beeinträchtungen nutzbar sind (z. B. Bänke in unterschiedlicher Höhe).

Zudem wird der Kurpark auch künftig mit neuen Ideen und Elementen weiterentwickelt, um sowohl für Anwohner als auch für Urlauber und Patienten der Kliniken vor Ort ein liebevoll gestalteter Treffpunkt und Aufenthaltsort zu sein und zu bleiben.

Bloggertreffen Sauerland Bad Sassendorf Kurpark

Westfälische Salzwelten: Wellness-Labor und WürzWerkstatt

Auf den ersten Blick sind die Westfälischen Salzwelten ein interaktives Museum rund um das Salz. Dort wird sehr anschaulich gezeigt, woher das Salz stammt, unter welchen anstrengenden Bedingungen es einst abgebaut und verarbeitet wurde und wie es früher wie heute genutzt wird.

Doch die Salzwelten bieten noch mehr: eine WürzWerkstatt und ein Wellness-Labor. In der Werkstatt kann man zu ausgewählten Terminen sein eigenes Gewürzsalz herstellen, im Labor werden unter anderem Salzpeelings oder Seifen hergestellt. Ergänzend gibt es in den Westfälischen Salzwelten auch Themenführungen zu den Naturheilmitteln Sole und Moor.

In den Westfaelischen Salzwelten in der Soester Boerde

Herstellung meiner eigenen Seife

Bei meinem letzten Besuch habe ich unter Anleitung meine eigene Seife hergestellt, die aktuell noch in einer Ecke meines Schlafzimmers zu Hause reift. Bevor wir allerdings Duft und Farbe in die Natronlauge rühren durften, mussten wir uns in weiße Kittel hüllen, Schutzbrillen aufsetzen und vor allem Gummihandschuhe tragen. Ich muss wohl nicht extra erwähnen, dass wir bei der gemeinsamen Seifenherstellung sehr viel Spaß hatten.

Du hast Lust auf noch mehr Erlebnisse, Übernachtungstipps und Ausflüge in und rund um Bad Sassendorf? Dann lies auch meinen Artikel „Bad Sassendorf: Sehenswürdigkeiten, Sole & Wellness im Norden des Sauerlandes“. Hier findest du alle Übernachtungsmöglichkeiten in Bad Sassendorf.

Im Labor in den Westfaelischen Salzwelten ein Teil der Boerde Bausteine in der Soester Boerde

Soest: Fachwerk, Festung und Safari mal anders

Alle guten Dinge sind drei. Passend dazu geht unsere Reise weiter von Bad Sassendorf nach Soest. Das Städtchen mit seiner mittelalterlichen Fachwerk-Altstadt, den verwinkelten Gassen, Kopfsteinpflasterstraßen und der gemütlichen Gastronomie hat mich bei meiner Reise in die Region besonders überrascht.

Soest bietet die perfekte Ergänzung zur Natur am Möhnesee und zum entspannten Wellness-Angebot in Bad Sassendorf. Das heißt allerdings nicht, dass es hier weniger entspannt zugeht. Im Gegenteil: Die alten Fachwerkgiebel strahlen eine ganz besondere Atmosphäre aus. Hier scheint die Zeit tatsächlich ein wenig stehen geblieben zu sein. Warum das so ist, erkläre ich jetzt gleich ausführlich!

Unterwegs in der Altstadt von Soest in der Soester Boerde

Menü-Safari durch die Soester Altstadt

Um die Altstadt von Soest zu erkunden, haben wir eine ganz besondere Safari gebucht. Die Menü-Safari führt zu unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten in Soest und darüber hinaus in traditionsreiche Restaurants. Insgesamt stehen vier verschiedene Gänge in vier verschidedenen Restaurants auf dem Programm.

Stopp im Brauhaus Zwiebel

Unsere erste Station ist das über 400 Jahre alte urige Brauhaus Zwiebel. Wegen des fantastischen Sommerwetters mitten im Frühling nehmen wir draußen im Biergarten Platz und freuen uns über ein kühles helles Bier aus der eigenen Brauerei. Lange warten müssen wir nicht, dann steht schon das zweite Bier auf dem Tisch, dieses Mal ein dunkles. Dazu gibt es ein westfälisches Abendmahl auf einem Holzbrett mit Pumpernickel, Schinken und kleiner Salatbeilage.

Gut zu wissen: Das Brauhaus Zwiebel kann auch im Rahmen der Börde-Bausteine mit einer Brauereiführung, Bierverkostung und kleiner Stadtführung gebucht werden.

Im Herzen der Altstadt: Einkehr in den Ratskeller

Gut gestärkt geht es weiter durch die kleinen Gassen der malerischen Altstadt. Begleitet wird der Spaziergang von spannenden Anekdoten zur über tausendjährigen Stadtgeschichte, bis wir schließlich vor dem Ratskeller St. Georg stehen. Dort erwartet uns eine westfälische Kartoffelsuppe, bevor es weitergeht durch die historische Altstadt, vorbei an vielen Baudenkmälern, Kirchen und eindrucksvollen Profanbauten.

Westfaelische Kartoffelsuppe auf der Soester Menue Safari im Ratskeller Soest

Im Wilden Mann gehts gesellig zu

Mit viel neuem Wissen über Soest kehren wir anschließend im Restaurant „Im wilden Mann“ ein. Die Stimmung im über 400 Jahre alten Gasthaus ist gesellig, der Service freundlich und gut gelaunt. Serviert wird uns eine Roulade mit viel Soße, dazu Kartoffelstampf und buntes Frühlingsgemüse. Als wir wieder vor die Tür treten, ist es dunkel geworden. Die beleuchtete Altstadt mit ihren vielen Fachwerkbauten wirkt fast märchenhaft, und so verwundert es nicht, dass wir bis zum nächsten und letzten Gang im Pilgrimhaus, dem ältesten Gasthaus in Westfalen, noch ein wenig Zeit für Fotos einplanen.

Abendlicher Spaziergang durch Soest im Rahmen der Soester Menue Safari

Einkehr im ältesten Gasthaus Westfalens

Im Pilgrimhaus angekommen, bestaunen wir zunächst die Einträge im Pilgerbuch am Eingang. Denn wie der Name schon vermuten lässt, liegt das Haus direkt an einem Pilgerweg. Danach wird uns zwischen meterdicken Bruchsteinwänden und liebevoll gesammelten Einrichtungsgegenständen ein ganz besonderes Dessert serviert: Pumpernickel-Parfait. Der Geschmack ist leicht herb, dazu gibt es warme Preiselbeeren und Schlagsahne. Wer danach noch Lust hat, gönnt sich zum Abschluss einen St. Pilgrims Sprungtropfen oder den im alten Eichenfass gelagerten Magenbitter „Simplicius“.

Tipp: Ein weiterer Börde-Baustein und eine schöne Alternative zur Menü-Safari in Soest ist die Führung „Genüssliches Soest“ mit Röst-Vorführung und Kaffee-Verkostung.

Soester Stadtwall & das Geheimnis des Grünsandsteins

Soest ist eine Stadt mit jeder Menge Geschichte im Gepäck. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die Stadt weit über 1.000 Jahre alt ist. Einst bedeutende Hansestadt, schon durch ihre Lage am westfälischen Hellweg, Vorbild im Stadtrecht und Schauplatz der Soester Fehde von 1444 bis 1449, bei der sich die Stadt vom Kölner Bischoff lossagte. Die Auseinandersetzung gewann Soest zwar, doch wurde die Stadt danach wirtschaftlich stark beeinträchtigt. Wahrscheinlich ist die vorübergehende schlechte wirtschaftliche Lage dafür verantwortlich, dass die heutige Soester Altstadt so fabelhaft erhalten ist. Denn es war einfach kein Geld da, um die Altstadt entsprechend damaliger moderner Umgestaltung zu erneuern. Was für ein Glück, denn die Soester Altstadt, mit ihrem eindrucksvollen Stadtwall und den Überresten der Stadtmauer, den ehemaligen Toren, Türmen und vor allen Dingen dem malerischen Fachwerkkern ist ein echtes Juwel.

Auf dem Stadtwall in Soest mit dem Kattenturm

Grünes Soest

Ein Hingucker und wohl das Markenzeichen der Stadt ist der markante Grünsandstein, der in vielen Gebäuden der Stadt und auch im Stadtwall verbaut wurde. Bei unserem Spaziergang auf dem Wall, er gilt übrigens als die längste mittelalterlich erhaltene Wallmauer Deutschlands, spazieren wir tatsächlich an vielen Gebäuden mit dem herrlich grünen Schimmer vorbei.

Grün ist auch der schön angelegte Gürtel rund um die Stadt, der zum Relaxen, picknicken und spazieren einlädt.

Unterwegs auf dem Stadtwall in Soest

Gut zu wissen: Den Stadtwall von Soest ließ der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg um 1180 erbauen. Damals umschloss er die komplette Stadt; auch heute ist ein großer Teil noch erhalten. Der Wall wird oft mit der Mauer der italienischen Stadt Lucca verglichen, auf der ich ebenfalls schon unterwegs war.

Der Kattenturm auf dem Wall, der letzte von einst 28 Wehrtürmen, wurde ebenfalls aus Grünsandstein gebaut. Der Stein kam auch beim Bau von Kirchen, Fachwerkhäusern und im Osthofentor zum Einsatz, in dem heute ein Museum untergebracht ist.

Insgesamt stehen im Altstadtkern von Soest übrigens über 600 Gebäude unter Denkmalschutz. Hättest du das gedacht?

Kattenturm in Soest auf dem Wall

Soest ist auch die Stadt der 7 Kirchen

Einen besonderen Blick solltest du unbedingt auf die St.-Petri-Kirche werfen; sie gilt als älteste Kirche Westfalens. Die St.-Maria-Kirche zählt zu den schönsten spätgotischen Hallenkirchen Deutschlands. Bei unserem Spaziergang auf dem Wall haben wir außerdem einen besonders guten Blick auf Alt St. Thomä mit seinem schiefen Turm. Im Herzen der Altstadt, gleich neben dem Rathaus erhebt sich wiederum der mächtige Turm von St. Patrokli, der auch „Turm Westfalens“ genannt wird.

Wir verlassen kurz den Stadtwall, um einen Blick in das Burghofmuseum zu werfen. Das Ensemble liegt in einem idyllischen kleinen Garten und besteht aus einem ehemaligen Patrizierhaus von 1559 sowie einem romanischen Haus aus der Zeit um 1200, das als eines der ältesten erhaltenen Wohnhäuser zwischen Rhein und Weser gilt.

Tipp: Du willst Soest auf eigene Faust erleben und die interessantesten Sehenswürdigkeiten der Stadt entdecken? Dann lade dir unbedingt die SoesTour-App herunter.

Burghofmuseum in einem alten Patrizierhaus in Soest

Übernachten in Soest: Hotel Susato

In Soest gibt es so viel zu entdecken, dass ein Tagesausflug eigentlich kaum ausreicht, um die Stadt richtig kennenzulernen. Wenn du also länger bleiben möchtest, findest du in Soest verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten, von modern bis historisch. Dazu kommen Ferienwohnungen, Wohnmobilstellplätze und Pensionen.

Bei unserem Trip nach Soest haben wir im Hotel Susato übernachtet. Das Hotel liegt sehr zentral, direkt neben der Stadthalle und mit Blick auf den Wall. Hinter dem Haus steckt nicht nur eine moderne Herberge mit klimatisierten Zimmern, Restaurant, Bar und Sauna, sondern auch ein Inklusionskonzept. So sind einige Zimmer rollstuhlgerecht und barrierefrei eingerichtet, weitere Zimmer sind zusätzlich für Menschen mit Hör- und Sehbeeinträchtigungen ausgestattet. Außerdem schafft das Hotel Arbeits- und Ausbildungsplätze für Menschen mit Behinderung. Übernachtungen im Hotel Susato werden ab etwa 75 Euro pro Person angeboten.

Hier findest du alle Übernachtungsmöglichkeiten in Soest.

Soest Hotel in der Naehe vom Stadtwall

Lohnt sich ein Ausflug in die Soester Börde?

Touristisch zählt die Soester Börde zum Sauerland. Und ganz unabhängig von Grenzfragen hat mich die Region absolut überrascht. Die Vielfalt sorgt für abwechslungsreiche Erlebnisse und Ausflüge. Hier ist wirklich für jeden etwas dabei.

Ganz ehrlich: Ein Wochenende in der Soester Börde hat bei Weitem nicht gereicht, um alles zu besuchen und zu unternehmen, was ich mir vorgenommen hatte. Das heißt im Umkehrschluss: Das war ganz sicher nicht mein letzter Besuch am Möhnesee, in Bad Sassendorf und in Soest.

Bei meinem nächsten Besuch möchte ich zum Beispiel selbst mit einem Boot oder SUP auf den Möhnesee hinausfahren und mir noch ein paar Wanderwege rund um Möhnesee und Bad Sassendorf vornehmen. Für Soest stehen auf meiner Liste auf jeden Fall noch das Grünsandsteinmuseum und auch das Museum „Liebesleben“.

Wäre eine Reise in die Region auch was für dich?

Der Stadtwall mit Stadtmauer in Soest bei Nacht

Offenlegung: Ich habe Möhnesee, Bad Sassendorf und Soest im Rahmen eines Bloggertreffens erkundet. Die Reise habe ich gemeinsam mit den Orten + Sauerland Tourismus geplant. Im Mittelpunkt standen gemeinsame Ausflüge, Austausch, Netzwerken und Workshops. Ich berichte hier aber natürlich immer authentisch und unabhängig von meinen Erlebnissen und Reisen.



Tanja Klindworth

Hier schreibt Tanja Klindworth

Tanja Klindworth ist nicht nur das Herz der SPANESS-Redaktion. Sie schreibt darüber hinaus auch für andere Blogs, Webseiten, Reise- und Fachmagazine. Ob online oder als Print-Variante. Ihre Fachbereiche sind: Wellnesstrends, Gesundheit, Urlaub und Reise. Zusätzlich ist sie auch als Reisebloggerin tätig.

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