Wenn die Nahrungsaufnahme zur fixen Idee wird +++ Was ist Orthorexie?
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Was ist eigentlich Superfood?!

Wenn die Nahrungsaufnahme zwanghaft wird…

Vegan, Vegetarisch, Low Carb, Fasten oder Diät. Auch wir haben so einige der genannten Ernährungsformen schon für euch getestet, denn wenn es um Wellness geht, dann ist der eine oder andere dieser Begriffe wohl nicht mehr wegzudenken. Wir sprechen von Superfood oder gesunder und ausgewogener Ernährung. Doch was tun, wenn…

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Wenn die Nahrungsaufnahme zwanghaft wird…



Vegan, Vegetarisch, Low Carb, Fasten oder Diät. Auch wir haben so einige der genannten Ernährungsformen schon für euch getestet, denn wenn es um Wellness geht, dann ist der eine oder andere dieser Begriffe wohl nicht mehr wegzudenken. Wir sprechen von Superfood oder gesunder und ausgewogener Ernährung. Doch was tun, wenn das Essverhalten zur Besessenheit wird?

Der Kopf isst mit!

Tellergericht
Ist das gesund?

Zugegeben, Besessenheit ist vielleicht ein leicht übertriebender Begriff. Doch immer mehr Menschen beschäftigen sich sehr intensiv mit dem Thema Nahrungsaufnahme. Was ist gesund für mich? Was ist gesund für meinen Körper? Was läßt mich jünger aussehen? Gibt es Lebensmittel, die einer Krankheit tatsächlich vorbeugen? Darf ich überhaupt nocht etwas Ungesundes essen, wie z.B. Pommes oder Pizza? Wie ungesund sind denn diese Lebensmittel wirklich? Fragen über Fragen – und das sind nur einige Fragen, die sich Menschen stellen, die sich übrtrieben mit der Ernährung auseinandersetzen. Mittlerweile gibt es für dieses krankhafte Gesund-Essen sogar einen medizinischen Fachbegriff „Orthorexia nervosa“ – obwohl es noch nicht als Krankheit anerkannt ist. Menschen die darunter leiden, heißen Orthorektiker. Eine kleine Studie belegt, dass in Deutschland wohl bereits 2 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Der größte Teil der Betroffenen ist eher jung – unter 35 Jahre. Wer nun denkt, es ist eher das weibliche Geschlecht, der irrt. Männer sowie Frauen sind anscheinend gleichermaßen gefährdet. Die bisherigen Studien gehen auch davon aus, dass Menschen, die sich jetzt schon speziell ernähren (z.B. vegan) eher von dem Syndrom erfasst werden können. Denn oft ist es ein Prozess. Ausgelöst, durch eine am Anfang harmlose Ernährungsumstellung und damit verbunden „gute“ Erfahrungen – wie z.B. Verlust von Gewicht oder das Gefühl sich fitter zu fühlen.

Essen sollte gesund und lecker sein

Bunter Salat
Was ist eine gesunde Ernährung?

Sicherlich ist es gut, sich gesund zu ernähren. Denn eine Tatsache ist es nun einmal auch, dass das Übergewicht in unserer Gesellschaft immer mehr zunimmt. Dadurch steigt auch die Zahl an verschiedenen Erkrankungen. Doch ab und zu, sollte man dem Körper auch mal was gönnen. Denn auch Fette und Kohlenhydrate werden eben doch benötigt. In Maßen heißt, wie immer, das Zauberwort. Es sollten nicht zum Schluß alle Gedanken ums Essen kreisen.

Fitfood
Fitfood?!

Menschen mit dieser Art – ja nennen wir es mal Essstörung – beschäftigen sich intensiv mit der Beschaffung der richtigen Nahrungsmittel, sie denken viel über das Essen nach und erstellen vielleicht auch Speisepläne. Oft spielt der Geschmack keine Rolle mehr, sondern es geht nur um den Inhalt, um den angeblichen Gesundfaktor der Nahrung. Sündigt ein Orthorektiker dann doch einmal (was wahrscheinlich eher selten vorkommt) dann wird dieser Mensch von Schuldgefühlen geplagt. Eine Sünde ist dann übrigens alles das, was der Gesundheit nicht zuträglich erscheint wie z.B. Fastfood, zuckerhaltige Getränke oder Süßigkeiten. Die Menschen, die unter einem solchen Krankheitsbild leiden, können oft leider nur nicht erkennen, was gesund und vor allen Dingen ausgewogen ist. So haben Orthorektiker angegeben, dass sie sich z.B. nur noch von Obst ernährt haben. Eine solche Ernährung kann natürlich zum Schluss auch zu echten Mangelerscheinungen führen.

Was heißt Orthorexie?

Viele Menschen
Immer mehr Menschen leiden unter Orthorexie

Der Begriff für diese Art von Essstörung wurde erst 1997 geprägt. Das Krankheitsbild war aber nicht neu. Doch hat die Zahl der Betroffenen eben durch äußere Einflüsse wie z.B. Lebensmittelskandale, Krankheiten, Übergewicht etc. zugenommen. Das Wort Orthorexie kommt aus dem griechischen (wie so einige Begriffe). Es setzt sich aus zwei Begriffen zusammen. Übersetzt heißt es Ortho = richtig und orexis = Appetit. Den Begriff Orthorexie nutzte der Artz Steven Bratman erstmalig. Dieser besagte Arzt hat auch einen Gefährdungs-Test entwickelt. Nachfolgend haben wir hier mal die Fragen aus seinem Test aufgeführt. Wer mehr als drei Fragen mit „Ja“ beantworten kann, ist laut seiner Einschätzung gefährdet.

  • Denkst du mehr als drei Stunden pro Tag über deine Ernährung nach?
  • Planst du deine Mahlzeiten mehrere Tage voraus – gibt es also einen Essensplan?
  • Gehst du in letzter Zeit strenger mit dir um, wenn es um deine Ernährung geht?
  • Steigert sich dein Selbstwertgefühl durch die Aufnahme von „gesunder“ Ernährung?
  • Isst du ungern auswärts – aus Angst, falsche Lebensmittel zu dir zu nehmen?
  • Fühlst du dich schuldig, wenn du vermeintlich falsche Lebensmittel isst?
  • Macht es dich glücklich und hast du ein „gutes“ Kontroffgefühl, wenn du dich „gesund“ ernährst?
  • Was ist dir am wichtigsten an deinem Essen – nicht lecker steht im Vordergrund, sondern Hauptsache gesund?!
  • Hast du in letzter Zeit das Gefühl, dass durch dein Essverhalten deine Lebensqualität eingeschränkt wird?
  • Verzichtest du in letzter Zeit verstärkt auf Nahrung, die dir schmeckt – aber eben nicht gesund scheint?

Für Menschen, die unter Orthorexie leiden, könnte man es mit einer Art von Religion vergleichen. Denn oft versuchen diese Menschen, andere Menschen von dieser Art der Ernährung ebenfalls zu überzeugen. Denn die Überzeugung von der „eigenen“ Ernährungsform spielt hier natürlich eine große Rolle.

Natürlich gibt es auch für diese Menschen bereits Beratungsstellen in Deutschland. Doch wie auch bei anderen Essstörungen erkennen diese Personen oft nicht, dass sie unter einer Störung leiden. Hilfe und Beratung sind auch im Internet zu finden z.B. hier.

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Tanja Klindworth

Hier schreibt Tanja Klindworth

Tanja Klindworth ist nicht nur das Herz der SPANESS-Redaktion. Sie schreibt darüber hinaus auch für andere Blogs, Webseiten, Reise- und Fachmagazine. Ob online oder als Print-Variante. Ihre Fachbereiche sind: Wellnesstrends, Gesundheit, Urlaub und Reise. Zusätzlich ist sie auch als Reisebloggerin tätig.

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