Schmallenberg im Sauerland: Wasser, Luft und grüne Hügel – und was das mit gesundem Urlaub zu tun hat
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Schmallenberg im Sauerland: Wasser, Luft und grüne Hügel – und was das mit gesundem Urlaub zu tun hat
Tanja Klindworth
Schmallenberg ist nicht einfach nur ein hübsches Sauerland-Städtchen. Die Stadt ist mit ihren zahlreichen Ortsteilen die flächenmäßig größte Kommune Nordrhein-Westfalens und es gibt verschiedene Heilmittel
Schmallenberg im Sauerland: Wasser, Luft und grüne Hügel – und was das mit gesundem Urlaub zu tun hat
Waldige Hügel, saftige Wiesen, kleine Fachwerkdörfer und ein riesiges Netz an Wanderwegen: Schmallenberg im Sauerland steht für natürliche Vielfalt. Dazu kommt der malerische Stadtkern mit weiß geputzten Fachwerkhäusern, dunklen Schieferdächern, schmalen Straßen und engen Gässchen. Schon dieser Mix aus Natur, Architektur und viel Ruhe fühlt sich für mich nach einer ziemlich guten Portion Wohlbefinden an.
Schmallenberg ist dabei nicht einfach nur ein hübsches Sauerland-Städtchen. Die Stadt ist mit ihren zahlreichen Ortsteilen die flächenmäßig größte Kommune Nordrhein-Westfalens. Trotzdem hat sich gerade der historische Ortskern seinen gemütlichen, fast dörflichen Charakter bewahrt. Und auch außerhalb der Kernstadt gibt es jede Menge zu entdecken und zu erleben.
Schmallenberger Sauerland: Kurorte, Heilklima und ganz viel Natur
Zum Schmallenberger Sauerland gehören zahlreiche Ortsteile und kleine Orte, die ganz unterschiedliche Facetten rund um Gesundheit, Erholung und Natur bieten. Bad Fredeburg ist als Kneipp-Heilbad prädikatisiert, Grafschaft als heilklimatischer Kurort. Schmallenberg, Nordenau, Eslohe, Westfeld und Wenholthausen sind als Luftkurorte ausgewiesen.
Verantwortlich für dieses Gesundheitsprofil ist natürlich nicht nur das Mittelgebirgsklima, sondern vor allem die Kombination aus Wald, Wiesen, Bewegung und einer Landschaft, die sich hervorragend dazu eignet, einmal aus dem Alltag auszusteigen.
Im Schmallenberger Sauerland gibt es deshalb viele Möglichkeiten, auch im Urlaub ganz natürlich etwas für Erholung und Gesundheitsförderung zu tun. Dazu gehören Kneipp-Angebote, geführte Wanderungen, Aktivitäten in der Natur und regionale Ernährung. Ergänzt wird das Ganze durch Wellnesshotels, Spas und unterschiedliche Anwendungen. Der Urlaub lässt sich dadurch ziemlich individuell zusammenstellen. Ob aktiv, entspannt oder eben irgendwo dazwischen.
Gut zu wissen: Durch die Region führt auch der Sauerland-Höhenflug. Der zertifizierte Qualitätswanderweg verbindet auf knapp 250 Kilometern die Bereiche rund um Altena und Meinerzhagen mit Korbach. Die Route verläuft weitgehend über Bergkämme und bietet immer wieder weite Ausblicke, schmale Pfade, Moore und Heiden.
Schon mal von den Golddörfern gehört?
Wie gepflegt und pittoresk die Region ist und wie aktiv sich viele Dörfer mit ihrer Zukunft auseinandersetzen, zeigen die Auszeichnungen aus dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, der früher unter anderem unter dem Namen „Unser Dorf soll schöner werden“ bekannt war. Die ausgezeichneten Orte sind heute als Golddörfer bekannt. Wer Lust hat, kann sie mit ihren schmucken Fachwerkhäusern, blühenden Gärten und typischen sauerländischen Landschaften auf verschiedenen Golddorf-Routen erwandern. Eine davon ist die Golddorf-Route Oberkirchen, auf der ich zum Teil selbst unterwegs war.
Wandern rund um Oberkirchen: Nebel, Wald und ein ziemlich geheimnisvoller Hexenplatz
Meine Wanderung an einem doch eher durchwachsenen Spätsommertag starte ich am Vormittag vor der schmucken Fachwerkfassade des Landhotels Gasthof Schütte, direkt im Ortskern von Oberkirchen.
Von hier aus beginnen verschiedene Wanderwege. Dazu gehören beispielsweise der Hartmecketalweg mit rund acht Kilometern, die kleine Fotoroute „Dorf im Fokus“ oder eben die Golddorf-Route mit rund 15,5 Kilometern. Die Runde gilt als anspruchsvoll, naturnah und aussichtsreich.
Meine Wanderung führt erst einmal hinaus aus dem Ort, vorbei an hübschen Häusern mit blühenden Vorgärten. Am Ende des Dorfes geht es über einen schmalen Naturpfad bergauf. Nach einem kleinen Stück Wald öffnet sich vor mir plötzlich eine weite Wiesenlandschaft. Nebel hängt verheißungsvoll in den Baumwipfeln und gibt der vor mir liegenden Landschaft eine fast mystische Szenerie.
Links und rechts des Weges blüht sogar noch etwas Heide. Die Sonne versucht sich an diesem Morgen immer wieder durch die dichte Wolkendecke zu drängen. Fast wirkt es wie kleine Blitze, die am Himmel tanzen. So sehr ich gerade diese mystische Stimmung und den schweren Dunst des Nebels auf den Grashalmen und Moosen genieße, so sehr hoffe ich doch auch auf etwas Sonne. Einfach, um die Landschaft noch einmal in einem anderen Licht sehen zu dürfen und vielleicht doch noch ein paar wohltuende Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren.
Nach einer Weile biegt der Weg wieder in den dichten Wald ab. Ein Stück der Tour bestimmen jetzt Tannen das Bild, die nicht viel Licht in den Wald lassen. Ich bin ganz alleine unterwegs. Hier und da knackt es im Unterholz, ansonsten ist es erstaunlich still. Der Nebel scheint jedes Geräusch zu verschlucken.
Die Stimmung ändert sich allerdings abrupt, als ich die Tannen hinter mir lasse und wieder Laubbäume den Wald dominieren. Erstes buntes Laub auf den Wegen zeigt ganz deutlich: Bis zum Herbst ist es jetzt nicht mehr weit. Der Nebel ist gewichen und die Sonne versucht noch immer, sich durch Wolken und Baumkronen zu stibitzen. Gleichzeitig liegt Regenduft in der warmen Luft. Das scheint auch die Vogelwelt zu wecken. Auf dem letzten Kilometer ist deutlich mehr Vogelgezwitscher zu hören. Ich blicke empor in das grüne Blätterdach und lausche dem leichten Wind in den Baumkronen.
Links und rechts des Weges wiegt sich der Farn im lauen Lüftchen, kleine Wassertropfen liegen auf den filigranen Blättern. Dort, wo der Wald lichter wird, zeigen sich wieder Heide und Moos. Ich atme tief ein und aus und glaube bereits Pilzgeruch aus dem Unterholz wahrzunehmen.
Hinter einer Kurve erscheinen plötzlich zwei weitere Wanderer. Wir grüßen uns freundlich und dann sind sie auch schon wieder verschwunden. Es sollte bei dieser Tour übrigens die einzige Begegnung mit anderen Menschen bleiben.
Wieder ändert der Wald sein Gesicht. Dieses Mal sind es alte, knorrige Nadelbäume, die von gespenstischen Moosflächen statt mit grünen Nadeln bestückt überzogen sind. Ich meine merkwürdige Gestalten an den Baumstämmen und in der Rinde zu erkennen. Mit etwas Fantasie könnte das vor mir der Körper eines großen Oktopoden sein oder doch eher die knollige Nase eines Riesen?
Wo die Hexen im Wald wohnen sollen
Vielleicht ist es aber auch die nächste Station auf meinem Wanderweg, die bereits meine Fantasie beflügelt. Denn ein kleines Stück weiter wartet der „Hexenplatz“ auf mich. Noch ein Stück den Berg hinab und da liegt er plötzlich vor mir. Der Platz gehört zur Kunstinstallation von Lili Fischer, die sich mit dem Mythos der Hexe und insbesondere mit der grausamen Verfolgung während der Hexenprozesse auseinandersetzt. Ofengabeln und Schornsteine ragen aus dem Waldboden und schaffen den passenden Rahmen für aufgeklappte, im Kreis angeordnete Zauberbücher rund um einen riesigen Hexenkessel. Da kommt dann selbst bei Tageslicht ein kleines bisschen Gänsehaut auf.
Gut zu wissen: Der Hexenplatz ist Teil des WaldSkulpturenWegs, der Natur und Kunst miteinander verbindet.
Von hier aus ist es nur noch etwas mehr als ein Kilometer zurück nach Oberkirchen. Vorbei geht es an entspannten Kühen, die gemütlich auf ihrer Hangwiese liegen. Als ich schließlich aus dem Wald wieder auf der Straße stehe und in Richtung Hermannsteich blicke, hat es die Sonne doch noch geschafft und sich, offenbar ziemlich mühevoll, ihren Weg durch die Wolken gebahnt.
Mein Tipp: Wer einmal etwas Abwechslung vom klassischen Wandern möchte, kann dieselben Wege auch mit Nordic-Walking-Stöcken ausprobieren. Durch den bewussten Stockeinsatz wird zusätzlich die Muskulatur des Oberkörpers angesprochen. Bei richtiger Technik werden beim Nordic Walking große Teile der Körpermuskulatur beansprucht und gerade auf längeren Naturstrecken wird aus einem Spaziergang schnell ein ordentliches Ganzkörpertraining.
Sauerland-Seelenorte: kleine Kraftplätze mitten in der Landschaft
Auf meiner Reise durch das Sauerland habe ich dir schon einige Seelenorte vorgestellt. Das können mächtige Bäume, Steinbrüche, Kirchen, Bergkuppen oder Grotten sein. Orte also, die dazu einladen, durchzuatmen, still zu werden oder einfach einmal einen anderen Gedanken zuzulassen.
Insgesamt gibt es 43 Sauerland-Seelenorte. Sie sind über die Sauerland-Wanderdörfer verteilt und werden durch eine gemeinsame Idee verbunden: die „lebendige Stille“. Viele dieser Orte liegen direkt an Wanderwegen. Naturerlebnis und kleine Auszeit lassen sich hier also ziemlich unkompliziert miteinander verbinden.
Auch rund um Schmallenberg gibt es einige dieser besonderen Plätze:
Wilzenberg: Der 658 Meter hohe Berg bei Grafschaft gilt als „heiliger Berg“ des Sauerlandes und liegt an der Golddorf-Route Grafschaft.
Museumsplatz am DampfLandLeuteMuseum in Eslohe: Ein ehemaliger Fabrikhof wurde hier zu einem Ort, an dem an die Geschichte von Wasserkraft und Dampfkraft erinnert wird.
Kyrill-Pfad: Hier wird die Kraft von Naturgewalten unmittelbar erlebbar. Der Pfad liegt nahe der Schmallenberger Schanze.
St.-Rochus-Kapelle in Eslohe: Die Kapelle aus dem 17. Jahrhundert liegt am Eselssteig.
Stein-Zeit-Mensch: Gleich mehrere Wanderwege führen an diesem Seelenort nahe der Schmallenberger Schanze vorbei, unter anderem WaldSkulpturenWeg, Rothaarsteig und der Weg durch die Buchenwälder.
Kirche und Kirchhof Wormbach: Besonders spannend ist hier der uralte Lebensbaum auf dem Kirchhof. Nach einem Bombenanschlag im Zweiten Weltkrieg wuchs der Baum mit drei Spitzen weiter.
Hollenhaus: Der moosbewachsene Felsen liegt an der Golddorf-Route beziehungsweise am Hollenpfad und ist mit einer alten Sage über geheimnisvolle Waldwesen verbunden.
Ein besonderer Ort für besondere Luft: Heilstollen in Nordenau
Wenn wir von besonderen Orten in der Region sprechen, lohnt sich auch ein Blick auf den Heilstollen im kleinen Höhendorf Nordenau. Im ehemaligen Schieferstollen herrschen ganzjährig etwa 8 Grad Celsius und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Die Betreiber beschreiben das dortige Mikroklima als nahezu frei von Staubpartikeln sowie von allergieauslösenden Pollen. Der Stollen wird seit vielen Jahren therapeutisch genutzt und ist weit über die Grenzen des Sauerlandes hinaus bekannt.
Eine Besonderheit ist auch die Quelle im Stollen und das sogenannte Nordenauer Stollenwasser. Auf der Betreiberseite werden dem Wasser beziehungsweise dem „reduzierten Wasser“ verschiedene gesundheitsbezogene Eigenschaften zugeschrieben. Auch von einer möglichen Linderung unterschiedlicher Beschwerden ist die Rede. Diese Aussagen sind allerdings als Angaben beziehungsweise Deutungen der Betreiber einzuordnen und nicht mit einer allgemein anerkannten medizinischen Behandlung gleichzusetzen.
Spannend finde ich den Ort trotzdem – schon allein wegen des ungewöhnlichen Mikroklimas und der Atmosphäre unter Tage.
Mehr Informationen zum Heilstollen in Nordenau HIER.
Die fünf Säulen von Kneipp: Gesundheit, die ziemlich alltagstauglich ist
Bad Fredeburg wiederum hat sich ganz dem Kneippen verschrieben. Und das passt erstaunlich gut zu dem, was das Schmallenberger Sauerland ohnehin mitbringt: Bewegung in der Natur, Wasser, Heilpflanzen, bewusste Ernährung und Zeit für sich.
Das Kneippsche Gesundheitskonzept besteht heute aus fünf Elementen: Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung. Gerade diese Kombination macht die Methode für mich so interessant, denn sie setzt nicht auf einen einzelnen Gesundheitsbaustein, sondern auf einen möglichst ausgewogenen Lebensstil.
Wasser: Wassertreten, Bäder, Wickel und Güsse mit kaltem oder warmem Wasser gehören zu den bekanntesten Anwendungen. Der Kältereiz wirkt erfrischend und regt den Kreislauf an.
Heilpflanzen: Kräuter und Heilpflanzen sind ein weiterer Bestandteil der Kneippschen Lehre. In Bad Fredeburg lassen sie sich beispielsweise im Kurpark oder bei einer Wanderung entdecken.
Bewegung: Bewegung gehört bei Kneipp selbstverständlich dazu. Und zwar möglichst regelmäßig und gern draußen in der Natur. In und rund um den Kneipp-Kurort gibt es dazu zahlreiche Wander- und Radwege.
Lebensordnung: Damit ist im modernen Verständnis vor allem ein ausgewogenes Verhältnis von Aktivität und Erholung, von Anspannung und Entspannung gemeint. Achtsamkeitsspaziergänge, Waldbaden oder meditative Angebote können dabei unterstützen, bewusst einen Gang herunterzuschalten.
Ernährung: Bewusst, ausgewogen und möglichst naturbelassen essen: Auch das gehört zum Kneippschen Konzept. Im Schmallenberger Sauerland lässt sich dieser Ansatz mit regionaler Gastronomie und frischen Produkten verbinden.
Kneippen in Schmallenberg im Sauerland (c) Schmallenberger Sauerland
Kneippen in Bad Fredeburg: Hier kannst du es ausprobieren
In Bad Fredeburg findest du gleich mehrere Kneippanlagen und Angebote:
Tret- und Armbecken an den „Drei Buchen“
Kneipp-Tretbecken am Pferdehimmel
Kneipp-Armbecken an der Koppenhütte
Tret- und Armbecken in der Kalten Schlade
Kneippanlage an der Oilskerhütte
große Kneippanlage mit Tret- und Armbecken im Kurpark Schmiedinghausen
Kneippbrunnen neben der St.-Georg-Kirche
rund 3,5 Kilometer langer Kneippweg rund um Bad Fredeburg
fünf Kneipp-Säulen entlang des Kneippweges zu Wasser, Heilpflanzen, Ernährung, Balance und Bewegung
Und sogar kulinarisch lässt sich das Kneipp-Thema aufgreifen: In einem Lokal nahe dem Kirchplatz werden Kneipp-Cocktails serviert, wurde mir berichtet.
Kneippbecken im Schmallenberger Sauerland (c) Schmallenberger Sauerland
Warum Kneipp erstaunlich gut zum modernen Wellnessgedanken passt
In Bad Fredeburg merkt man schnell: Die Lehren von Sebastian Kneipp sind weit weniger angestaubt, als man vielleicht vermuten würde. Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung passen erstaunlich gut zu einem modernen Verständnis von Prävention und Wohlbefinden. Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen nach mehr Ausgleich, weniger Stress und einem bewussteren Lebensstil suchen, wirkt die Idee ziemlich zeitgemäß.
Für mich hat das auch eine Verbindung zu dem, was heute unter Begriffen wie Longevity diskutiert wird: nicht einfach möglichst alt werden, sondern möglichst lange gesund, aktiv und selbstbestimmt leben. Und dafür braucht es eben nicht zwingend Hightech, sondern manchmal erstaunlich einfache Dinge: Bewegung, Natur, gutes Essen, Pausen und bewusste Erholung.
Kneippen im Schmallenberger Sauerland (c) Sabrinity
Wer war eigentlich Sebastian Kneipp?
Sebastian Anton Kneipp war ein bayerischer Priester und er gilt als einer der bekanntesten Wegbereiter der Naturheilkunde. Er lebte im 19. Jahrhundert und beschrieb selbst, wie er sich mithilfe von Wasseranwendungen und einer naturverbundenen Lebensweise von einer schweren Tuberkulose-Erkrankung erholt habe. Diese persönlichen Erfahrungen waren ein Ausgangspunkt für seine spätere Arbeit. Kneipp beschäftigte sich intensiv mit Wasseranwendungen, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und dem seelischen Ausgleich. Aus diesen Ideen entwickelte sich das ganzheitlicheGesundheitskonzept, das heute seinen Namen trägt.
Wie funktioniert Wassertreten?
Beim Wassertreten werden die Füße im sogenannten Storchengang abwechselnd aus dem Wasser gehoben und wieder eingetaucht. Dabei solltest du nur so lange im Wasser bleiben, wie der Kältereiz angenehm beziehungsweise deutlich spürbar ist. Danach das Becken verlassen, das Wasser lediglich abstreifen und die Füße anschließend durch Bewegung wieder erwärmen.
Wassertreten wird traditionell zur Erfrischung und als Reiz für Kreislauf und Durchblutung eingesetzt. Für konkrete gesundheitliche Beschwerden sollte eine Anwendung allerdings nicht als Ersatz für medizinische Behandlung verstanden werden.
…und wie funktioniert das Armbad?
Beim Armbad werden die Arme etwa bis zur Mitte in kühles Wasser getaucht. Der Kältereiz sollte spürbar sein, ohne unangenehm zu werden. Danach die Arme aus dem Wasser nehmen, kurz abschütteln beziehungsweise das Wasser abstreifen und durch Bewegung wieder erwärmen.
Ich finde gerade diese kleinen Kneipp-Anwendungen spannend, weil sie sich ziemlich unkompliziert in einen Urlaubstag integrieren lassen.
Kneipp-Armbecke (c) Schmallenberger Sauerland
Wann solltest du lieber aufs Kneippen verzichten? Bei akuten Infektionen, bestimmten Erkrankungen oder ausgeprägten Durchblutungsstörungen sind Kälteanwendungen nicht für jeden geeignet. Bei bestehenden gesundheitlichen Beschwerden sollte die jeweilige Anwendung deshalb vorher medizinisch abgeklärt werden.
Wellness-Anwendungen im Schmallenberger Sauerland: Nach der Bewegung kommt die Entspannung
Auch Wellnessfans, wie ich, werden in und um Schmallenberg durchaus fündig. Es gibt verschiedene Wellnesshotels, Bäder mit Saunen und Spa-Angebote in der Region.
Bei meiner letzten Reise auf besonderen Spuren für Gesundheit und Wohlbefinden durfte ich eine ganz besondere Anwendung im „Lenneborn“ des Landhotels Gasthof Schütte genießen. Der Tag vor der Hoteltür war wolkenverhangen und Regenduft hing in der Luft. Der perfekte Zeitpunkt also, um mir ein sanftes und doch erfrischendes Körperpeeling zu gönnen und im Anschluss in der ruhigen Atmosphäre der Private Spa Suite völlig entspannt auf der Schwebeliege fast einzuschlafen. Das mit Öl vermischte, feinkörnige Salz wird zunächst sanft am ganzen Körper einmassiert, um die Haut zu reinigen und überschüssige Hautpartikel und Schuppen zu entfernen. Der Raum ist wunderbar warm und duftet nach Kräutern.
Nach rund 30 Minuten dusche ich das überschüssige Salz von der Haut und wechsle auf die Schwebeliege. Dort wird eine individuell abgestimmte Körperpackung aufgetragen. Die Körpermilch auf Basis von Ziegenmolke und angereichert mit Ziegenbutter ist warm und kühlt gleichzeitig angenehm. Im Anschluss werde ich gut eingepackt und unter mir füllen sich die Kammern der Schwebeliege mit Wasser. Plötzlich liege ich tatsächlich ein bisschen wie auf Wolke 7. Ein Wasserstrahl massiert die Körperrückseite und arbeitet sich dabei von unten nach oben und wieder zurück. Umgeben von einer Mischung aus Duft, Pflege, Massage und Schwerelosigkeit fallen mir tatsächlich die Augen zu. Ich schlafe fast ein.
Nach weiteren 30 Minuten im Wasserbett geht es zur Nachruhe noch einen Raum weiter. Dort wird mir zur Stärkung eine Tasse grüner Tee serviert.
Gut zu wissen: Im Spa Lenneborn werden unter anderem Produkte von LediBelle aus der Schweiz und Monteil aus Paris verwendet. Auch die Schwebeliegen-Anwendung beziehungsweise Körperpackungen gehören aktuell zum Spa-Angebot.
Übernachten in Schmallenberg: Vom Landhotel bis zum Wellnessrefugium
Das Schmallenberger Sauerland ist eine etablierte Urlaubsregion und genau das spiegelt sich auch im Übernachtungsangebot wider. Es gibt Hotels unterschiedlicher Kategorien, Ferienwohnungen, Pensionen und gemütliche Landgasthöfe.
Bei meinen Reisen in das Schmallenberger Sauerland durfte ich schon in ganz unterschiedlichen Hotels mit Wellnessangebot wohnen. Da mir alle drei ausgesprochen gut gefallen haben, stelle ich sie dir nachfolgend gern etwas ausführlicher vor.
Landhotel Gasthof Schütte ****S
Mitten im Ortskern des hübschen Ferienortes Oberkirchen findest du das stilvolle Landhotel Schütte. Hier treffen jahrhundertealte Tradition und moderne, herzliche Gastfreundschaft aufeinander. Das Hotel strahlt sofort eine angenehme Geborgenheit aus.
Das ursprüngliche Stammhaus wurde im Laufe der Jahre immer wieder erweitert und zeitgemäß ergänzt. Umgeben ist das Hotel von der idyllischen Dorfkulisse und einem großzügigen Garten mit beheiztem Außenpool, Liegewiese sowie gemütlichen Liege- und Sitzmöbeln in den Sommermonaten. Wer seine aktive Wellnessauszeit nicht nur aufs Schwimmen reduzieren möchte, findet neben dem Innenpool auch eine finnische Sauna, Bio-Sauna, ein Dampfbad und einen Ruheraum. Im Spa Lenneborn werden unterschiedliche Massagen, Anwendungen und Körperbehandlungen angeboten. Das Spa steht auch Tagesgästen offen.
Besonders erwähnenswert finde ich außerdem die genussvolle Küche, die großzügige gemütliche Lobby mit Bar und die behaglichen Zimmer, die teilweise auch über einen Balkon verfügen.
Hotel Deimann *S
Aus einem alten Gutshaus entstand über vier Generationen das heutige Hotel Deimann, inzwischen ein 5-Sterne-Superior-Hotel. Zum Haus gehört ein Wellnessbereich mit mehr als 5.000 Quadratmetern. Direkt in der Nähe liegt außerdem die 27-Loch-Panoramagolfanlage.
Im großzügigen Spa warten verschiedene Pools, Saunen, Ruhebereiche und Wellnessanwendungen. Dazu kommen hochwertige Wellnessprogramme und ein umfangreiches Angebot rund um Entspannung, Bewegung und Genuss.
Auch kulinarisch wird hier einiges geboten. Das Gourmetrestaurant „Hofstube Deimann“ ist mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.
Waldhaus Ohlenbach ****
Weit ab vom Trubel, mitten im Wald, macht das Waldhaus Ohlenbach seinem Namen alle Ehre. Am Fuße des Kahlen Astens schweift der Blick über grüne Wiesen, Wälder und die Hügel des Sauerlands. Das 4-Sterne-Hotel setzt auf Natur, Wellness und Genuss und beschreibt seinen Spa-Bereich selbst als klein und fein.
Dazu kommen Zimmer mit weitem Blick über die Landschaft, verschiedene Wellnessangebote und eine Küche, die großen Wert auf frische und möglichst regionale Produkte legt. Was ich hier besonders mag: Es ist ein Ort, an dem man sich nach einer Wanderung tatsächlich noch einmal ganz anders zurückziehen kann. Erst raus in die Natur und anschließend einfach bleiben, wo es ruhig ist.
Du möchtest deine Übernachtung im Schmallenberger Sauerland buchen? Dann findest du HIER alle Infos.
Mein Fazit: Schmallenberg kann Gesundheitsurlaub, ohne dass es sich danach anfühlt
Was mir am Schmallenberger Sauerland besonders gefällt, ist die Selbstverständlichkeit, mit der sich Gesundheit und Urlaub miteinander verbinden lassen.
Du kannst morgens durch Fachwerkorte spazieren, anschließend auf einer Golddorf-Route wandern, durch neblige Wälder laufen, an einem Sauerland-Seelenort innehalten oder den Blick über die grünen Hügel schweifen lassen. Du kannst in Bad Fredeburg kneippen, dich in Nordenau auf ein ungewöhnliches Erlebnis unter Tage einlassen oder dir nach einer Wanderung eine Wellnessanwendung gönnen.
Und genau diese Mischung macht für mich den Reiz aus: Gesundheit wird nicht einfach als Programm über den Urlaub gestülpt. Vieles passiert ganz nebenbei: beim Gehen, Atmen, Draußensein, Baden, guten Essen und in ganz bewussten Pausen.
Vielleicht ist genau das die beste Form von Gesundheitsurlaub: nicht ständig darüber nachdenken zu müssen, sondern am Ende festzustellen, dass man sich einfach ziemlich gut fühlt.
*Offenlegung: Ich wurde im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Sauerland-Tourismus e.V.zur Recherche nach Schmallenberg eingeladen. Für meine Arbeit erhalte ich ein Honorar. In meinen Berichten liest du aber natürlich immer meine persönlichen Eindrücke – authentisch und ehrlich.
Tanja Klindworth ist nicht nur das Herz der SPANESS-Redaktion. Sie schreibt darüber hinaus auch für andere Blogs, Webseiten, Reise- und Fachmagazine. Ob online oder als Print-Variante. Ihre Fachbereiche sind: Wellnesstrends, Gesundheit, Urlaub und Reise. Zusätzlich ist sie auch als Reisebloggerin tätig.
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