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Pilgern für Anfänger: Vorbereitung, Tipps und Packliste für die erste Pilgerreise

Woher kommt eigntlich das PILGERN? Warum pilgern Menschen? Du möchtest deine erste Pilgerreise planen? Ich zeige dir, was Pilgern bedeutet, wie du dich vorbereitest und was auf deiner Packliste nicht fehlen darf

spaness.de

Pilgern für Anfänger: Vorbereitung, Tipps und Packliste für die erste Pilgerreise



Du möchtest einmal pilgern, weißt aber noch nicht so recht, wie du anfangen sollst?

Vielleicht hast du schon einmal vom berühmten Jakobsweg gehört, das Buch „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling* gelesen oder dich gefragt, warum sich Menschen eigentlich tagelang zu Fuß auf den Weg machen.

Vielleicht reizt dich auch einfach die Vorstellung, für einige Tage aus dem Alltag auszusteigen, nur mit einem Rucksack unterwegs zu sein und dich ganz auf den Weg zu konzentrieren.

Mir ging es ganz ähnlich. Lange hatte ich den Gedanken, irgendwann einmal auf dem Jakobsweg zu pilgern. Wann, wie und vor allem wo genau, wusste ich allerdings nicht. Bis sich irgendwann ganz unverhofft die Gelegenheit ergab, auf der österreichischen Via Sacra meine erste Pilgerreise zu erleben.

Was ich dabei gelernt habe: Pilgern muss nicht gleich eine große Reise über Hunderte von Kilometern sein. Auch eine kürzere Tour kann ein wunderbarer Einstieg sein. Wichtig ist vor allem, sich darauf einzulassen und den eigenen Weg zu finden.

Doch was bedeutet Pilgern eigentlich? Was fasziniert Menschen daran? Wie bereitet man sich auf die erste Pilgerreise vor und was gehört unbedingt in den Rucksack? Hier kommen meine Gedanken, Erfahrungen und praktischen Tipps für alle, die das Pilgern einmal ausprobieren möchten.

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Was ist Pilgern eigentlich?

Pilgern hat eine lange Geschichte. Ursprünglich waren Pilgerreisen vor allem religiös geprägt. Menschen machten sich auf den Weg zu heiligen Orten, Kirchen, Klöstern oder besonderen Wallfahrtsstätten. Zu den bekanntesten Pilgerzielen der christlichen Welt gehören Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela mit dem berühmten Jakobsweg.

Früher standen dabei häufig religiöse Beweggründe im Mittelpunkt: Buße tun, Vergebung suchen, Dankbarkeit zeigen oder einen besonderen Glaubensort erreichen. Eine Pilgerreise bedeutete aber auch schon damals, das vertraute Zuhause zu verlassen, sich auf unbekannte Wege zu begeben und andere Menschen und Landschaften kennenzulernen.

Heute sind die Beweggründe deutlich vielfältiger. Natürlich pilgern nach wie vor viele Menschen aus religiösen oder spirituellen Gründen. Andere suchen Abstand vom Alltag, möchten einen neuen Lebensabschnitt bewusst beginnen, eine persönliche Herausforderung meistern oder einfach einmal mehrere Tage in der Natur unterwegs sein.

Eine Pilgerreise muss deshalb nicht zwingend mit einer bestimmten Glaubensrichtung verbunden sein. Jeder kann seinen ganz eigenen Grund mitbringen, sich auf den Weg zu machen.

Auch die Art des Pilgerns kann unterschiedlich aussehen. Manche Menschen sind allein unterwegs, andere in kleinen Gruppen. Einige legen täglich viele Kilometer zurück, andere lassen sich bewusst Zeit und genießen kürzere Etappen. Es gibt einfache Pilgerunterkünfte, Klöster, Gasthöfe und Hotels entlang der Wege.

Pilgern ist deshalb nicht mit einer bestimmten sportlichen Leistung oder einem festen Ablauf verbunden. Es geht vielmehr darum, sich auf das Unterwegssein einzulassen.

Erfahrungen auf einer Pilgerreise sammeln

Was fasziniert Menschen am Pilgern?

Vielleicht ist es gerade diese besondere Mischung aus Bewegung, Einfachheit, Natur und innerer Einkehr, die das Pilgern so faszinierend macht.

Für einige bedeutet es, bewusst aus dem Alltag auszusteigen und sich für eine Weile auf das Wesentliche zu konzentrieren. Andere genießen die Begegnungen mit Menschen, die unterwegs sind und häufig ganz eigene Geschichten mitbringen. Wieder andere schätzen die Stille, die Zeit für sich selbst und die Möglichkeit, den eigenen Gedanken einmal freien Lauf zu lassen.

Beim Pilgern reduziert sich vieles auf wenige Dinge: einen Weg, ein Ziel, den Rucksack auf dem Rücken und die eigenen Schritte. Man braucht nicht ständig neue Eindrücke, Termine oder Beschäftigung. Manchmal reicht es einfach, unterwegs zu sein.

Wer mehrere Tage zu Fuß unterwegs ist, erlebt nicht nur eine Landschaft, sondern manchmal auch sich selbst ein bisschen anders. Man lernt, auf den eigenen Körper zu hören, das Tempo anzupassen, mit kleinen Herausforderungen umzugehen und sich über scheinbar einfache Dinge zu freuen.

Natürlich löst eine Pilgerreise nicht automatisch alle Probleme und beantwortet auch nicht jede Lebensfrage. Aber sie kann Raum schaffen, um Gedanken zu sortieren, neue Perspektiven zu gewinnen und sich selbst wieder ein Stück näherzukommen.

Ob man das nun spirituell, achtsam, entschleunigt oder einfach als eine besondere Form des Reisens bezeichnet, ist eigentlich zweitrangig. Wichtig ist, dass man sich darauf einlässt.

Wandern und Pilgern zum Kloster Kreuzberg
Wandern und Pilgern zum Kloster Kreuzberg

Pilgern für Anfänger: Wie bereite ich mich auf die erste Pilgerreise vor?

Wer zum ersten Mal pilgern möchte, hat vermutlich viele Fragen.

  • Wie lang sollte die erste Strecke sein?
  • Wie viel Gepäck darf ich mitnehmen?
  • Muss ich besonders fit sein?
  • Und wie funktioniert das eigentlich mit den Übernachtungen?

Mein Tipp: Fangt klein an und setzt euch nicht gleich zu Beginn unter Druck. Es muss nicht direkt der komplette Jakobsweg sein. Auch eine kurze Pilgertour über zwei, drei oder vier Tage kann eine wertvolle Erfahrung sein.

1. Den passenden Pilgerweg finden

Zunächst solltest du überlegen, wo und wie lange du unterwegs sein möchtest. Es gibt zahlreiche Pilgerwege in Deutschland und Europa, von kurzen regionalen Strecken bis hin zu bekannten Fernwanderwegen.

Zu den bekanntesten gehört der Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Aber auch in Österreich gibt es wunderschöne Pilgerwege, beispielsweise die Via Sacra in Niederösterreich, die von Brunn am Gebirge bei Wien nach Mariazell führt.

Weitere Möglichkeiten bieten unter anderem der ökumenische Pilgerweg in Sachsen und Thüringen oder verschiedene regionale Jakobswege in Deutschland oder auch kleine Pilgerweg-Varianten, wie z.B. den Pilgerweg „der Begegnungen“ in Bad Westernkotten oder der „Upländer Besinnungsweg“ bei Willingen.

Für die erste Pilgerreise muss es nicht gleich eine besonders lange oder anspruchsvolle Strecke sein. Wähle lieber einen Weg, der zu deiner persönlichen Kondition und deinen Interessen passt.

Pilgerweg Bad Westernkotten

2. Die Tagesetappen realistisch planen

Wie viele Kilometer kann und möchte ich täglich zurücklegen? Diese Frage solltest du dir unbedingt vor der Reise stellen.

Für Pilgeranfänger können etwa 15 bis 20 Kilometer am Tag ein guter Ausgangspunkt sein. Das ist allerdings nur eine grobe Orientierung. Höhenmeter, Wegbeschaffenheit, Wetter, Gepäck und die eigene Kondition spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Auch bei der Zeitplanung solltest du großzügig sein. Wer den ganzen Tag nur darauf achtet, möglichst schnell am Ziel anzukommen, verpasst möglicherweise genau das, was das Pilgern besonders macht: kleine Entdeckungen, schöne Pausen und aufmerksame Begegnungen unterwegs.

Ich habe bei meiner ersten Pilgerreise auf der Via Sacra selbst festgestellt, dass 32 Kilometer an einem Tag deutlich mehr waren, als mir lieb war. Die letzten Kilometer wurden irgendwann eher zur Herausforderung als zum entspannten und vor allen Dingen bewussten Unterwegssein.

Deshalb mein Rat: Lieber etwas weniger vornehmen und dafür den Weg bewusster genießen.

3. Übernachtungen und Verpflegung organisieren

Vor allem bei mehrtägigen Pilgerreisen solltest du dich rechtzeitig mit den Übernachtungsmöglichkeiten beschäftigen. Je nach Pilgerweg gibt es Klöster, Pilgerherbergen, einfache Pensionen, Gasthöfe oder Hotels.

Manche Pilgerwege bieten spezielle Pilgerunterkünfte an. Dort treffen sich häufig Menschen mit ähnlichen Reiseerfahrungen. Das kann eine schöne Gelegenheit sein, sich auszutauschen und andere Pilger kennenzulernen.

Informiere dich auch darüber, wo du unterwegs einkaufen oder einkehren kannst. Gerade bei längeren Etappen ist es wichtig, ausreichend Getränke und kleine Snacks dabeizuhaben. In abgelegenen Regionen kann es sinnvoll sein, die Verpflegung für einen Teil des Tages selbst mitzunehmen.

Uebernachten auf einer Pilgerreise, wie waere es mit einer Nacht im Kloster

4. Körperlich auf die Pilgerreise vorbereiten

Du musst keine Leistungssportlerin oder kein Leistungssportler sein, um pilgern zu können. Eine gewisse Grundkondition ist bei mehrtägigen Wanderungen allerdings hilfreich.

Wer sonst eher wenig zu Fuß unterwegs ist, sollte rechtzeitig mit kleinen Wanderungen beginnen. So kannst du dich an längere Gehzeiten gewöhnen und gleichzeitig testen, ob Wanderschuhe und Socken wirklich passen.

Auch ein kleiner Probelauf mit dem späteren Rucksack ist sinnvoll. Dabei merkst du schnell, ob etwas drückt, scheuert oder unangenehm sitzt.

Und ganz wichtig: Höre auf deinen Körper. Pausen sind keine Schwäche und es ist kein Wettbewerb, wer am schnellsten oder weitesten kommt.

5. Den Rucksack möglichst leicht packen

Das ist vermutlich einer der wichtigsten Punkte bei einer mehrtägigen Pilgerreise. Alles, was du einpackst, musst du unter Umständen viele Kilometer selbst tragen.

Ich hatte bei meiner ersten Reise zunächst auch den Gedanken, lieber etwas mehr einzupacken, damit mir unterwegs nichts fehlt. Doch schon nach den ersten Etappen wird klar, dass weniger manchmal tatsächlich mehr ist.

Überlege deshalb bei jedem Gegenstand, ob du ihn wirklich brauchst. Je nach Jahreszeit, Route und Art der Übernachtung kann die notwendige Ausrüstung sehr unterschiedlich ausfallen.

Pilgern fuer Anfaenger, was muss ich beachten? Tipps und Infos zur richtigen Vorbereitung auf deine Pilgertour Liste zum Download

Pilgern: Was gehört in den Rucksack? Meine Packliste für Anfänger

Ich packe meinen Koffer und nehme mit … Zugegeben, bei meiner ersten Pilgerreise auf der Via Sacra in Österreich landeten zunächst ziemlich viele Dinge im Gepäck. Schließlich wollte ich auf alles vorbereitet sein. Lange und kurze Wanderhosen, mehrere T-Shirts, Wandersocken, Wanderschuhe, Regenjacke und natürlich auch ein paar pflegende Produkte. An vieles hatte ich gedacht. Trotzdem stellte ich unterwegs fest, dass mir das eine oder andere „Wesentliche“ fehlte. Dafür nutzte ich viele Gepäckstücke wiederum gar nicht.

Eine Pilgerreise ist eben kein gewöhnlicher Wochenendtrip. Schließlich bist du mehrere Tage hintereinander zu Fuß unterwegs und trägst einen Teil deiner Ausrüstung selbst. Da macht es durchaus einen Unterschied, ob der Rucksack gut gepackt ist oder ob du unnötigen Ballast mit dir herumschleppst.

Mein wichtigster Tipp für Pilgeranfänger lautet deshalb: Lieber bewusst und möglichst leicht packen, statt für jede Eventualität gewappnet sein zu wollen. Jeder Gegenstand, den du einpackst, muss schließlich auch über viele Kilometer getragen werden.

Die richtige Kleidung für eine Pilgerreise

Bei der Kleidung kommt es vor allem darauf an, dass sie bequem ist, nicht scheuert und sich für mehrere Stunden Bewegung eignet.

Auf meiner ersten Pilgerreise hatte ich unter anderem dabei:

  • Eine lange Wanderhose* und gegebenenfalls eine kurze Wanderhose, je nach Jahreszeit und persönlichem Bedarf. Oft gibt es so etwas auch als Kombiprodukt mit abnehmbaren Hosenbeinen.
  • Mehrere Funktionsshirts*, die angenehm auf der Haut liegen und möglichst schnell trocknen.
  • Ausreichend Wandersocken*, damit du jeden Tag ein frisches Paar zur Verfügung hast.
  • Wechselwäsche für die einzelnen Reisetage.
  • Eine leichte Fleecejacke oder einen wärmenden Pullover für kühlere Morgenstunden und Abende.
  • Eine Regenjacke*, die auch bei einem längeren Schauer zuverlässig schützt.
  • Eine Kopfbedeckung als Sonnenschutz.

Gerade bei längeren Touren lohnt sich Funktionskleidung, die schnell trocknet und sich angenehm tragen lässt. Baumwollshirts können bei starkem Schwitzen oder Regen länger feucht bleiben.

Schuhe und Zubehör: Hier solltest du keine Kompromisse machen

Die Wanderschuhe gehören zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen. Sie müssen gut sitzen und sollten unbedingt vor der Pilgerreise eingelaufen werden. Neue Schuhe auf einer mehrtägigen Tour auszuprobieren, ist keine besonders gute Idee.

Auf meine Packliste gehören:

  • Gut eingelaufene Wander- oder Trekkingschuhe, passend zur Route.
  • Bequeme Wechsel- oder Freizeitschuhe für den Abend (bei mir waren es im Sommer FlipFlops).
  • Ein gut sitzender Wanderrucksack* mit möglichst angenehmen Schulter- und Hüftgurten.
  • Eine Trinkflasche oder Trinkblase für ausreichend Flüssigkeit unterwegs.
  • Kleine Snacks für die Wanderpausen.

Je nach Wegbeschaffenheit und persönlicher Vorliebe können auch Wanderstöcke* hilfreich sein. Gerade auf längeren Strecken mit Steigungen oder Gefällen können sie eine sinnvolle Unterstützung sein.

Pflege und Gesundheit: Kleine Dinge mit großer Wirkung

Bei einer mehrtägigen Pilgerreise solltest du auch an die persönliche Pflege und eine kleine Grundausstattung für unterwegs denken.

Dazu gehören:

  • Sonnencreme* (Tipp: nachhaltiger Lieblingssonnenschutz von ecoelio) und Lippenpflege mit Sonnenschutz.
  • Kleine Reisegrößen der persönlichen Pflegeprodukte.
  • Blasenpflaster* (ganz wichtig!) und eine kleine Reiseapotheke.
  • Pflaster und etwas Material für die Versorgung kleinerer Verletzungen.
  • Persönliche Medikamente (sowie ggf. Mittel gegen Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden) und Tapeband um ggf. Blasenbildung vorzubeugen.
  • Ein Handtuch* (gibt es auch in schnelltrocknender Outdoor/Camping-Variante).
  • Taschentücher oder etwas Toilettenpapier für unterwegs.
  • Hygieneartikel wie Tampons, Binden oder Slipeinlagen – schließlich lässt sich nicht immer alles planen.

Besonders Blasenpflaster können unterwegs sehr wertvoll sein. Selbst gut eingelaufene Schuhe schützen nicht automatisch vor Druckstellen. Deshalb lohnt es sich, bei den ersten Anzeichen zu reagieren und nicht zu warten, bis eine Blase richtig schmerzt. Falls bekannt ist, wo genau sich an deinen Füßen schnell Blasen bilden, kann es auch hilfreich sein, vor der Wanderung mit Tapeband an der Stelle zu arbeiten.

Gerade bei längeren Etappen und unterwegs in der Natur ist es gut, auf kleine Überraschungen vorbereitet zu sein. Ob plötzlich die Periode einsetzt, der Kopf schmerzt oder der Magen rebelliert. Solche Dinge können einem auch auf der schönsten Pilgerreise begegnen. Lieber ein paar persönliche Hygieneartikel und die wichtigsten Medikamente dabeihaben, als unterwegs danach suchen zu müssen.

Dokumente und praktische Kleinigkeiten

Auch wenn man beim Pilgern bewusst etwas Abstand von der digitalen Welt gewinnen möchte, gehören ein paar praktische Dinge ins Gepäck.

  • Personalausweis und Krankenversicherungskarte
  • Bargeld und gegebenenfalls Bankkarte
  • Handy und Ladekabel
  • Powerbank* für längere Tagesetappen
  • Informationen zur Wanderroute und zu den gebuchten Unterkünften
  • Kleine Tasche oder Beutel für Schmutzwäsche

Je nach Strecke und Mobilfunkversorgung ist es sinnvoll, Karten und Routeninformationen vorab offline verfügbar zu machen. So bist du nicht ausschließlich auf eine stabile Internetverbindung angewiesen.

Was gehoert in deinen Pilgerrucksack? Pilger Packliste zum Download.
Packliste zum Download

Weniger ist beim Pilgern manchmal mehr

Wenn ich heute noch einmal zu einer mehrtägigen Pilgerreise aufbrechen würde, würde ich vermutlich noch etwas konsequenter packen. Denn unterwegs merkt man ziemlich schnell, welche Dinge wirklich wichtig sind und was eigentlich nur unnötig Platz und Gewicht beansprucht.

Besonders bei den Wanderschuhen und Socken würde ich keine Kompromisse eingehen. Druckstellen und Blasen können eine Pilgerreise ziemlich unangenehm machen. Neue Schuhe solltest du deshalb unbedingt vorher einlaufen und auch die Wandersocken auf längeren Touren ausprobieren.

Auch eine gute Regenjacke gehört für mich unbedingt ins Gepäck. Das Wetter lässt sich schließlich nicht immer planen. Und wer schon einmal mehrere Stunden mit feuchten Kleidungsstücken unterwegs war, weiß, wie willkommen trockene Wechselkleidung am Abend sein kann.

Mein persönlicher Packtipp: Lege vor der Reise alles, was du mitnehmen möchtest, einmal vollständig bereit. Überlege dann bei jedem einzelnen Teil, ob du es wirklich brauchst. Gerade bei einer Pilgerreise geht es schließlich auch darum, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das darf ruhig schon beim Packen anfangen.

Und noch etwas: Passe deine Packliste immer an die geplante Route, die Jahreszeit und die Übernachtungsmöglichkeiten an. Wer in festen Unterkünften übernachtet, benötigt beispielsweise andere Dinge als jemand, der mit Schlafsack und Zelt unterwegs ist.

Denn am Ende soll der Rucksack ein zuverlässiger Begleiter sein und nicht schon nach den ersten Kilometern zur zusätzlichen Herausforderung werden.

Pilgern: Eine Reise beginnt nicht erst beim ersten Schritt

Vielleicht ist es genau das, was mich am Pilgern so fasziniert: Es beginnt eigentlich schon lange vor dem Aufbruch. Mit einem Gedanken, einer Idee oder dem Wunsch, einmal etwas anderes zu machen.

Manchmal ist es ein Buch, das einen auf die Idee bringt. Manchmal eine Begegnung oder eine Einladung. Und manchmal ist es einfach das Gefühl, dass es Zeit wird, sich selbst wieder ein bisschen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Beim Pilgern muss nicht alles perfekt geplant sein. Natürlich sind eine gute Vorbereitung, die passende Ausrüstung und eine realistische Etappenplanung wichtig. Doch genauso wichtig ist die Bereitschaft, sich auf Unbekanntes einzulassen.

Vielleicht findest du unterwegs Antworten auf Fragen, die dich schon länger beschäftigen oder lernst interessante Menschen kennen. Eventuell stellst du aber auch einfach fest, dass es manchmal reicht, einen Fuß vor den anderen zu setzen und den Moment zu genießen.

Du musst keine großen Ziele erreichen und auch keine spektakulären Erkenntnisse mit nach Hause bringen. Manchmal ist schon die Erfahrung, mehrere Tage bewusst zu Fuß unterwegs gewesen zu sein, etwas Besonderes.

Und dafür muss es übrigens nicht gleich der Jakobsweg sein. Manchmal beginnt das eigene Pilgerabenteuer auch mit einer kleinen Schnupper-Pilgertour auf einem weniger bekannten Weg.

Ich habe meine erste Pilgerreise auf der Via Sacra in Niederösterreich erlebt. Was ich dabei erfahren, gedacht und gelernt habe, erzähle ich in meinem persönlichen Reisebericht:

Pilgern: Was eine Pilgerreise mit uns macht – meine Erfahrungen auf der Via Sacra

Dazwischen war ich auch schon auf mehreren kleineren Pilgerrouten unterwegs. Vielleicht führt mich irgendwann auch noch der Jakobsweg. Zeit und Gelegenheit werden sich schon ergeben.

Via Sacra Pilgerfuehrerin Maria
Via Sacra Pilgerführerin Maria

Häufige Fragen zum Pilgern für Anfänger

Muss man religiös sein, um zu pilgern?

Nein. Pilgern hat zwar eine lange religiöse Tradition, wird heute aber aus ganz unterschiedlichen Gründen praktiziert. Manche Menschen suchen spirituelle Erfahrungen, andere möchten zur Ruhe kommen, sich selbst besser kennenlernen oder einfach mehrere Tage bewusst zu Fuß unterwegs sein.

Wie viele Kilometer sollte man als Anfänger am Tag pilgern?

Für Einsteiger können etwa 15 bis 20 Kilometer pro Tag ein guter Ausgangspunkt sein. Die passende Strecke hängt allerdings von der persönlichen Kondition, den Höhenmetern, der Wegbeschaffenheit und dem Gepäck ab. Wichtig ist, ausreichend Zeit für Pausen einzuplanen und die eigenen Kräfte nicht zu überschätzen.

Was braucht man für die erste Pilgerreise?

Zur Grundausstattung gehören gut eingelaufene Wanderschuhe, bequeme Funktionskleidung, ein passender Rucksack, ausreichend Wandersocken, Regenkleidung, Sonnenschutz, eine Trinkflasche und eine kleine Reiseapotheke. Je nach Route und Unterkunft kommen weitere Dinge hinzu. Grundsätzlich gilt: Möglichst leicht und bewusst packen.

Wie schwer sollte ein Pilgerrucksack sein?

Der Rucksack sollte nur so schwer sein, wie es für die geplante Reise notwendig ist. Wie viel Gewicht du gut tragen kannst, hängt von deiner Kondition, der Dauer der Tour und der Ausrüstung ab. Probiere den fertig gepackten Rucksack unbedingt vor der Reise auf einer längeren Wanderung aus. So merkst du, ob er gut sitzt und ob du noch etwas weglassen kannst.

Welcher Pilgerweg eignet sich für Anfänger?

Für die erste Pilgerreise eignen sich vor allem kürzere, gut erschlossene Wege mit überschaubaren Tagesetappen und ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten. Es muss nicht gleich der komplette Jakobsweg sein. Auch regionale Pilgerwege in Deutschland oder beispielsweise die österreichische Via Sacra bieten schöne Möglichkeiten, erste Erfahrungen zu sammeln.

Blick durch die Baumkronen auf eine Kirche auf der Pilgertour auf der Via Sacra

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Tanja Klindworth

Hier schreibt Tanja Klindworth

Tanja Klindworth ist nicht nur das Herz der SPANESS-Redaktion. Sie schreibt darüber hinaus auch für andere Blogs, Webseiten, Reise- und Fachmagazine. Ob online oder als Print-Variante. Ihre Fachbereiche sind: Wellnesstrends, Gesundheit, Urlaub und Reise. Zusätzlich ist sie auch als Reisebloggerin tätig.

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