Entspannung. Und zwar jetzt. - Wellness & mehrEntspannung. Und zwar jetzt. - Wellness & mehr

business meets paradise
Entschleunigung...

Entspannung. Und zwar jetzt.

Wer einen Entspannungsratgeber querliest, nach der Arbeit zum Yoga rennt oder diesen Artikel liest ist schon in der Stressfalle und versucht, das Pferd von Hinten aufzusäumen. Eine Flucht in die Entspannungsindustrie hilft da nur kurzfristig. Für diesen Artikel habe ich mich entspannt zurückgelehnt, mir von Freunden und im Internet verschiedene…

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Entspannung. Und zwar jetzt.

Wer einen Entspannungsratgeber querliest, nach der Arbeit zum Yoga rennt oder diesen Artikel liest ist schon in der Stressfalle und versucht, das Pferd von Hinten aufzusäumen. Eine Flucht in die Entspannungsindustrie hilft da nur kurzfristig.

Für diesen Artikel habe ich mich entspannt zurückgelehnt, mir von Freunden und im Internet verschiedene Tipps gegen Stress geben lassen und sie notiert. Dabei ist mir etwas Interessantes aufgefallen, denn die Leute haben beim Antworten auch etwas über sich verraten. Ich will jetzt nicht mit verschiedenen „Streß-Typen“ oder so anfangen. Aber eine Sache weiß ich jetzt: Wie man’s nicht macht 😉 Zur Unterhaltung habe ich hier einfach mal verschiedene Rückmeldungen aufgelistet.

Bin ich denn hier kilometerweit der einzige, der mitdenkt?!“

Stressratgeber, Organisation oder...?
Stressratgeber, Organisation oder…?

Gleich am Anfang bombardiert mich ein Bekannter mit Schlagwörtern. Seit Jahren ist er Teilhaber eines mittelständischen Betriebes (15 Mitarbeiter, Tendenz: stagnierend, Wirtsschaftskrise und so) und meinte, Selbstmanagement ist DIE Lösung. Es scheitern immer die Menschen im Beruf, die weder Priorisieren, noch Deligieren oder sich Fokussieren können (hab‘ ich ein „ieren“ vergessen?). „Sowas lernt man doch schon im Studium!“ Er schüttelt mit dem Kopf und erzählt mir vom letzten Meeting, in dem er („Bin ich denn hier kilometerweit der einzige, der mitdenkt?!“) den Kopf gedanklich sehr nah an der nächsten Wand, beobachten musste, wie sich seine Kollegen selbst blockieren und stundenlang diskutierten, statt es (und hier wurde das Gespräch unangenehm laut) ENDLICH MAL ZU MACHEN.

Ich musste meinen inneren Tonregler runterdrehen und mein aufgeregtes Gegenüber besänftigen, schob aber wagemutig eine Frage hinterher: „Was heißt das jetzt für mich?“. Es prasselte Beratersprech Level „Aufsteiger und nie nie mehr Zurückkehrer“ auf mich ein. Er empfahl mir, alles zu „timen“. Dazu brauche ich zwei „Devices“, eins für „Calls“ und eins für „Todos“. Damit „manage“ ich den „workflow“. Bis dahin war ich eigentlich ganz glücklich mit meinem Handy und entschied mich stattdessen fürs Pocketmod und dankte fürs Gespräch.

Nächste Station – Sonnenuntergang

Entschleunigung...
Entschleunigung ein Mythos?

Die nächste musste ich gar nicht fragen, sondern sie erteilte mir von sich aus eine Lektion im Entschleunigen. Das Wort hätte sie vermutlich selbst nie benutzt. Sie selbst würde vermutlich nur sagen, „sie ist“. „Sie“ war eine Reisebekanntschaft. Ins Gespräch kamen wir nur, weil wir nach einem Zugausfall umsteigen mussten und plötzlich im selben Abteil saßen. Um es kurz zu machen: Wir hatten zu viel Zeit. (Wenn man sich über solche Situationen freuen kann, weiß man übrigens, dass man unter Stress leidet.) Nachdem wir die wichtigen Themen geklärt hatten (Es ist verdammt heiß heute. Wir kommen beide aus demselben Bundesland, fahren aber zu unterschiedlichen Zielen…) blickte sie bei Sonnenuntergang wortlos aus dem Fenster. Die rote Sonnencorona war an diesem Abend zu sehen, aber irgendwie schwach. Es freute sie trotzdem sehr und ich konnte mir das nur mit einer Art „Mikroblick“ erklären.

Sie erklärte mir dann, dass sie Physiker unromantisch findet und ihre eigene Theorie über die Sonne hat. „Sie wehrt sich am Horizont einfach davor unterzugehen und kämpft mit der roten Farbe, die man dann sieht, sozusagen gegen ihren Untergang.“ Wissenschaftlich unhaltbar aber als Bild plausibel, dachte ich mir. So hatte ich das noch nie gesehen. Wahrscheinlich tut es ganz gut, sich auch mal über die kleinen Dinge des Lebens zu freuen. Lernen kann man das aber nicht. Entschleunigung ist eben doch ein Mythos.

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