Externsteine wandern: Die schönsten Wanderwege bis Bad Driburg & meine Tipps
Externsteine wandern: Die schönsten Wanderwege bis Bad Driburg & meine Tipps
Tanja Klindworth
Hast du schon von den Externsteinen gehört? Diese faszinierenden Felsen beflügeln nicht nur die Fantasie. Sie bieten auch den Ausgangspunkt für erlebnisreiche Wanderungen.
Externsteine wandern: Die schönsten Wanderwege bis Bad Driburg & meine Tipps
Die Externsteine gehören für mich zu den Orten, an denen ein kurzer Fotostopp eigentlich viel zu schade ist. Schon der erste Blick auf die bizarren Sandsteinfelsen mitten im Wald ist beeindruckend. Doch richtig spannend wird es für mich erst, wenn man die Wanderschuhe schnürt und die Umgebung zu Fuß entdeckt.
In diesem Beitrag nehme ich dich mit zu den Externsteinen, zeige dir verschiedene Möglichkeiten zum Wandern und erzähle dir auch von meiner eigenen Tour in Richtung Bad Driburg. Dazu gibt es praktische Tipps zu Wanderwegen, Parkplatz, Eintritt, Besteigung und der Frage, welche Tour sich für wie viel Zeit lohnt.
Gut zu wissen: Die Wanderwege um die Externsteine gehören auch zu den Top Trails of Germany.
Externsteine Wanderwege: Wo genau liegen die Externsteine?
Die markante Felsformation liegt bei Horn-Bad Meinberg im Teutoburger Wald in Nordrhein-Westfalen. Rund um die Externsteine führen kurze Spazierwege und längere Wanderstrecken durch Wald und Natur. Wer mehr Zeit mitbringt, kann die Felsen beispielsweise mit dem Silberbachtal, der Lippischen Velmerstot oder den Hermannshöhen verbinden. Auch eine Wanderung von den Externsteinen in Richtung Bad Driburg lässt sich daraus machen.
Genau deshalb würde ich die Externsteine nicht nur als Sehenswürdigkeit im Teutoburger Wald sehen, die man einmal umrundet und anschließend wieder ins Auto steigt. Sie sind ein richtig guter Ausgangspunkt für eine Wanderung und gleichzeitig ein Ort, an dem Natur, Geschichte und jede Menge Geschichten aufeinandertreffen.
Externsteine wandern kurz & kompakt: Die wichtigsten Infos auf einen Blick
Wo liegen die Externsteine?
Bei Horn-Bad Meinberg im Kreis Lippe, Nordrhein-Westfalen
Was kann man wandern?
Kurze Spaziergänge bis zu längeren Rund- und Fernwanderungen
Beliebte Ziele
Externsteine, Silberbachtal, Lippische Velmerstot
Fernwanderweg
Hermannshöhen
Für Familien?
Ja, für kurze Wege rund um die Felsen besonders gut geeignet
Parken?
Parkplatz direkt an den Externsteinen
Felsen besteigen?
Ja, saisonal und gegen Eintritt
Mein Tipp
Nicht nur die Felsen anschauen, sondern eine Wanderung daraus machen!
Externsteine im Teutoburger Wald: Was macht die Felsen so besonders?
Wer zum ersten Mal vor den Externsteinen steht, versteht schnell, warum die markante Felsformation seit Jahrhunderten Menschen fasziniert. Bis zu rund 38 Meter ragen die bizarren Sandsteinfelsen aus der Landschaft. Sie wirken ein wenig wie eine natürliche Freiluftbühne: Wald, Felsen, Wasser und darüber jede Menge Geschichten, die sich um diesen besonderen Ort ranken. Heute sind sie vor allem ein beliebtes Ausflugs- und Wanderziel.
Wie sind die Externsteine entstanden?
Geologisch betrachtet sind die Externsteine ein ziemlich außergewöhnliches Naturdenkmal. Die markanten Felsen bestehen aus Sandstein, der ursprünglich vor rund 100 Millionen Jahren am Meeresboden abgelagert wurde. Damals sah die Landschaft hier noch völlig anders aus: Das Gebiet lag am Rand eines Meeresbeckens, in dem sich über lange Zeit Sedimente ablagerten.
Später wurden diese Gesteinsschichten durch geologische Prozesse stark verändert und aufgerichtet. Während der Entstehung des Teutoburger Waldes wurden die ursprünglich nahezu waagerecht abgelagerten Sandsteinschichten gekippt und stehen heute teilweise fast senkrecht. Erosion und Verwitterung haben im Laufe von Millionen Jahren schließlich die charakteristische Felsformation herausgearbeitet, die wir heute als Externsteine kennen.
Besonders spannend finde ich genau diesen Gegensatz: Was auf den ersten Blick fast künstlich wirkt, ist im Kern das Ergebnis eines unglaublich langen geologischen Prozesses. Wind, Wasser, Eis und Verwitterung haben die Felsen über sehr lange Zeit geprägt.
Die einzelnen Felsen unterscheiden sich dabei deutlich in ihrer Form und Größe. Durch Spalten, Überhänge, Höhlen und natürliche Vorsprünge wirkt die Formation beinahe wie von Menschenhand gestaltet. Archäologische Funde zeigen, dass sich bereits in der Steinzeit Menschen in der Umgebung der Externsteine aufhielten. Eine durchgehende Nutzung des Ortes über die folgenden Jahrtausende lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.
Geschichte, Mythen und Sagen rund um die Externsteine
Die Externsteine sind nicht nur geologisch interessant. Kaum ein anderer Ort in der Region ist so stark von Geschichten, Vermutungen und unterschiedlichen Deutungen geprägt. Genau hier lohnt sich allerdings ein genauer Blick: Nicht alles, was über die Externsteine erzählt wird, ist historisch belegt.
Was wir tatsächlich über die Geschichte der Externsteine wissen
Menschen haben die Externsteine bereits vor vielen Jahrhunderten genutzt und auch verändert. Besonders bekannt ist das mittelalterliche Kreuzabnahmerelief, das in einen der Felsen eingearbeitet wurde. Es zeigt die Kreuzabnahme Christi und zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Felsreliefs nördlich der Alpen.
Auch die Grotte, Treppen, Kammern und weitere Bearbeitungsspuren zeigen, dass die Felsen nicht ausschließlich ein Naturphänomen waren, sondern immer wieder von Menschen genutzt und (mit/um)gestaltet wurden.
Gut zu wissen: Die genaue Bedeutung einzelner Anlagen und Bearbeitungsspuren ist allerdings nicht in jedem Fall eindeutig geklärt. Gerade deshalb sind die Externsteine bis heute ein Ort, an dem gesicherte Geschichte und Interpretation nebeneinanderstehen. Ein Ort, der die Fantasie der Menschen durchaus beflügelt.
Das Kreuzabnahmerelief: Geschichte zum Anfassen?
Eines der eindrucksvollsten Zeugnisse der menschlichen Geschichte an den Externsteinen ist das Kreuzabnahmerelief. Es wurde in den Felsen eingearbeitet und zeigt die Abnahme Jesu vom Kreuz. Das mittelalterliche Relief gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Externsteine.
Wer davorsteht, bekommt dabei einen guten Eindruck davon, wie außergewöhnlich dieser Ort schon für Menschen im Mittelalter gewesen sein muss. Ein Stück Geschichte befindet sich hier nicht etwa hinter den dicken Mauern eines Museums, sondern direkt im uralten Sandstein.
Für mich ist das einer der Momente, in denen sich die verschiedenen Ebenen der Externsteine besonders schön verbinden: Man steht mitten in der Natur, blickt auf eine Millionen Jahre alte Felsformation und entdeckt gleichzeitig Spuren menschlicher Geschichte, die ebenfalls viele Jahrhunderte zurückreichen.
Gut zu wissen: Das Kreuzabnahmerelief gehört zu den bedeutendsten romanischen Kunstwerken Europas.
Die Externsteine als germanische Kultstätte?
Eine der bekanntesten Erzählungen besagt, dass die Externsteine bereits in vorchristlicher Zeit ein bedeutender germanischer oder sächsischer Kultort gewesen seien. Mit den Externsteinen werden außerdem immer wieder astronomische Beobachtungen, Sonnenwendfeiern und religiöse Rituale in Verbindung gebracht. Für viele dieser Deutungen fehlen jedoch eindeutige wissenschaftliche Belege.
Zugegeben, alles spannende Gedanken und verständlicherweise ziehen genau diese Geschichten die Menschen in ihren Bann…
…doch gibt es gibt keine gesicherten archäologischen Nachweise dafür, dass die Externsteine ein bedeutendes (vorchristliches) Heiligtum waren.
Gut zu wissen: Die Vorstellung von den Externsteinen als „germanischem Heiligtum“ wurde insbesondere im 19. und 20. Jahrhundert geprägt und später unterschiedlich interpretiert.
Kraftort, Sonnenwendplatz oder mystischer Ort?
Bis heute werden die Externsteine von manchen Menschen als Kraftort oder spiritueller Ort wahrgenommen. Das ist eine heutige persönliche bzw. spirituelle Deutung und kein wissenschaftlich belegter historischer Befund.
Denn solche persönlichen Erfahrungen und spirituellen Deutungen kann man natürlich nicht wissenschaftlich messen oder als historische Tatsache belegen. Sie sind vielmehr Teil der Wahrnehmung der Externsteine.
Für mich gehört gerade dieses Wechselspiel aus belegbarer Geschichte, offenen Fragen, Kraftort-Idee und später entstandenen Erzählungen zum besonderen Reiz der Externsteine. Und vielleicht ist genau das eine der Besonderheiten dieses Ortes: Die Externsteine lassen Raum für unterschiedliche Perspektiven. Für die einen sind sie ein faszinierendes geologisches Naturdenkmal, für die anderen ein historischer Ort, für wieder andere ein spiritueller Platz. Und wer hier einfach wandern möchte, bekommt ganz nebenbei eine wirklich beeindruckende Landschaft dazu.
Externsteine: Fakt oder Mythos?
Fakt: Die Externsteine bestehen aus Osning-Sandstein und wurden durch geologische Prozesse aufgerichtet und über Millionen Jahre durch Erosion geformt.
Fakt: Das Kreuzabnahmerelief entstand im Mittelalter und wird mehrheitlich ins 12. Jahrhundert datiert.
Nicht belegt: Dass die Externsteine nachweislich ein bedeutendes germanisches Heiligtum waren.
Überlieferung: Die Verbindung der Externsteine mit Sonnenwendfeiern, astronomischen Beobachtungen und besonderen Energien gehört zur vielfältigen Geschichte ihrer Deutung.
Externsteine wandern: Welche Wanderwege gibt es?
Die Externsteine sind viel mehr als ein Ausflugsziel für einen kurzen Fotostopp. Rund um die markanten Felsen erstreckt sich ein großes Naturschutzgebiet mit Wald, Heideflächen und zahlreichen Wanderwegen. Je nachdem, wie viel Zeit du mitbringst, kannst du die Externsteine auf einem kurzen Spaziergang erkunden, eine größere Rundwanderung unternehmen oder die Felsen zum Ausgangspunkt für eine längere Tour durch den Teutoburger Wald und das Eggegebirge machen.
Besonders spannend finde ich die unterschiedlichen Möglichkeiten: Wer nur ein bis zwei Stunden Zeit hat, bekommt bereits einen guten Eindruck von den Externsteinen. Wer den ganzen Tag unterwegs sein möchte, kann dagegen bis zur Lippischen Velmerstot wandern oder über den Eggeweg sogar bis nach Bad Driburg weiterlaufen.
Kurzer Spaziergang rund um die Externsteine
Für einen ersten Besuch musst du nicht gleich eine mehrstündige Wanderung planen. Vom Parkplatz sind es nur etwa 300 Meter bis zu den Externsteinen. Der Weg ist überwiegend eben, allerdings nicht asphaltiert oder gepflastert. Schon dieser kurze Spaziergang führt mitten hinein in die besondere Landschaft rund um die Felsen.
Vor Ort kannst du dir zunächst Zeit für die Felsformation selbst nehmen, das Kreuzabnahmerelief anschauen und, wenn geöffnet, die Felsen besteigen. Rund um die Steine lohnt sich aber auch ein kleiner Abstecher in die umliegende Natur.
Wer mit Kindern unterwegs ist oder einfach nur einen kurzen Ausflug machen möchte, kann den Besuch deshalb wunderbar mit einem Spaziergang verbinden. Die Wanderwege rund um die Externsteine sind grundsätzlich frei zugänglich; für die Besteigung der Felsen wird dagegen ein Ticket benötigt.
Mein Tipp: Plane für die Externsteine nicht nur die Zeit für ein Foto ein. Selbst wenn du keine große Wanderung machen möchtest, würde ich mindestens ein bis zwei Stunden vor Ort einplanen. Dann bleibt genügend Zeit, die Felsen aus verschiedenen Perspektiven zu entdecken und ein kleines Stück durch den Wald zu laufen.
Externsteine Rundweg: Blaubeer-Route
Wer die Externsteine nicht nur anschauen, sondern die Landschaft rundherum richtig erleben möchte, sollte eine größere Runde drehen. Eine besonders gute Möglichkeit ist die Blaubeer-Route. Sie führt auf rund sechs Kilometern durch das Naturschutzgebiet Externsteine und ist als Qualitätsweg vom Deutschen Wanderverband ausgezeichnet.
Die Runde verbindet dabei Natur- und Kulturerlebnis: Die Externsteine sind natürlich der spektakulärste Höhepunkt, unterwegs geht es aber auch durch Wald- und Heidelandschaften. Genau diese Mischung macht die Wanderung für mich interessanter als ein reiner Rundgang um die Felsen.
Die sechs Kilometer sind eine angenehme Länge, wenn du die Externsteine mit einer richtigen Wanderung verbinden möchtest, ohne gleich einen ganzen Wandertag daraus zu machen. Je nach Tempo, Pausen und Fotostopps würde ich dafür ungefähr zwei bis zweieinhalb Stunden einplanen.
Mein persönlicher Tipp: Nicht hetzen. Gerade bei den Externsteinen lohnt es sich, zwischendurch einmal vom eigentlichen Ziel abzusehen. Die Landschaft rund um die Felsen verändert ihren Charakter immer wieder – und manche der schönsten Eindrücke entstehen nicht direkt an den Steinen, sondern ein Stück abseits davon.
Kurze Touren (bis 2,5 km): Naturerlebnispfade rund um die Externsteine
Noch eine schöne Möglichkeit für eine kürzere Wanderung bieten die GPS-Naturerlebnispfade im Naturschutzgebiet. Sie starten am Infozentrum Externsteine und lassen sich einzeln oder miteinander kombiniert erwandern.
Zur Auswahl stehen aktuell drei Routen:
Schliepstein-Route: 1,4 Kilometer
Bärenstein-Route: 2,5 Kilometer
Knickenhagen-Route: 2,5 Kilometer
Die kostenlosen Naturerlebnispfade verbinden Bewegung mit Informationen zur Landschaft und Natur des Schutzgebietes und eignen sich deshalb besonders gut für Familien oder Besucher, die nicht mehrere Stunden unterwegs sein möchten. Gerade mit Kindern sehr spannend, denn man läuft nicht einfach nur durch den Wald, sondern bekommt unterwegs zusätzliche Informationen und Anregungen, die Landschaft genauer anzuschauen.
Von den Externsteinen zum Silberbachtal: Darf es etwas mehr sein?
Wenn dir sechs Kilometer zu wenig sind und du Lust auf eine längere Wanderung hast, wird es rund um die Externsteine richtig interessant. Eine Möglichkeit führt in Richtung Silberbachtal und Velmerstot.
Der Silberbach gehört zu den landschaftlich besonders reizvollen Bereichen dieser Region. Von den Externsteinen führt der Eggeweg, gekennzeichnet mit einem weißen liegenden Kreuz, weiter in Richtung Eggegebirge. Der Weg verbindet die Externsteine mit weiteren markanten Landschaftszielen und führt unter anderem über die Velmerstot. Der Eggeweg ist außerdem Teil des Europäischen Fernwanderweges E1.
Wer den Silberbach und die Velmerstot als eigenes Wanderziel entdecken möchte, findet beispielsweise den rund 6,25 Kilometer langen Rundweg „Vom Silberbachtal zur Velmerstot“. Die Tour startet am Wanderparkplatz Neuer Teich und führt durch das Silberbachtal hinauf zur Preußischen Velmerstot. Dabei sind allerdings über 220 Höhenmeter zu überwinden; der Weg wird offiziell als schwerer eingestuft.
Gut zu wissen: Für mich ist diese Tour eher für Wanderer, die bewusst Höhenmeter sammeln und länger unterwegs sein möchten und nicht die kleine Verlängerung eines gemütlichen Spaziergangs an den Externsteinen suchen.
Externsteine und Lippische Velmerstot: Nur etwas für echte Wanderfans?
Noch spannender wird die Verbindung aus Externsteinen und Lippischer Velmerstot. Die beiden Ziele lassen sich hervorragend miteinander verbinden und machen aus dem Besuch der Felsen eine richtige Wanderung durch das Eggegebirge.
Die Lippische Velmerstot ist mit über 440 Metern ein markanter Punkt auf den Hermannshöhen. Der benachbarte Preußische Velmerstot erreicht fast 470 Meter und ist damit der höchste Punkt des Eggegebirges. Der Eggeweg führt von den Externsteinen über die Velmerstot weiter in Richtung Bad Driburg und anschließend bis nach Marsberg.
Wer diese Strecke wandert, sollte allerdings ausreichend Zeit und Kondition mitbringen. Das ist keine kurze Runde mehr, sondern eine ausgewachsene Wanderung mit Höhenmetern. Dafür verändert sich die Landschaft unterwegs deutlich: Auf die Felsen der Externsteine folgen Wald, Höhenzüge, Aussichtspunkte und die Landschaft des Eggegebirges.
Mein Tipp: Wenn du die Externsteine und die Velmerstot miteinander verbinden möchtest, würde ich die Tour nicht spontan ohne Vorbereitung starten. Gute Wanderschuhe, ausreichend Wasser und eine aktuelle Wanderkarte beziehungsweise ein GPS-Track gehören für mich dazu.
Meine Wanderung von den Externsteinen nach Bad Driburg
Und jetzt wird es für mich besonders interessant: Die Externsteine lassen sich direkt mit einer Wanderung nach Bad Driburg verbinden. Warum besonders interessant? Na, wer hier mehr mitliest, weiß, mein Herz schlägt besonders für schöne Kurorte.
Der Eggeweg beginnt an den Externsteinen und führt über die Velmerstot bis nach Bad Driburg und weiter in Richtung Marsberg. Die erste Teilstrecke von den Externsteinen bis zur Iburg beziehungsweise nach Bad Driburg wird mit rund 23 Kilometern angegeben. Damit wird aus dem Besuch der Externsteine eine echte Tagestour.
Auch die Hermannshöhen führen über dieses Wegenetz. Der Eggeweg ist mit dem Zeichen X1 markiert und verläuft von den Externsteinen über das Eggegebirge bis nach Marsberg. Bad Driburg ist dabei einer der wichtigen Etappenorte.
Gut zu wissen: Für mich ist diese Verbindung besonders reizvoll, weil sich damit zwei ganz unterschiedliche Reiseerlebnisse kombinieren lassen: die spektakulären Felsen der Externsteine und Bad Driburg mit seiner Kur- und Parklandschaft. Nach einer langen Wanderung bietet sich dort schließlich die Möglichkeit, den Wandertag ganz entspannt, z.B. in der Therme, ausklingen zu lassen.
Schritt für Schritt den Kopf frei bekommen
Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als ich die markanten Felsen hinter mir ließ. Vorher hatte ich die Externsteine vor allem als außergewöhnliche Sehenswürdigkeit im Teuto wahrgenommen: diese riesigen Sandsteinfelsen, die so unvermittelt aus der Landschaft herausragen. Beim Wandern verändert sich der Blick darauf. Die Felsen sind plötzlich nicht mehr das eigentliche Ziel, sondern der Ausgangspunkt für eine Tour durch eine ganz andere Landschaft.
Der Weg führt hinein in den Wald und weiter über die Höhen des Eggegebirges. Statt ständig auf die Externsteine zu schauen, bestimmen nun Bäume, Waldwege und die Weite der Landschaft das Bild. Genau diesen Wechsel fand ich damals besonders schön. Der spektakuläre Start an den Felsen geht langsam in eine ruhige Wanderung durch die Natur über.
Ein besonderer Höhepunkt der Strecke ist die Velmerstot. Der Weg führt über die Höhen des Eggegebirges und damit auch durch eine Landschaft, die sich deutlich von der unmittelbaren Umgebung der Externsteine unterscheidet.
Hier wird die Wanderung spürbar mehr zu einer richtigen Tour. Es geht nicht nur darum, von einem Sehenswürdigkeiten-Punkt zum nächsten zu laufen. Die Strecke hat Höhenmeter, längere Waldpassagen und immer wieder Abschnitte, an denen man einfach seinen eigenen Rhythmus findet.
Was ich am Wandern ohnehin liebe, kommt hier besonders gut zum Tragen: Nach den ersten Kilometern wird der Kopf langsam frei. Man läuft, schaut, redet vielleicht eine Weile und irgendwann geht es eigentlich nur noch darum, einen Fuß vor den anderen zu setzen und die Landschaft aufzunehmen.
Die Velmerstot ist dabei ein schönes Zwischenziel. Der höchste Punkt des Eggegebirges liegt je nach Gipfel bei 441 beziehungsweise 468 Metern. Besonders der Preußische Velmerstot mit seinem Aussichtsturm bietet einen weiten Blick über das Eggegebirge und die umliegende Landschaft.
Und irgendwann ist Bad Driburg nicht mehr weit
Nach den Höhen des Eggegebirges verändert sich die Wanderung erneut. Das Ziel rückt langsam näher: Bad Driburg.
Ich finde gerade diese Art des Wanderns spannend. Man startet an einem sehr bekannten Naturdenkmal, durchquert unterwegs eine abwechslungsreiche Landschaft und kommt schließlich in einen Kurort. Der Weg verbindet damit mehrere Facetten der Region, die auf den ersten Blick gar nicht unbedingt zusammengehören.
Heute würde ich diese Tour deshalb auch nicht mehr ausschließlich unter dem Stichwort „Externsteine wandern“ betrachten. Sie ist vielmehr eine schöne Möglichkeit, die Externsteine mit dem Wandern im Eggegebirge und einem Aufenthalt in Bad Driburg zu verbinden.
Wer die Strecke als Tagestour plant, sollte allerdings realistisch sein: Rund 23 Kilometer sind eine ordentliche Distanz. Dazu kommen die Höhenmeter. Gute Wanderschuhe, ausreichend Getränke und eine vernünftige Tourenplanung gehören für mich deshalb unbedingt dazu.
Und genau hier würde ich heute auch einen zusätzlichen Tag in Bad Driburg einplanen. Nach einer solchen Strecke ist die Aussicht auf einen entspannten Abend, einen Spaziergang durch den Gräflichen Park oder einfach ein gutes Essen gleich noch schöner.
Mein persönlicher Tipp: Wenn du die Externsteine und Bad Driburg miteinander verbinden möchtest, würde ich die Tour nicht als reine „Abhak-Wanderung“ angehen. Nimm dir Zeit für die Landschaft und plane ausreichend Puffer ein. Zu einem echten Wellness-Erlebnis wird die Wanderung in Verbindung mit mindestens einer Übernachtung in Bad Driburg oder mit dem Besuch in der Therme.
Nach der Wanderung: Wo in Bad Driburg übernachten?
Nach rund 23 Kilometern sieht die Welt ein bisschen anders aus. Die Füße freuen sich über eine Pause, der Kopf ist angenehm leer und eine Dusche, ein gutes Essen und ein bequemes Bett fühlen sich plötzlich wie der eigentliche Luxus des Tages an.
Wer also etwas Zeit hat, kann und sollte aus der Wanderung einen kleinen Kurztrip machen: morgens an den Externsteinen starten, über die Höhen des Eggegebirges wandern und am Ende in Bad Driburg ankommen. Am nächsten Morgen bleibt vielleicht noch Zeit für einen Spaziergang durch den Kurort, den Gräflichen Park oder eine weitere kleine Wanderung.
Bei der Übernachtung hast du dabei ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Bad Driburg ist schließlich nicht nur Kurort und Wellnessadresse, sondern bietet auch klassische Hotels, Landhotels und kleinere, familiäre Unterkünfte.
Gräflicher Park Health & Balance Resort: Wenn es noch etwas Wellness zur Belohnung sein darf
Wenn ich nach einer langen Wanderung noch ein bisschen Wellness dranhängen möchte, ist der Gräfliche Park natürlich eine besondere Adresse. Das traditionsreiche Hotel liegt mitten im weitläufigen Gräflichen Park und verbindet Übernachtung, Wellness und Gesundheit. Die Zimmer verteilen sich auf mehrere historische Logierhäuser, dazu kommen GARTEN SPA und Medical Spa.
Für mich wäre das allerdings weniger die Unterkunft für „Ich falle nach 23 Kilometern einfach nur ins Bett“, sondern eher die Variante für alle, die aus der Wanderung bewusst eine kleine Auszeit machen möchten. Also: Wanderschuhe aus, Bademantel an und den Wandertag ganz entspannt ausklingen lassen.
Gerade für SPANESS-Leser ist das natürlich eine spannende Kombination: Wandern am Tag und Wellness am Abend. Wer den Gräflichen Park bereits kennt, weiß vermutlich, was ich meine. Wer ihn noch nicht kennt, kann den Aufenthalt hier wunderbar mit weiteren Bad-Driburg-Erlebnissen verbinden.
Landhotel Der Schwallenhof: Passende Alternative für aktive Tage
Etwas bodenständiger geht es im Landhotel Der Schwallenhof zu. Die Unterkunft passt für mich gut zu einem Aufenthalt, bei dem das Wandern im Mittelpunkt steht und das Hotel vor allem ein angenehmer Rückzugsort nach einem aktiven Tag sein soll.
Gerade nach einer längeren Tour mag ich Unterkünfte, bei denen nicht alles perfekt durchgestylt sein muss, sondern bei denen man sich einfach wohlfühlt, gut essen und schlafen kann. Ein Landhotel passt deshalb ziemlich gut zu einer Wanderreise durchs Eggegebirge.
Wer mehrere Tage in Bad Driburg verbringt, kann von hier aus außerdem weitere Wanderungen in der Umgebung unternehmen und die Externsteine als einen von mehreren Ausflugstagen einplanen.
Haus Kanne: Wenns familiär und etwas preisbewusster sein darf
Nicht jeder möchte nach einer Wanderung gleich ein Wellnessresort buchen. Wer eine eher einfache, familiäre und preisbewusstere Unterkunft sucht, kann sich das Haus Kanne im Bad Driburger Ortsteil Siebenstern anschauen.
Das familiengeführte Haus liegt am Waldrand im Eggegebirge und rund drei Kilometer außerhalb von Bad Driburg. Es gibt ein eigenes Schwimmbad, eine Terrasse und ein Restaurant mit gutbürgerlicher Küche. Auch Hunde sind nach vorheriger Absprache willkommen. Das finde ich gerade für Wanderer interessant: Hier geht es weniger um großes Spa-Erlebnis und mehr um einen unkomplizierten Aufenthalt mit dem, was man nach einem langen Tag draußen braucht: ein ordentliches Bett, etwas zu essen und die Möglichkeit, die müden Beine noch einmal ins Wasser zu halten.
Externsteine besuchen: Das solltest du wissen
Die Externsteine lassen sich unkompliziert besuchen und mit einer kurzen Wanderung oder einer längeren Tour verbinden. Damit du vor deinem Besuch nicht lange suchen musst, habe ich die wichtigsten Informationen kompakt zusammengestellt.
Frage
Kurzantwort
Wo liegen die Externsteine?
Bei Horn-Bad Meinberg im Kreis Lippe, Nordrhein-Westfalen
Wo kann ich parken?
Am Besucherparkplatz der Externsteine; von dort sind es nur etwa 300 Meter bis zu den Felsen.
Ist der Besuch kostenlos?
Das Naturschutzgebiet und die Wege rund um die Externsteine sind grundsätzlich frei zugänglich. Für die Besteigung der Felsen wird ein Eintritt erhoben.
Kann man die Externsteine besteigen?
Ja, die Felsen können über Treppen bestiegen werden, sofern die Besteigung geöffnet ist.
Wie viel Zeit sollte ich einplanen?
Für einen ersten Besuch mindestens 1–2 Stunden; mit Wanderung entsprechend länger.
Sind die Externsteine mit Kindern geeignet?
Ja. Rund um die Felsen gibt es kurze Wege und Naturerlebnispfade. Für die Besteigung sind Trittsicherheit und je nach Alter Unterstützung erforderlich.
Kann ich meinen Hund mitnehmen?
Ja, Hunde können auf den Wegen mitgeführt werden. Im Naturschutzgebiet gelten die entsprechenden Schutz- und Leinenregeln.
Wann ist die beste Zeit?
Frühling bis Herbst eignen sich besonders zum Wandern. Im Herbst und Winter haben die Felsen und der Wald allerdings ihren ganz eigenen Reiz.
Wie komme ich zu den Externsteinen?
Mit dem Auto sind die Externsteine gut erreichbar; auch eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist möglich.
Kann ich die Externsteine mit einer Wanderung verbinden?
Unbedingt. Von kurzen Rundwegen bis zu längeren Touren über Velmerstot und den Eggeweg gibt es viele Möglichkeiten.
Mein Fazit: Die Externsteine sind mehr als ein Foto-Stopp
Die Externsteine gehören für mich zu den Orten, die man nicht einfach nur gesehen haben sollte. Natürlich sind die markanten Felsen ein beeindruckendes Fotomotiv und allein dafür lohnt sich der Besuch. Spannender wird es aber, wenn man die Wanderschuhe schnürt und sich ein bisschen Zeit für die Landschaft rundherum nimmt.
Mich fasziniert an den Externsteinen vor allem diese Mischung aus Natur, Geschichte und den vielen Geschichten, die sich um den Ort ranken. Dazu kommt die Möglichkeit, von hier aus richtig in die Landschaft einzutauchen, ob nun bei einem kurzen Spaziergang, einer Runde durch das Naturschutzgebiet oder einer längeren Wanderung über den Velmerstot bis nach Bad Driburg.
Mein persönlicher Tipp: Wenn du die Zeit hast, mach aus den Externsteinen nicht nur einen Ausflug, sondern eine kleine Wanderreise. Die Felsen sind ein spektakulärer Startpunkt und vielleicht entdeckst du auf dem Weg sogar, dass die eigentliche Überraschung dieser Region erst hinter den Externsteinen beginnt.
*Dieser Artikel wurde erstmalig 2016 veröffentlicht und seit dem mehrfach überarbeitet. Die letzte Aktualisierung fand im Sommer 2026 statt.
Lust auf mehr interessante Wanderwege, Strecken und Ziele?
Tanja Klindworth ist nicht nur das Herz der SPANESS-Redaktion. Sie schreibt darüber hinaus auch für andere Blogs, Webseiten, Reise- und Fachmagazine. Ob online oder als Print-Variante. Ihre Fachbereiche sind: Wellnesstrends, Gesundheit, Urlaub und Reise. Zusätzlich ist sie auch als Reisebloggerin tätig.
Kommentar schreiben
Datenschutzhinweise: Die Kommentarangaben werden an Auttomatic, USA (die WordPress Entwickler) zur Spamüberprüfung übermittelt und die E-Mail Adresse an den Dienst Gravatar (ebenfalls Auttomatic), um zu prüfen, ob die Kommentatoren dort ein Profilbild hinterlegt haben. Zu Details hierzu , sowie generell zur Verarbeitung Ihrer Daten und Widerrufsmöglichkeiten, verweisen wir auf unsere Datenschutzerklärung. Sie können gern Pseudonyme und anonyme Angaben hinterlassen.