Wellness-Trends & Spa-Trends: Was wollen Wellnessurlauber wirklich?
Wellness-Trends & Spa-Trends: Was wollen Wellnessurlauber wirklich?
Tanja Klindworth
Inhalte Anzeigen 1) Wellnesstrends 2021, 2022… – Was kommt nach Corona? 2) Reise-Trends vs. Wellness-Trends: Natur, Nachhaltigkeit & Nachfragesteigerung 2.1) Hygiene & Sicherheit im Fokus 2.2) Ist Zeit der neue Luxus? 2.2.1) So passen Nachhaltigkeit & Luxus zusammen… 2.2.2) Mit nachhaltigen Konzepten mehr Umsatz generieren 2.3) Wellness-Trend: Dem Corona Alltag…
Wellness-Trends & Spa-Trends: Was wollen Wellnessurlauber wirklich?
Wellness entwickelt sich stetig weiter – geprägt von gesellschaftlichen Veränderungen, neuen Technologien und einem wachsenden Bewusstsein für ganzheitliche Gesundheit. Dieser Artikel bündelt die wichtigsten Wellness-Trends und Spa-Trends der letzten Jahre, ordnet sie ein und zeigt, welche Konzepte heute relevant sind, wie sich die Trends im Laufe der Jahre verändert haben und welche Wellnesstrends die Branche nachhaltig prägen. Ein kompakter Überblick für alle, die Wellness verstehen, einordnen und (strategisch) nutzen möchten.
Wellnesstrends 2021, 2022… – Was kommt nach Corona?
Der Lockdown hält uns weiterhin auf Trab und doch ist langsam ein Corona-Ende absehbar, dank Schnelltest und Impfungen. Doch eines ist uns sicherlich allen klar, es wird danach nicht weitergehen wie noch vor 12 Monaten.
Das letzte Jahr hat einen enormen Einfluss auf Reise- und Wellnesstrends genommen. Sie haben die Einstellung und Wünsche der Menschen geändert und den Markt und Trends ganz schön durcheinandergewirbelt.
Reise-Trends vs. Wellness-Trends: Natur, Nachhaltigkeit & Nachfragesteigerung
Doch was kommt da auf uns zu? Was wünschen sich Spagäste und Wellnessurlauber zukünftig? Wir haben uns auf die Suche gemacht. Impulse haben wir beispielsweise mitgebracht vom erstenSpaCamp Focus Day – hier ging es speziell um Nachhaltigkeit und Luxus in der Wellness- und Sternehotellerie, der ITB Now und auch vom Online Kongress „attraktiver Tourismus“ im Rahmen des Interreg-Projektes.
Außerdem haben wir selber auch eine kleine Umfrage über die Social Media Kanäle gestartet.
Hygiene & Sicherheit im Fokus
Klar im Fokus stehen Standard-Themen wie Hygiene-Konzpete für ein höheres Gefühl an Sicherheit und Geborgenheit. Die Menschen wünschen sind in diesem Zusammenhang auch mehr Raum und natürlich auch flexible Buchungskonditionen.
Gefragt sind darüber hinaus individuelle Angebote in der Natur, nachhaltige Konzepte und besondere Specials für die Gesundheit – denn die Menschen haben erkannt, sie gehört zu den höchsten Gütern. In dem Zusammenhang wird wohl auch die Nachfrage nach Post-Corona-Angeboten deutlich steigen.
Ist Zeit der neue Luxus?
Im Rahmen all dieser Angebotsüberlegungen müssen wir uns auch die Frage stellen, wie wichtig zukünftig noch „klassischer“ Luxus ist – oder ob sich hier die Rahmenbedingungen auch längst verschoben haben. Genau damit haben wir uns beispielsweise auf dem ersten SpaCamp Focus Day intensiv beschäftigt.
Schon vor Corona wurde die Priorität in Sachen Nachhaltigkeit höher gehängt. Daran hat sich nichts geändert. Im Gegenteil – Corona scheint das Bedürfnis nach einem nachhaltigen Leben noch zu beschleunigen.
So passen Nachhaltigkeit & Luxus zusammen…
Die Herausforderung die sich daraus ergibt, ist ein Umdenken. Ein Umdenken, sowohl in Form von Überlegungen wie „wie regional müssen wir werden?“ oder auch „wie können wir zukünftig alle besser mit unseren Ressourcen umgehen?“ Können wir uns zukünftig überhaupt noch erlauben, nicht einen nachhaltigen Weg einzuschlagen?
Am Ende des ersten SpaCamp Focus Days waren wir uns einig. Die Nachfrage wird das Angebot und somit auch den Preis regeln. Doch liegt es natürlich trotzdem in unseren Händen, den richtigen Weg einzuschlagen und die Sache mit der Nachhaltigkeit anzupacken, neu zu denken und attraktive nachhaltige Angebote für unsere Kunden zu kreieren.
Wir müssen uns außerdem immer wieder vor Augen halten, Nachhaltigkeit darf nicht etwas Besonderes sein, sondern sollte zum Standard werden. Dafür setzt sich übrigens auch der European Green Deal ein.
Mit nachhaltigen Konzepten mehr Umsatz generieren
Die Kunden und Gäste wollen nachhaltige Angebote, doch sie wollen sie nicht immer auf den ersten Blick spüren. Viel mehr muß Nachhaltigkeit, auch in der Wellnessbranche, zum Standard werden.
Doch der nachhaltige Weg lohnt sich. Enorme Einsparungen sind möglich, durch das neue Bewußsein, auch einfach mal auf Dinge mit einem guten Gewissen zu verzichten oder Energie effizienter zu nutzen und dadurch Kosten einzusparen und natürlich ist auch eine ordentliche Umsatzmaximierung möglich durch neue Angebotsvarianten und attraktive Zusatzpakete.
Wir müssen das Thema Nachhaltigkeit auch unseren Gästen näherbringen. Ein interessanter Ansatz dafür lieferte die Session von Tobias Bielenstein (Roman Thermal Spas of Europe) auf dem SpaCamp Focus Day. Anhand der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung war eine gemeinsame Erkenntnis z.B. „Umweltschutz ist ein Teil unserer Kultur (geworden)“.
Wellness-Trend: Dem Corona Alltag entfliehen
So lautet gerade der Hauptgrund für eine Wellnessreise laut Umfrage von Beauty24 und Wellness Hotels & Resorts. Drei Viertel der Befragten sehnen sich wohl gerade jetzt besonders nach einer Wellness-Auszeit und über die Hälfte der Befragten gab an, dringend Entspannung zu suchen.
„Die Pandemie schlägt auch auf die Psyche. Die Last des Ausnahmezustandes ist kaum noch zu ertragen. Der Wunsch nach einer Auszeit von Home-Schooling, Home-Office und Co. sowie der Möglichkeit Kraft zu schöpfen, ist besonders groß. Wellnessreisen können daher für deutlich mehr als nur oberflächliches Wohlgefühl sorgen“Michael Altewischer, Geschäftsführer der Wellness-Hotels & Resorts
Übrigens haben die Umfragen auch ergeben, dass die erzwungene Zweisamkeit für viele Paare in Pandemiezeiten zwar ein Streßtest ist, doch der Liebe keinen oder nur wenig Abbrucht getan hat. Denn über 70 Prozent der Befragten haben angegeben, die Wellness-Auszeit am liebsten mit dem Partner verbringen zu wollen.
Natur wird noch wichtiger
Bereits vor Corona wollten immer mehr Menschen in die Natur. Durch Corona hat sich die Nachfrage und die Natur-Sehnsucht noch gesteigert. Die Pandemie hat dafür gesorgt, dass die Menschen vestärkt einen Ausgleich im Grünen suchen. Diesen Trend möchten die Gäste und Urlauber zukünftig auch weiter ausleben.
Für Hotliers heißt das im Umkehrschluss, sie sollten mit den vorhandenen Outdoor-Ressourcen der Region arbeiten und diese umfänglich für maßgeschneiderte Angebote nutzen. In Kombination mit Gesundheitsbausteinen wie z.B. auch Ernährung, Bewegung und Entspannung wird daraus ein rundes Angebotspaket.
Beliebt sind übrigens die Klassiker: Spaziergang, Wanderung und Radtour.
Neue Wellnesstrends: Rund um Post-Corona
Wir haben ja schon gelernt, Gesundheit ist sehr im Stellenwert der Menschen gestiegen und wird sogar als Luxus angesehen und nicht nur als ein Wellnesstrend. Sicherlich auch, da viele Menschen derzeit unter den langfristigen Folgen nach der Corona-Erkrankung leiden.
Nicht nur Ärzte weisen darauf hin, dass Corona-Patienten oft auch noch nach der eigentlichen Erkrankung leiden. Zu den Folgen zählen z.B. Atemprobleme, Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten oder auch Störungen des Geruchssinns. Aktuell wird fast nirgendwo auf die Behandlung dieser Spätfolgen reagiert. Obwohl viele Patienten angaben, daran mehr als interessiert zu sein. Daraus ergeben sich ganz neue Ansätze für die Wellnesshotellerie und Spa-Branche.
Nachhaltige Wellnesshotels leben die neuen Wellnesstrends
Wer nun glaubt, Nachhaltigkeit muß immer mit einem enormen finanziellen Aufwand verbunden sein, der wurde spätestens auf dem SpaCamp Focus Day eines Besseren belehrt. Denn gleich drei Wellnesshotels mit einem besonders nachhaltigen Konzept teilten Erfahrungen und Wissen mit den Teilnehmern, in Form von Impulsvorträgen und informativen Präsentationen.
Naturhotel Pfösl Südtirol
Das Hotel Pfösl in Südtirol verfolgt ein ganzheitliches Konzept, sowohl für bereits nachhaltige Verfahren, gelebte Werte und auch mit Blick auf zukünftige Visionen. Dafür erhielt das Hotel bereits 2019 die Wellness Aphrodite in der Kategorie Ökologie & Nachhaltigkeit.
Vorgestellt wurde das Hotel Pfösel mit viel Herzblut von Eva Zelger, Brigitte Zelger und Daniel Mahlknecht.
Naturresort Schindelbruch
Das Naturresort Schindelbruch im Harz wurde durch die Spa-Managerin Christel Reininghaus präsentiert.
Kernthema der Präsentation ist das ökologische Konzept sowie die Meilensteine des Resorts im Südharz auf dem Weg zur Nachhaltigkeit. Besonders ist sie auf die Frage eingegangen, ob sich Nachhaltigkeit auf die Qualität und den Luxus auswirkt. Bedeutet die nachhaltige Ausrichtung mehr oder weniger Qualität in Bezug auf Luxus?
Posthotel Achenkirch
Für das Posthotel Achenkirch in Tirol Österreich sprachen Georg Aurbacher und Gregory Endres von Fokus Zukunft. Gemeinsam stellten sie den Prozess vom CO2 Fußabruck bis zum Klimaneutralen Hotel vor. Wichtig war dabei auch die authentische Kommunikation in Sachen Nachhaltigkeit mit dem Gast und den Mitarbeitern.
Wie heißt es doch so schön „nach der ITB, ist vor der ITB“ – in diesem Sinne… „the same procedure as every year“. Denn zur ITB (Internationale Tourismusbörse in Berlin – jedes Jahr im März) werden auch immer die aktuellen Wellness-Trends veröffentlicht. Das was wir Wellness-Experten dann eigentlich längst schon wissen (sollten) gibt es im Rahmen der ITB und des Wellnessforums dann ganz offiziell ’schwarz auf weiß‘.
Wellness Trends D-A-CH
Es gilt, andere Länder, andere Sitten. Das gilt auch für Wellness Trends. Daher starte ich im ersten Schritt mit der Vorstellung der Wellness Trends im deutschsprachigen Raum. Zum Teil gilt das natürlich auch noch für einige Spots in Europa. Wer und was hat also aktuell die Nase vorn und wie haben sich die Wellnesswünsche, Zielgruppen und Trends verändert… gibt es überhaupt Veränderungen?
Warnung! Zu spät… die Millennials kommen…
Zugegeben, ich hab es hier etwas überspitzt ausgedrückt. Doch wir können die Augen davor nicht mehr verschließen, wie auch immer wir sie nennen wollen… ob nun Millennials oder Genaration Y. Sie sind erwachsen geworden und sie haben so ganz eigene Vorstellungen davon, wie sie entspannen und vor allen Dingen, wie sie diese Orte für Entspannung zukünftig finden werden und wollen.
Was sind Millennials? Als Millennials oder Generation Y bezeichnet man die Menschen, die zwischen den frühen 80ern und den späten 90ern (im alten Jahrtausend) geboren wurden.
Die Millennials suchen und finden ihre Wellness-Angebote und Wellness-Hotspots online. Sie lassen sich gern inspirieren, machen sich aber ihr eigenes Bild. Sie surfen auf Bewertungsportalen (rund 70 Prozent), Blogs und Social Media Kanälen (ca. 50 Prozent). Print nimmt bei dieser Zielgruppe übrigens noch nicht mal 5 Prozent ein. Hotel-Marken und Brands spielen bei ihnen eher eine untergeordnete Rolle.
Mehr als die Hälfte der Zielgruppe erwartet, dass man während einer Wellnessreise auf individuelle Wünsche eingeht. Insgesamt wünscht man sich nicht mehr das o815 Wellness-Programm oder Paket, sondern spezielle Treatments für Mentalität und Gesundheit.
Stichwort: Mental Wellness – Was verbirgt sich dahinter?
…ein fast reibungsloser Übergang zum nächsten Trend ‚Mental Wellness‘. Verbirgt sich dahinter Meditation? Oder vielleicht Hypnose? Oder gar eine Gehirnwäsche? Kurz und knapp könnte man Mental Wellness übersetzen wie folgt „die Förderung der mentalen Gesundheit“… oder auch zusammenfassen mit ein paar Stichworten: „Gelassenheit, Freiheit von Zwängen und Bewertungssystemen, Leben im hier und jetzt!“ In diesen Trend fallen sogar Themen wie Persönlichkeitsentwicklung und Stressmanagement.
Werde du selbst… sei du selbst?!
Ja, ich gebe zu, es klingt etwas esotherisch… doch grundsätzlich ist das doch ein sehr schöner Gedanke, wenn jeder von uns sich einfach wohlfühlen kann und zukünftig „sein Ding“ verfolgen darf, ohne Vorurteile und ohne sich Gedanken machen zu müssen, was der oder die nun über mich denkt… ODER?! Eben einfach mit sich im Einklang sein. Ich bin sehr gespannt, wie sich dieser Trend entwickelt.
Hinter Wellness steht nicht nur Sauna und Massage. Wellness ist ganzheitlich und verknüpft viele Ansatzpunkte und Themen. Ich erzähle es seit Jahren. Nun ist das Ganze auch offiziell (endlich) ein Trend-Thema. Der Wellnessurlauber will seine Wellness-Auszeit mit aktiven aber entspannten Bausteinen kombinieren und etwas für die Gesundheit tun. Auch immer mehr ältere Wellnessgäste möchten nicht einfach nur noch im Wellnesshotel chillen, sondern etwas erleben. Für wahr, für viele Wellnesshotels heißt das umdenken und zwar auf den letzten Drücker, um die Kunden und Gäste von morgen auch wirklich zu erreichen. Doch erfreulicherweise haben viele Wellnesshotels diesen Trend auch schon vor einer ganzen Weile erkannt und entsprechend darauf reagiert.
Wenn Natur zum Wellness-Trend wird…
Luft, Wind, Sonne, Sinne… Passend zu aktiv und Gesundheit passt natürlich auch die Natur. Die Menschen wollen raus und das bei Wind und Wetter. Denn es gibt bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Die Menschen wollen sich spüren und die Natur genießen. Heißt im Umkehrschluss, Wellness-Treatments brauchen neue Ideen, sie müssen raus aus dem geschlossenen Treatment-Raum. Wald-Wellness, Waldbaden, Natur-Retreats, Yoga unter freiem Himmel, achtsam Wandern, Brandungs-Gymnastik, Fasten-Wandern… all das in Kombination mit regionalen Zutaten für die Wellness-Anwendung. Wir brauchen einen neuen Blick auf die Dinge, denn die Grenzen zwischen den Wellness-Angeboten verschwimmen… Mit diesem Trend haben auch ganzheitliche Naturheilverfahren wie Ayurveda, Thalasso oder Kneipp die Nase seit einiger Zeit (wieder) ganz weit vor.
Wohlfühlen rundum… wo fängt das an?
Umfragen haben ergeben, der heutige Wellnessgast will sich in einem Wellnesshotel oder einer Wellnessoase wohlfühlen. Für Wellnesshotels heißt das, ‚Wohlfühlen‘ fängt schon im Zimmer an. Man könnte auch sagen, das Zimmer ist bereits das erste Wellness-Rückzugsgebiet in einem Wellnesshotel. Der Gast verbringt in einem Wellnesshotel eben doch oft mehr Zeit in seinem Zimmer. Hier möchte er sich fast „WIE ZUHAUSE“ fühlen. Die Top 3 Gründe für die Wahl eines Wellnesshotels sind:
Wellnessbereich ca. 80 Prozent
Zimmer ca. 43 Prozent
Lage des Hotels ca. 36 Prozent
The next hot Wellness-Ding… ähhh Trend
Das sind natürlich längst nicht alle Wellness-Trends… besonders nicht dann, wenn man sich den internationalen Wellness-Markt anschaut. Doch ich persönlich finde, diese Trends decken sich auch sehr mit meinen eigenen Beobachtungen und Erfahrungen. Mehr zu meinen persönlichen Wellness-Reisen in diesem Jahr… ob die sich auch mit den Trends decken… und noch mehr Wellness-Aussichten auf die Zukunft verrate ich euch hier demnächst.
Nun kommt ihr? Ist für euch was dabei? Könnt ihr euch damit identifizieren? Plant ihr in diesem Jahr eine Wellness-Auszeit? Oder tretet ihr so oder so schon regelmäßig einen Wellnessurlaub an?
Wellness-Trends 2018
Kleiner Auszug zu den Wellnesstrends 2018 nach dem Besuch auf der ITB. Seit 2009 bin ich verstärkt zum Thema WellBeing work, life & travel beruflich unterwegs. Damals stand gerade das 20jährige „Wellness in Deutschland“ Jubi vor der Tür. Hochgerechnet geht es also auch hier auf das nächste Jubiläum zu – und zwar mit großen Schritten. Doch was heißt das denn nun für die Wellnesstrends?
Ich werde mich dazu noch mal ausführlich in einem Artikel äußern, doch in meiner großen ITB Berlin Zusammenfassung & Übersicht für 2018 liste ich die wichtigsten Trends einfach mal kurz und knackig auf.
Der Wellnessreise-Markt für Familien mit Kind und Kegel wächst weiter. Immer mehr Familien haben Lust auf eine gemeinsame entspannte Zeit -> da war ich mit meiner Familie wohl in den letzten Jahren als Vorreiter unterwegs.
Immer mehr Wellnessreisen werden online gebucht. Ach, keine Überraschung wird jetzt der ein oder andere von euch denken… doch leider ist das wirklich für viele Wellnesshotels und Wellnessanbieter eine Tatsache, die man lange nicht so richtig beachtet hat.
Wellness ist heute (zum Glück) nicht mehr nur eine Frage des Budgets sondern der Einstellung! Wellness zieht sich heute durch alle Zielgruppen und genau dafür gibt es ein breit aufgestelltes Angebot. Da ist sicherlich für jeden was dabei.
Wie gesagt, in den nächsten Tagen gehe ich auf das Thema Wellnesstrends auch einfach noch mal etwas tiefer ein. Dann stelle ich auch mal vor, worauf die meisten Wellnessurlauber aktuell besonders viel Wert legen oder auch welche Anwendungen bevorzugt werden.
Wellnesstrends 2017
ITB – das heißt nicht nur über 25.000 Fachbesucher und 180 Länder stellen sich auf der Messe vor und aus, sondern auch die neusten Wellnesstrends werden vorgestellt. Man kann sagen, schon traditionell findet die Pressekonferenz der Wellness Hotels & Resorts, beauty24 und neu dabei Trusted Shops, am Messemittwoch statt. Am ITB-Donnerstag steigt dann das Expertenforum Wellness im Rahmen des ITB Kongress.
Wellnessreisen & Wellness-Trends – Was wollen Wellnessurlauber wirklich?
Man könnte auch sagen, ganz traditionell bin ich seit ein paar Jahren auf der Pressekonferenz zu Gast und schaue auch beim Wellness-Expertenforum vorbei. Denn natürlich bin ich als Wellness-Reisebloggerin recht neugierig auf neue Wellness-Trends… hat sich wirklich was getan, was ich noch nicht weiß? Wer von euch ist auch neugierig? Dann hier entlang bitte… und unbedingt auch die nächsten Absätze lesen! Aus allen Informationen möchte ich euch mal 5 Trends (die ich auch relevant finde) etwas näher vorstellen.
Insgesamt gibt es ein paar neue alte Trends, wenn wir mal ganz ehrlich sind. So ganz langsam verfestigen sich aber tatsächlich einige Wünsche und Bedürfnisse der Wellnessgäste, die sich vor ein paar Jahren ganz langsam und vorsichtig entwickelt haben. Fakt ist… und das sollte allen klar sein. Wellness ist schon lange nicht mehr nur Massage & Sauna (mein Reden) oder wie Michael Altewischer von den Wellness Hotels & Resorts während der Pressekonferenz sagte „pampern ist out“. Doch was heißt das denn nun genau? Um der Sache auf den Grund zu gehen wurden 3.535 wellnessaffine Gäste und 101 Wellnesshoteliers, zu Anfang des Jahres, befragt.
Wellness-Trends – Gesundheitsreisen 2017
O.K. gehen wir gleich mal ans Eingemachte – Thema Wellness & Gesundheit. Eigentlich gar nicht mehr so neu sind Wellnessreisen mit Gesundheitsbausteinen – also Gesundheitsreisen. Die Übergänge sind fließend. Wo hört Wellness auf und wo fängt Gesundheitstourismus eigentlich tatsächlich an? Die meisten Menschen erleben Streß tagtäglich sehr intensiv. Familie und Job unter einen Hut bekommen und nach Möglichkeit auch noch Karriere machen und total ausgeglichen mit den Kindern tollen, toben und Hausaufgaben auf die Reihe bekommen und dann aber bitte fit, jugendlich und motiviert auftreten – Leute, ich weiß wovon ich rede. Von Dienstreisen, unregelmässigem Essen und vor allen Dingen ungesunden Essen mal ganz abgesehen. Da bleibt die vielgewünschte „Worklifebalance“ auch gern mal auf der Strecke.
Leben gegen den Bio-Rhythmus
Mehr als jeder Sechste in Deutschland lebt entgegen dem eigenen Bio-Rhythmus und genau das finden die meisten Menschen auch sehr belastend. Spätestens im Urlaub und auf Reisen möchten wir genau diesem Zustand entgegenwirken, ein Tagesablauf soll nach dem eigenen Rhythmus gestaltet werden können. Wenn nicht im Urlaub… wann dann?! Hotels könnten und sollten darauf z.B. mit ausgeweiteten Essenszeiten oder auch längeren Öffnungszeiten für Fitness- und Wellnessbereiche reagieren.
Der gesundheitsbewusste Trend sorgt auch dafür, dass sich die Wellnessurlauber für Zusatzangebote interessieren. Detox, Fasten, Yoga etc. Im Gegenzug gehen Themen wie Schönheit oder auch Kosmetik in den Hintergrund.
Ist das die Zukunft? Wellness in Kombi mit integrativen Heilansätzen
Im Wellness-Expertenforum geht man sogar noch einen Schritt weiter. Hier ist längst davon die Rede, dass im Spa der Zukunft auch z.B. Psychotherapie nicht undenkbar wäre. Die Rede ist hier auch von Lifystyle-Medizin und integrativen Heilansätzen. Traditionelle Heilmethoden werden mit neuen Spa- und Wellnesstechnologien verbunden. Aus Russland wurde das Modell Medical Spa Hotel vorgestellt und es wurde die provokante Frage gestellt, ob derartige Konzepte und Ansätze nicht sogar die bisherige Wellness-Branche in Zukunft ersetzen?
Das auch ganz spezialisierte Angebote durchaus in Deutschland funktionieren wurde im Wellnessforum anhand des Best Practice Beispieles „Ayurveda Parkschlösschen“ gezeigt. Das familiengeführte 5-Sterne-Hotel mitten in Deutschland hat sich komplett der Ayurveda verschrieben und das seit nun über 20 Jahren. Und es funktioniert – der Durchschnittsaufenthalt der Gäste liegt bei über 2 Wochen.
Wellnessreisen junge Leute – Was will die junge Zielgruppe?
Die junge Zielgruppe gibt eigentlich schon den Gesundheitsreisetrend vor… denn junge Menschen werden auch älter und genau das hat dazu geführt, dass der Gesundheitstrend in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Doch wie gehts weiter? Wellnessfans unter dreißig nutzen Wellnesseinrichtungen kürzer aber häufiger und gern auch mit Freunden. Das bedeutet, Wellnesshotels stehen gar nicht so hoch im Kurs – o.k. jedenfalls nicht an erster Stelle. Viel mehr nutzen jüngere Menschen gern Thermen und andere Tageswellnesseinrichtungen. Die jüngere Zielgruppe liebt auch Sportaktivitäten in der Gruppe z.B. Kursprogramme wie Zumba oder auch Sport im Fitnessstudio. Es geht also für Wellnesshotels darum, ihre Hotels, der jüngeren Wellnessfan-Zielgruppe, schmackhaft zu machen. Denn grundsätzliches Interesse am Thema Wellness & Gesundheit ist ja bereits vorhanden. Beste Voraussetzungen also…
„In den nächsten drei Jahren wird sich zeigen, wer sich mit seinen Angeboten von anderen abhebt. Die Wellnesshotels werden mit anderen flexibleren Wellnessanbietern im Wettbewerb stehen“, sagt Roland Fricke von beauty24.
Also liebe Hoteliers, macht euch Gedanken darüber, wo ihr die Zielgruppe der Zukunft trefft und wo ihr auf euer Angebot aufmerksam machen könnt. Ich denke Stichwort ist hier ganz klar: Soziale Medien, Blogs, Instagram, Facebook, Influencer-Marketing etc.
Wellnessurlaub Alleine: Ist das wirklich ein Trend?
Ich starte in das Thema mal so… es gibt viele Menschen, die gern auf eine Wellnessauszeit zurückgreifen. Eine ganze Menge davon erlebt Wellness auch gern mal alleine… oder mit der Familie… oder mit dem Partner… oder mit Freunden. Denn genau diese Variante von Wellnessurlaub erlebt Zuwachs. Auch dieser Wellnesstrend entwickelt sich aus der jungen Zielgruppe. Denn junge Wellnessfans reisen gern gemeinsam – das trifft eben auch auf den Wellnessurlaub zu.
Von den 3.535 Wellnessbefragten, gönnen sich über 80 Prozent mindestens eine Wellnessauszeit pro Jahr. Zusätzlich zur gemeinsamen Auszeit mit dem Partner (immer noch der Top-Dauerbrenner) können sich auch immer mehr Menschen vorstellen, mit der Familie oder Freunden einen Wellnessurlaub zu genießen.
Michael Altewischer erklärt das so: „Soziales Wohlbefinden ist eine wichtige Komponente für ein glückliches Leben. Wellness-Auszeiten fernab vom Alltag bieten die Möglichkeit, Entspannung und gemeinsame Zeit mit Freunden zu verbinden.“
Wellness Trends & Wellnessurlaub: Wellnessgäste werden anspruchsvoller
Eigentlich ist der letzte Punkt hier nur eine Zusammenfassung aus den vorausgegangenen Wellness Trends. Es zeigt ganz deutlich, Wellnessgäste werden anspruchsvoller. Ich komme noch einmal zurück auf meine Einleitung „Wellness ist heute längst mehr als Massage & Sauna“. Wellnessgäste wollen selbstbestimmer handeln, sie wünschen sich bestimmte Leistungen und Voraussetzungen in einem Wellnesshotel und zu einem Wellnessangebot. Das fängt bei den verlängerten Frühstückszeiten an, geht über die Erwartungen in einem Wellnesshotel (was ist z.B. alles inklusive? Was muß der Gast extra vor Ort zahlen?) und hört eben auch beim gesunden, gastronomischen Foodangebot auf. Der Wellnessgast wünscht sich in einem Wellnesshotel einen besonderen Service und natürlich auch ein besonderes Wissen. Denn schließlich erwarte ich in einem Wellnessurlaub oder gar Gesundheitsurlaub einen Abstand zum Alltag – zumindestens einen Kontrast. Ich möchte mich erholen aber eben auch fachkompetentes Personal vor Ort wissen, falls ich mehr möchte – z.B. Gesundheitsangebote, Personal-Training etc.
Das zeigt sich auch ganz deutlich in den Erwartungen der Wellnessgäste – die wurden für die Auswertung nämlich auch nach den Erwartungen gefragt – also was wird in einem Wellnesshotel an Ausstattung und Angebot wirklich erwartet? Was versüßt den Wellnessaufenthalt? Wenn ein Wellnesshotel darauf vorbereitet ist, dann kann es natürlich auch Angebote schon entsprechend kreieren, kalkulieren, ausschreiben und bewerben. Denn Fakt ist, solche „besonderen Wunschleistungen“ können natürlich auch das Buchungs- und Auswahlkriterium beeinflussen.
Passend dazu wurde sich auch im Wellnessforum mit der Planung eines Spa’s beschäftigt. Denn selbstverständlich soll sich der Gast in einem Wellnessbereich wohlfühlen, doch ist es ebenso wichtig, dass der Spabereich auch ganz klar zum Return of Invest beiträgt. Was wird hier in Zukunft wichtig sein? Was wird in Zukunft von den Gästen erwartet? Oder welchen Einfluss nimmt auch die Technik auf die Spagestaltung – Stichwort: „Smart Private Spa“ – welches ein interaktives Raumkonzept beinhaltet, welches sich immer individuell an den Wellnessgast anpassen kann.
Wellnessurlaub Angebote – Was darf ein Wellnessurlaub kosten?
Eines gleich mal vorweg… wer meint Wellness ist teuer und Wellness muß man sich auch leisten können, der irrt schon mal sehr… denn die Bereitschaft für Ausgaben und auch die tatsächlichen (privaten) Investitionen für Wellness- und Gesundheitsleistungen steigen stetig. Dazu hab ich hier auch noch einmal ein kleines nettes Schaubild aus dem Wellness-Expertenforum eingefügt.
Doch was sind denn nun Menschen in Deutschland bereit für eine Wellness-Auszeit auszugeben? Wie sieht eine klassische Wellness-Auszeit für die Deutschen aus? Die Umfrage hat ergeben – der Großteil der Wellnessurlauber bucht immer noch den klassischen Wellness-Kurztrip mit 2 Übernachtungen (hier liegt der Durchschnitt bei 77 Prozent) und überwiegend reist man dann zu Zweit als Pärchen. Im Durchschnitt gibt das Pärchen dafür etwas mehr als 400.- Euro aus. Bedeutet im Umkehrschluss; locker 200.- Euro pro Person. Dieser Wert liegt auch immer noch im Wunschrahmen – der besagt über 40 Prozent der Wellnessgäste sind bereit zwischen 120.- Euro 200.- Euro für so einen Aufenthalt zu zahlen. Mehr als 20 Prozent würden sogar bis zu 250.- Euro pro Person ausgeben. Vermeintliche Preisknaller werden daher gern genutzt – hier arbeitet die Wellnessindustrie natürlich ebenso gern mit den psychologischen Tricks, wie die komplette Reisebranche. Stichwort: Durchgestrichene Preise, Locküberschriften oder auch starke prozentuale Ermäßigung als Teaser.
Also Zeit für ein kurzes Fazit… so richtig neu sind die Wellness Trends für mich nicht… für mich ist eher die Dauer der Entwicklung interessant und zu beobachten wie lang die Reise zum Teil gedauert hat. Über einige Trends haben wir bereits vor 2010 gesprochen… und nun scheint es erst relevant zu werden. Aber ich hoffe trotzdem, ihr könnt was mitnehmen und findet euch vielleicht sogar in dem einen oder anderen Trend wieder – lasst es mich gern wissen und verratet mir auch, was für euch persönlich ein Wellness-Trend ist (auch wenn er hier vielleicht gar nicht aufgeführt ist) oder verratet mir auch gern, was ihr für einen Wellnessurlaub ausgeben würdet. Ich bin gespannt…
Quellen: ITB, Pressekonferenz Wellness-Trends, Experten-Wellnessforum, Austausch mit Wellness-Experten direkt über Trends und Wünsche der Wellnessgäste. Die hier verwendeten Schaubilder wurden mir von beauty24, Wellness-Hotels & Resorts und Trusted Shops, für diesen Beitrag über Wellnesstrends 2017, zur Verfügung gestellt.
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Wellness-Trends Rückblick, Weitblick und Ausblick:
Wellness ist heute aus unserem Urlaubsverhalten wohl nicht mehr wegzudenken. Immer mehr Menschen treten regelmässig einen Wellnessurlaub an und die meisten Menschen in Deutschland haben wohl auch schon Wellness am eigenen Leib erlebt. Doch wie hat sich das Wellnessreise-Verhalten in den letzten Jahren eigentlich entwickelt?
Wellness-Trends: Was sagt unser Wellnessreiseverhalten aus?
Vor gut 20 Jahren und vielleicht auch noch vor 10 Jahren war Wellness noch ein echtes Luxusgut. Überspitzt gesagt, konnten sich wohl nur die Reichen und Schönen so etwas gönnen. Heute sieht das da doch schon etwas anders aus. Wellness ist angekommen… angekommen beim Mittelstand. Wellness gehört heute wirklich für viele Menschen einfach zum Leben.
Wen wundert es da, dass Wellness-Auszeiten und Wellnesskurzurlaube immer beliebter werden? Mehr noch, die „guten“ Wellnesshotels spezialisieren sich sogar auf besondere Anwendungen. Die meisten Menschen schaffen es im Alltag nur noch selten, wirklich abzuschalten oder sich echte Ruhepausen zu gönnen. In einem Wellnessurlaub möchte man sich diese Auszeiten einfach nehmen – und mittlerweile kennen sich viele Urlauber mit dem Thema Wellness schon ganz gut aus.
So sind in den letzten Jahren z.B. kinderfreie Zonen und Wellnesshotels entstanden oder auch Wellnesshotels mit Spezialthemen wie die Ausrichtung auf Ayurveda oder Traditionelle Chinesische Medizin.
Wellness-Trends: Neuste Ergebnisse werden auf der ITB Berlin vorgestellt
Anfang 2016 wurden von der Hotelkooperation Wellness-Hotels & Resorts und dem Wellnessreise-Veranstalter beauty24 Umfragen an und mit Urlaubern, Wellnessfans und Wellnesshotelbetreiber (2.358 wellnessaffine Personen sowie 99 Wellnesshoteliers) durchgeführt. Auf der ITB Berlin (größte Reisemesse der Welt) wurden die Ergebnisse dann präsentiert.
Wellness liegt im Trend und die Nachfrage nach Wellnessleistungen ist stetig gewachsen und wird wohl auch weiter wachsen, denn immer mehr Menschen nutzen Wellnessleistungen und Angebote. Das zeigt auch die Tatsache, das rund die Hälfte der Befragten schon mehr als 1 x pro Jahr Wellnessleistungen in Anspruch. Auch die Wellnesshotels bemerken den Trend, denn die Buchungen der reinen Wellnessleistungen in den Hotels gingen auch hoch. Für das laufende Jahr erwarten fast 65 Prozent eine noch positivere Entwicklung.
Doch die „guten“ Wellnesshoteliers ruhen sich nicht etwas auf ihrem Erfolg aus, sondern investieren kräftig. „Die Hoteliers nutzen diese Entwicklung, um kontinuierlich in ihre Häuser und die Mitarbeiterqualifikation zu investieren – das zeigen die Erfahrungen innerhalb der Wellness-Hotels & Resorts. Die stetige Überprüfung und Weiterentwicklung des Hotelkonzeptes ist ein wichtiges Fundament erfolgreicher Hotels“, sagt Michael Altewischer, Geschäftsführer der Kooperation.
Wellness-Trends: Kleiner Rückblick
Bereits in den letzten Jahren oder auch im vergangenen Jahr haben zwei Drittel der Hoteliers Investitionen getätigt. Die Planung für 2016 sieht sogar vor, es wollen fast 73 Prozent Hoteliers in ihr Wellnesshotel investieren.
Auch die vergangenen Jahre zeigen, der Wellnessurlaub ist in den meisten Fällen ein Kurzurlaub mit zwei bis drei Übernachtungen, für den die Gäste eine Anreise von 200 bis 300 Kilometern in Kauf nehmen. Für viele Deutsche ist ein Wellnesswochenende der Zweit- oder Dritturlaub, bei dem man nach einer kurzen Anreise möglichst viel Zeit vor Ort genießen möchte. Daran hat sich auch in den letzten Jahren nicht geändert.
Vor einigen Jahren war der Wellnessurlaub tatsächlich ein absoluter Luxus, etwas ganz Besonderes. Heute gehört eine Wellnessauszeit einfach dazu. Diese Entwicklung können auch aus den Umfragen abgeleitet werden. Denn interviewt man die Befragten, so erhält man als Antwort nicht mehr „ich suche das Besondere“ sondern um die 82 Prozent der Befragten begründen eine Wellnessreise mit „eine Auszeit zum Enspannen“.
4 Wellness-Trends: Zahlen, Daten und Fakten
Was bewegt die Menschen einen Wellnessurlaub anzutreten oder sich zumindest schon einmal, sich mit den unterschiedlichen Angeboten auseinanderzusetzen?
Auch dazu hat die Umfrage und Studie ein paar aufschlussreiche Zahlen, Daten und Fakten geliefert.
Wellness-Trend 1 – Auszeiten: Tatsächlich benötigen immer mehr Menschen wirklich eine Auszeit vom Alltag. Über 80 Prozent der Befragten gaben aber an, sich viel zu selten ein Auszeit zu gönnen – viele schaffen es einfach nicht. Rund 50 Prozent der Befragten bauen aber Auszeiten auch schon bewußt in den Alltag ein – Tendenz steigend. Im Gegenzug fällt es aber auch fast ebenso so viel Menschen schwer, wirklich bewußt zu entspannen. Mal sehen, was das für die Wellness-Trends der Zukunft bedeutet. Denn auch an solchen Programmen für Ausgleich und Entschleunigung arbeite bereits erste Wellnesshotels. Stichwort: Work-Life-Balance, Digital Detox oder auch Wald-Wellness. Die Nachfrage an Entspannungsprogrammen wie z.B. Yoga, Qi Gong oder auch Meditation steigt in diesem Atemzug ebenfalls (über 50 Prozent). Die Menschen sind zusätzlich auf der Suche nach Kursen, um zu lernen „einfach mal nichts zu tun – unproduktiv zu sein“ (rund 40 Prozent). Wellnesshotels werden so zu echten Rückzugsorten.
Wellness-Trend 2. – Entspannung: Früher sind viele in den Wellnessurlaub gefahren, um etwas für die Schönheit zu tun. Daher wurden Wellnesshotels früher auch gern noch als Schönheitsfarmen bezeichnet. Doch unsere Zeit wird stressiger und vor allen Dingen schnelllebiger. Daher rückt die Schönheit nach hinten – oder vielleicht kann man auch sagen „Schönheit kommt von Innen“. Denn wenn wir etwas für unser Wohlbefinden tun, so schlägt sich das natürlich nicht selten auch auf unser Aussehen nieder. Über die Hälfte des Spa-Umsatzes wird in einem Hotel durch Massagen und physiotherapeutische Anwendungen erwirtschaftet. Wenn dann doch Kosmetik gewünscht wird, so steht die Natürlichkeit im Fokus (fast 30 Prozent) oder Hightech-Kosmetik (bisher schon 4 Prozent). Diesem Trend werden wir demnächst mal einen komplett eigenen Artikel widmen.
Wellness-Trend 3. – Wellness +16: In den letzten Jahren gab es einige Hotels, die sich auf Familien-Wellness spezialisiert haben. Als Gegentrend dazu, entwickeln sich seit einiger Zeit kinderfreie Wellnesshotels. Fast 60 Prozent der Befragten geben an, dass sie ein „adults-only“-Hotel eher buchen würden, als ein normales oder gar ein Familien-Wellnesshotel. Für rund 45 Prozent aller Wellnessreisenden ist die gemeinsame Zeit mit dem Partner in einem Wellnessurlaub wichtig. Das zeigt, wie gefragt solche Erwachsenenhotels sind, denn hier hat der Wellnessgast eindeutig mehr Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten. Hoteliers sind daher auch immer häufiger bereit sich zu spezialisieren, auch wenn es hier eher langsam voran geht. Viele Hoteliers erkennen schon den Mehrwert, doch viele könnn das Konzept kurzfristig nicht umsetzen. Auch hier wird der Wellness-Trend der Zukunft zeigen, wie sich die Nachfrag und auch die Reaktion zukünftig entwickeln wird.
Wellness-Trend 4 – Emotionen, Fakten und Gefühle: Schauen wir uns die neuen Prospekte und Webseiten der Hotels und Urlaubsregionen an, so fällt unser Blick auf große „emotionale“ Bilder. Die lösen nämlich Gefühle aus und lassen den Betrachter verweilen. Wenn es gut läuft, wächst auch die Lust auf Urlaub. Doch wie werden dadurch Entscheidungen beeinflusst? Die Umfrage besagt – Lust machen o.k. doch für die Buchung ist der Gast auf der Suche nach aussagekräftigen Fakten. Das heißt Bilder von Hotelzimmern (rund 90 Prozent), Bilder vom Wellnessbereich (80 Prozent) oder auch Hotelbwertungen haben Einfluss auf das Buchungsverhalten.
Schauen wir uns die Wellnesstrends an, so sehen wir, dass sich die Wünsche und Erwartungen nicht mehr grundlegend ändern. Viel mehr das Verhalten und Leben der Bevölkerung an sich ändert sich immer stärker und führt dazu, dass die Sehnsucht nach Auszeiten enorm gewachsen ist.
Massagen sind weiterhin die Tops unter den Wellnessanwendungen, doch auch die Nachfrage nach Entspannungskursen und Programmen nehmen enorm zu. Insgesamt zeigen aber die Studien der letzten Jahre ganz deutlich, dass Gäste und auch Hoteliers das grundsätzliche ganzheitliche Konzept zum Wellness-Thema verstanden haben.
Kürzlich waren wir auf der ITB und haben uns, wie in jedem Jahr, natürlich auch nach den neusten Urlaubstrends und hier besonders in Sachen Wellness-Urlaub-Trends umgeschaut. Und eines können wir gleich mal vorab verraten. Der Trend „Wellnessurlaub“ boomt weiter. Die Deutschen geben gern Geld für ihr Wohlbefinden und für die Gesundheit aus. Daher steigen auch die Umsatzzahlen der Wellnesshotels weiterhin. Alleine 2015 erwarten rund 65 Prozent der Wellnesshotels einen Umsatzanstieg. Da stellt sich doch die Frage, was sind die Trends? Was wünscht sich der Wellnessurlauber bzw. Wellnessgast 2015?
Wellnessurlaub-Trends setzen sich aktuell aus 4 Tops zusammen
Auf einer Pressekonferenz im Rahmen der ITB wurden auch in diesem Jahr die neuen Wellnessurlaub-Trends vorgestellt. Die Ergebnisse basiern auf einer Gäste-Umfrage und Hotelier-Studie, welche von Beauty24 und den Wellness-Hotels & Resorts durchgeführt wurde. Die Ergbnisse daraus lassen sich in 4 aktuellen Tops zusammenfassen:
Service wird groß geschrieben
Digital Detox yea oder nay
Wie man sich bettet, so schläft man
Soziale Kontakte auch im Wellnessurlaub
Service wird groß geschrieben!
Wenn der Service stimmt, fühlen sich die Gäste gleich wohl. So könnt man diese Überschrift wohl auf den Punkt bringen. Gerade Gäste in einem Wellnesshotel wünschen sich einen besonders aufmerksamen Service, um eine stressfreie Zeit voller Wohlbefinden zu verbringen. Zu beachtn ist dabei, dass aufmerksam nicht gleich aufdringlich ist. Der Service sollte dezent statt finden, der Mitarbeiter mit „offenen Augen“ durch das Hotel gehen – und im besten Fall dem Gast quasi den Wunsch von den Augen ablesen.
Da stellt sich doch die Frage, wo fängt der Service an und wo hört der Servicegedanke auf. Um stressfrei in den Wellnessurlaub zu starten, beginnt ein guter aufmerksamer Service auf alle Fälle schon einmal vor dem eigentlichen Start. Die Buchung und Beratung im Hotel sollte einfach und unkompliziert von Statten gehen. Dazu zählt natürlich auch eine schnelle Buchungsbestätigung, die Anfrage und umfassende Beratung in Sachen Wellnessanwendungen und natürlich auch die Frage und der Hinweis nach Sonderwünschen – z.B. gibt es Allergien, wird eine besonder Ernährung angeboten oder gewünscht etc.
In einem Hotel mit Wellnessangebot wünschen und erwarten die Gäste z.B. auch schon direkt auf dem Zimmer einen Bademantel, Saunatücher und Badeschlappen. Leider liegt das standardmäßig noch nicht in allen Wellnesshotels auf dem Zimmer – in einigen Zimmerkategorien gehört der Bademantel & Co. noch nicht zur normalen Ausstattung. Das sorgt nicht selten für Unmut beim Wellnesshotelgast.
Doch natürlich erwarten geübte Wellnessgäste noch weitere Standard-Leistungen in einem Wellnesshotel wie z.B. Wasser und Tee „frei“ im Wellnessbereich, Obstschalen im Wellnessbereich, Beratungsgespräche im Spa, spätes Frühstück, eine Flasche Wasser auf dem Zimmer gratis etc. – denn all diese Kleinigkeiten tragen zum Wohlbefinden im Wellnessurlaub bei. Fehlt eine solche Kleinigkeit ist der Gast oft im Befinden gestört.
Die gute Nachricht! Viele gute Wellnesshotel haben längst auf die Anforderungen reagiert und bieten diese „Wohlfühl-Kleinigkeiten“ längst an. Andere Hotels werden mit dem Service sicherlich bald entsprechend nachziehen.
Digital Detox – yea oder nay
Die modernen Geräte und Apps machen es möglich. Viele Menschen möchten überall vernetzt sein. Sei es um mit Freunden den Wellnessurlaub zeitnah zu teilen oder aber durch die Gadgets Schritte zu zählen, den Fitfaktor zu überwachen oder aber die gesunde Lebensweise zu kontrollieren. Um das zu gewährleisten wir ein Zugang zum Internet immer wichtiger. Für die einen jedenfalls…
Für die anderen verläuft es genau in die andere Richtung. Überall erreichbar zu sein „nervt“. Im Wellnessurlaub wünschen sich diese Gäste also „digitale Enthaltsamkeit“. Wir leben in einer Zeit, wo dieses Phänomen längst einen Namen erhalten hat. Wir sprechen von „Digital Detox“.
Im Trend liegen also diese Wearables auf alle Fälle und es wird zukünftig sehr wichtig sein, hier auf den individuellen Wunsch vom Gast einzugehen. Lassen wir uns mal ein paar Zahlen auf der Zunge zergehen. Bereits 20 Prozent der Wellnessgäste nutzen die Möglichkeit eines Wearables – besonders junge Männer fahren auf diese Spielzeuge ab. Fast 15 Prozent der Wellnessgäste wünschen sich, dass Wellnesshotels in der Lage sind, solche Daten auszuwerten und damit zu arbeiten. Um z.B. individuelle Programme auf den Gast zuzuschneiden. Wenn wir uns anschauen, wie lange es diese Gadgets wirkich erst gibt, können wir uns ganz sicher sein, dass die Nutzerzahlen hier in den nächsten Jahren drastisch zunehmen werden.
Gegenüber stellen sollte man aber auch die Zahl derjenigen, die einfach mal bewußt eine Zeitlang auf solche digitalen Helferlein und Alltagsgegenstände verzichten möchten. Um sich z.B. auf andere Dinge zu konzentrieren. Jeder vierte Wellnessgast lebt tatsächlich immer mal wieder eine digitale Auszeit.
Wie man sich bettet so schläft man
Wer viel auf Reisen ist, so wie ich, und dabei auch immer wieder mit unterschiedlichen Menschen und Gruppen in Kontakt kommt, hört trotzdem morgens immer wieder die Frage „wie hast du geschlafen?“ oder „hast du gut geschlafen?“. Nicht selten unterhalten sich die Menschen morgens zum Frühstück über Wehwehchen bei der Nachtruhe. Dann ist die Matratze zu hart, dann zu weich, zu wenig Kissen, ein zu weiches Kissen, die Decke zu dick oder zu dünn… kommt euch das bekannt vor? 😉
Daher wünschen sich grad die Gäste im Wellnesshotel, einen besonders guten und erholsamen Schlaf. Die Voraussetzung dafür ist nun einmal ein gutes Bett. Wellnesshotels reagieren darauf z.B. mit einem Kissenmenü, regelmässig werden die Matratzen gewechselt, einer ordentlichen Zimmerverdunkelung, einstellen einer individuellen Raumtemperatur, ruhige Zimmer, beruhigende Raumdüfte u.v.m.
Und wenn die Nacht gut war, dann startet der Tag gleich noch viel besser und der Aufenthalt im Wellnessbereich sowie ein paar gute Wellnessanwendungen runden das Programm und Angebot dann einfach ab.
Soziale Kontakte auch im Wellnessurlaub
Unsere Welt wird schneller und es gibt immer mehr Singles… daher reisen auch immer mehr Menschen alleine. Doch nur weil sie alleine reisen, sind sie ja keine Einzelgänger. Ganz im Gegenteil… diese Alleinreisenden wünschen sich auch im Urlaub „nette Kontakte“. Jeder zehnte Wellnessgast fährt mittlerweile alleine in den Wellnessurlaub. Daher werden in einem Wellnesshotel diese Gäste nicht selten gefragt, ob sie nicht zusammen an einem Tisch sitzen möchten oder es gibt spezielle Ruheräume, in denen man sich auch unterhalten darf – leise natürlich… 😉 Doch wer in einen solchen Raum geht, der weiß „jawohl hier sind Gleichgesinnte, hier darf ich ansprechen“.
Doch auch Familien und Paare wünschen sich eine soziale und kommunikative Zeit im Wellnessurlaub. Mit einander sprechen, Zeit verbringen, sich austauschen und die gemeinsame Zeit genießen. Denn sind wir doch mal ganz ehrlich, Quality Time kommt im Alltag doch viel zu kurz.
Natürlich wird es aber auch weiterhin Menschen geben, die sich im Wellnessurlaub Ruhe gönnen. Auch dafür muß gesorgt sein. Hier kommt dann die Sache mit dem aufmerksamen aber nicht aufdringlichen Service und dem Fingerspitzengefühl zum Tragen.
Insgesamt wird es auch für die Zukunft wieder wichtig sein, den richtigen Mix der einzelnen Trends zu finden und daraus das richtige Angebot zu erstellen und den richtigen Weg einzuschlagen.
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Mehr zu den aktuellen Reise- und Wellnesstrends 2015:
Tanja Klindworth ist nicht nur das Herz der SPANESS-Redaktion. Sie schreibt darüber hinaus auch für andere Blogs, Webseiten, Reise- und Fachmagazine. Ob online oder als Print-Variante. Ihre Fachbereiche sind: Wellnesstrends, Gesundheit, Urlaub und Reise. Zusätzlich ist sie auch als Reisebloggerin tätig.
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Die Kosten für einen Wellnessurlaub können natürlich etwas höher ausfallen. Ich denke allerdings, dass 200€ pro Person auch sehr gerechtfertigt sind. Ein Freund von mir will bald einen kleinen Wellnesssalon eröffnen. Er hat dafür eine Firma beauftragt, die Wellnessanlagenbau anbietet. Ich freue mich schon auf meinen ersten Besuch in seiner Wohlfühloase!
Antworten
Wellness jedes Jahr neu erfinden ist ganz schön schwierig.
Mir persönlich wäre es aber am liebsten, wenn wir endlich mal ein neues, schönes Wort finden um den abgedroschenen Begriff „Wellness“ zu erneuern.
Aber trotz der Begrifflichkeiten, ich bin gespannt ob sich Mentales Wellness wirklich durchsetzt.
Liebe Grüße,
Katja
Das stimmt, für mich auch ist ein Wellnessurlaub eine Auszeit zum Entspannen, vor allem wenn man Stress bei der Arbeit hat und man keine Möglichkeit hat, lange wegzufahren. Ich glaube auch, dass ich bei meinem nächsten Urlaub ein „adults-only“-Wellnesshotel buchen werde. So kann man sicherlich Ruhe finden und sich gut erholen. Danke für den Tipp
Ich finde Wellness im Urlaub auch echt wichtig, denn da möchte man sich ja immerhin entspannen. Aber auch zu Hause ist mir Wellness und Entspannung mittlerweile sehr wichtig, weshalb wir nun überlegt haben uns eine eigene Sauna zuzulegen. Bisher bin ich immer nur im Urlaub in die Sauna gegangen, weil ich sonst einfach keine Zeit hatte. Wenn diese aber zu Hause stehen würde, werde ich sie wohl auch öfter nutzen.
Beruhigend zu lesen, dass man auf dem richtigen Weg ist. Einen Schritt zu „Medical Spa Hotels“ kann ich aus der Zusammenfassung allerdings nicht erkennen. Im Moment habe ich schon noch das Gefühl, dass Diagnostik und Co nicht mit dem Wellnessaufenthalt verbunden werden.
Lieben Dank. Das ist natürlich echt nur die Kurzfassung in Sachen Wellnesstrends.
Hab deinen Beitrag vom Wellnessforum auch gelesen – denn dort war ich ja nur kurz am Platz.
LG, Tanja